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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 96. Schlüchtern

Ramholz

Stadtteil · 320 m über NN
Gemarkung Vollmerz, Gemeinde Schlüchtern, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6,5 km südöstlich von Schlüchtern

Siedlungsentwicklung:

Ab 1404 zeitweise Unterteilung in Ober- und Unter-Ramholz.

Historische Namensformen:

  • Ramundis (1039)
  • Ramundes (1144)
  • Ramundes, in (1167) [Urkundenbuch der Herren von Hanau 1, S. 79-81, Nr. 101 = HStAM Bestand Urk. 69 Nr. 1271]
  • Ramungs (1303)
  • Ramons (1444)
  • Rannelz (1453)
  • Ramoltze (1458)
  • Ramelcz
  • Romoltzs (1494)
  • Ramholz, Unter [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]
  • Ramholz, Ober [Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840-1861]

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1167)
  • 1458 und 1493: Wüstung

Burgen und Befestigungen:

  • Renaissance-Schloß der Herren von Hutten aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts am Ostrand der Siedlung, vermutlich an der Stelle eines befestigten Burghauses. Dahinter historisierender Schloßanbau des Freiherren von Stumm aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3543549, 5577460
UTM: 32 U 543457 5575668
WGS84: 50.33150666° N, 9.610584369° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43502512004

Einwohnerstatistik:

  • 1895: 29 Häuser mit 217 Bewohnern
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Graf von Degenfeld-Schonburg
  • 1806-1810: Kurfürstentum Hessen
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Altengronau
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hanau, Amt Schwarzenfels

Altkreis:

Schlüchtern

Gericht:

  • 1453 zum Gericht Schwarzenfels, 1493 zum Gericht Vollmerz.
  • 1812: Graf von Degenfeld (Patrimonialgerichtsbarkeit); Appellation beim Hofgericht in Hanau

Herrschaft:

1806 unterwarf sich der Graf von Degenfeld-Schomburg freiwillig der Landeshoheit des Kurfürsten von Hessen-Kassel und wurde von nun an als Grundherr des Fürstentums Hanau betrachtet, mit welchem er 1810 unter die Souveränität des Großherzogs von Frankfurt kam.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1167 ist das Kloster Schlüchern im Besitz des Haupthofes sowie des ganzen Dorfes mit Zubehör.
  • Hanauische Lehen derer von Hutten. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von denen von Hutten als reichsunmittelbar durchgesetzt.
  • 1642 kam Ramholz an Karl von Landas, 1698 wurden die von Degenfeld belehnt. Ihr Schloß erwarben 1883 die von Stumm, während die Herrschaft 1852 von Isenburg-Büdingen erkauft wurde.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • (1018-1039): Pfarrei
  • 1305 Pleban, 1329 Pfarrherr genannt

Pfarrzugehörigkeit:

1167 gehören zur Pfarrei Ramholz die Filialkirchen zu Oberkalbach, Gundhelm, Neuengronau, Züntersbach, Sterbfritz, Steckelberg, Oberzell, Veitsteinbach, Mottgars, die als Eigenkirchen des Klosters Schlüchtern bezeichnet werden. Zwischen 1355 und 1465 wurde die Pfarrei Sterbfritz zur Pfarrkirche erhoben und damit von Ramholz abgetrennt.

1354 wurde die Pfarrei dem Kloster Schlüchtern einverleibt.

Zur protestantischen Pfarrei der Klasse Schwarzenfels sind Vollmerz und Hinkelhof eingepfarrt.

Patronat:

Kloster Schlüchtern, das sie von dem Abt Richard (1018-1039) vom Kloster Fulda als Schenkung erhielt.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Nikolaus Lotichius 1545-1547

Der Einführung des reformierten Bekenntnisses durch Graf Albrecht von Hanau-Schwarzenfels 1623 widersetzten sich die Herren von Hutten, der Streit um das Bekenntnis endete erst 1701 mit der Einsetzung eines lutherischen Pfarrers.

Seit 1818 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Karlstadt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ramholz, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12655> (Stand: 7.8.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde