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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 102. Salmünster

Burg Stolzenberg

Burg · 195 m über NN
Gemarkung Bad Soden bei Salmünster, Gemeinde Bad Soden-Salmünster, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

13,9 km südwestlich von Schlüchtern

Lage und Verkehrslage:

Im Norden von Bad Soden-Salmünster auf der Kuppe eines Bergvorsprungs

Burgtyp: Höhenburg

Besitzgeschichte: Bis in die erste Hälfte des 14. Jh.s im Besitz von Fulda durch verschiedene Burgherren und Amtmänner verwaltet. 1340: Burg wurde an Ulrich Hoelin verpfändet, welcher seinerseits die Burg an die

Brüder Frowin und Konrad von Hutten weiterverpfändete. Die Herren von Hutten ließen sich im Jahre 1375 die Pfandschaftsbriefe vom Fuldaer Abt Konrad IV. (reg. 1372-1383) bestätigen. 1390: Herren von Hanau erwarben ein Drittel der Burg und Stadt Sooden. Die Folge waren zahlreiche Streitigkeiten, bis 1472 in einem Burgfrieden ein Ausgleich geschaffen wurde (1516: Erneuerung des Burgfriedens). 1522-1526: Die Burg war von hessisch-landgräflichen Truppen unter der Verwaltung des Amtsmanns Georg von Bischoferode besetzt. 1528: Frowin von Hutten verkaufte sämtliche Güter, so auch die Hälfte der Burg Stolzenberg, an die fränkische Linie derer von Hutten, während die andere Hälfte im Besitz der stolzenbergischen Linie verblieb. 1540: Die fränkische Linie verkaufte ihre Anteile der Burg an das Erzstift Mainz. 1624: Der fuldaer Abt Johann Bernhard (reg. 1623-1632) kündigte den Herren von Hutten ihren Teil der Pfandschaft. Kurmainz erwarb von der stolzenbergischen Linie weitere Anteile der Burg, so dass zu Beginn des 18. Jh.s 4/5 der Anteile in kurmainzischem Besitz waren.

Funktion: Unter Fulda zur Sicherung der Salzvorkommen

Burggeschichte: Durch die guten Beziehungen, die Frowin von Hutten mit dem Rädelsführer des Ritteraufstands (1522-1523) Franz von Sickingen (1481-1523) unterhielt, wurden seine Besitztümer durch eine Fürstenkoalition besetzt. Auch die Burg Stolzenberg wurde am 24. Oktober 1522 von fürstlichen Truppen unter der Führung vom hessischen Landgraf Philipp erobert. Frowin erhielt seine Besitzungen, so auch die Burg, erst im Jahre 1526 zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg erneut von kaiserlich-kroatischen Truppen unter der Führung des Johann Ludwig Hektor, Graf von Isolani/o niedergebrannt.

Baugeschichte: Die Burg Stolzenberg wurde (vermutlich auf dem Baugrund einer von Fulda errichteten, zu Beginn des 13. Jh.s jedoch zerstörten Befestigung) in den Jahren 1252-1255 durch den Fuldaer Abt Heinrich IV. von Erthal (reg. 1249-1261) erbaut, nachdem (Gegen-) König Wilhelm (reg. 1247-1256) den Wiederaufbau der Burg genehmigt hatte.

Im 16. Jh. kleinere Instandhaltungs- bzw. Umbaumaßnahmen: 1512: Wiederaufbau des im selben Jahr eingestürzten Wohnhauses von Dietrich von Hutten. 1519: Wiederaufbau eines zerfallenen Hauses 1527: Ludwig von Hutten ließ einen Pferdestall innerhalb der Burganalge bauen und setzte auf den gegen den Turm stehenden Stall einen Erker (vgl. Landau, S. 224 f.). 1870: Renovierung des Bergfrieds. 1970: Sanierung des Bergfried und Aus-/ bzw. Umbau zum Aussichtsturm

Baubeschreibung: Runder, fast 20 m hoher Bergfried mit Umfassungsmauer und weiteren Wall- und

Grabenanlagen.

Abgang: Zu Beginn des 16. Jh.s war die Burg bereits im baufälligen Zustand. Mehrfach hatten die Herren von Hutten vergeblich die Abtei Fulda um Baugelder für Renovierungsarbeiten aufgefordert.

Erhaltungszustand: Erhalten sind lediglich der etwa 20 m hohe Bergfried sowie einige Mauerreste. Durch eine Umgestaltung zur Parkanlage um 1970 sind die einstigen Gräben und Wälle nur schwer erkennbar.

Sonstiges: Am 4. Mai 1736 gab das Erzstift die zerfallene Burg Stolzenberg sowie Sooden und Salmünster gegen eine Zahlung von 52.500 fl. an Fulda zurück.

Historische Namensformen:

  • Stolczenburg (1252)

Burgen und Befestigungen:

  • Oberhalb von Bad Soden Reste der ehemaligen Burg mit Bergfried auf der Kuppe eines Bergvorsprungs. Im Dreißigjährigen Krieg von Kroaten niedergebrannt.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526315, 5572836
UTM: 32 U 526230 5571046
WGS84: 50.29095789° N, 9.368223125° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43500203001

Verfassung

Altkreis:

Schlüchtern

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Nachdem die Burg von Feinden König Wilhelms zerstört worden war erhielt der Abt von Fulda 1252 die Erlaubnis, sie mit königlicher Hilfe wiederherzustellen.
  • Die Burg war wie Salmünster und Soden im Pfandbesitz derer von Hutten, die hier von 1399 bis gegen 1500 ein Drittel innehatten.
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Stolzenberg, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12833> (Stand: 17.2.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde