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Bad Orb

Stadt · 179 m über NN
Gemeinde Bad Orb, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

11 km nordöstlich von Gelnhausen

Lage und Verkehrslage:

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Wächtersbach – Bad Orb (Inbetriebnahme der Strecke 23.5.1901).

Siedlungsentwicklung:

1579 Jösservorstadt außerhalb der Stadtmauer

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Orb.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • locus (1064)
  • oppidum (1292)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Im Bereich der Kirche St. Martin ehemalige Burg.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3524886, 5565782
UTM: 32 U 524801 5563995
WGS84: 50.22760495° N, 9.347708123° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

435001000

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 4787, davon 854 Acker (= 17.84 %), 526 Wiesen (= 10.99 %), 3305 Holzungen (= 69.04 %)
  • 1961 (Hektar): 4777, davon 3264 Wald (= 68.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1632: 257 Bürger
  • 1775: 865 Mann
  • 1812: 645 Feuerstellen, 3714 Seelen (unter Einschluß von Friedrichsthal und der Saline)
  • 1885: 3371, davon 122 evangelisch (= 3.62 %), 3173 katholisch (= 94.13 %), 76 Juden (= 2.25 %)
  • 1961: 7299, davon 1450 evangelisch (= 19.87 %), 5757 katholisch (= 78.87 %)
  • 1970: 7991

Diagramme:

Bad Orb: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • in pago quodam Wetereiba (1064);
  • Um 1550 gehören zum Amt Orb außer Orb die Dörfer Höchst, Kassel, Lettgenbrunn, Villbach und Wirtheim sowie die Höfe Altenburg und Niederhof. 1633 außerdem noch Burgjoss, Mernes, Oberndorf und Pfaffenhausen. Zum bayrischen Landgericht gehörten die letzten Orte nicht, dafür noch Aufenau, Neudorf und Kinzighausen sowie Friedrichsthal und Hausen.
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Obereres Erzstift, Oberamt Orb und Lohr, Amtsvogtei Orb
  • 1803: Dalbergstaat ("Erzkanzlerischer Kurstaat"), Fürstentum Aschaffenburg, Oberamt Orb und Lohr, Amtsvogtei Orb
  • 1806-1810: Primatialstaat Karl Theodor von Dalbergs im Rheinbund, Fürstentum Aschaffenburg, Oberamt Orb und Lohr, Amtsvogtei Orb
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Aschaffenburg, Distrikt Orb
  • 1814-1866: Königreich Bayern, Landgerichtsbezirk Orb
  • 1867: Preußische Provinz Hessen-Nassau, Kreis Gelnhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Gelnhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Gelnhausen
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gelnhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Gelnhausen

Gericht:

  • 1814: Landgericht Orb
  • 1867: Amtsgericht Orb
  • 1968: Amtsgericht Gelnhausen

Herrschaft:

1292 Ersterwähnung als Stadt: oppidum Orbahe

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1059 verleiht Kaiser Heinrich IV. dem Kloster Fulda den Wildbann über den Forst des Klosters im Bereich Orb. 1064 schenkt Kaiser Heinrich IV. dem Erzstift Mainz Orb mit der Burg und den Solquellen. 1167 hat Kloster Schlüchtern Streubesitz in Orb. 1267 verpfändet Konrad, Herr von Trimberg, an Graf Heinrich von Weilnau die Hälfte seiner Güter zu Orb. 1292 überlies Luckard, Witwe des Grafen von Weilnau, die Hälfte ihrer Stadt Orb an Ulrich von Hanau und seinen Neffen Graf Heinrich von Weilnau.
  • 1292-1328 Herren von Trimberg in Kondominat mit den Herren von Brauneck;
  • 1292-1328 Herren von Brauneck in Kondominat mit den Herren von Trimberg;
  • 1328-1428 Erzbischöfe von Mainz;
  • 1428-1429 Herren von Hanau;
  • 1429-1564 Grafen von Hanau;
  • 1564-1665 Erzbischöfe von Mainz;
  • 1665-1721 Frankfurter Kaufleute in Kondominat mit den Freiherren von Schönborn;
  • 1665-1721 Freiherren von Schönborn in Kondominat mit den Frankfurter Kaufleuten;
  • 1721-1803 Erzbischöfe von Mainz
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1348 Pastor

Pfarrzugehörigkeit:

Ruralkapitel Roßdorf

1783 gehören zur Pfarrei außer Orb noch Alsberg, Lettgenbrunn und Villbach. 1788 wurde Alsberg Filiale, 1812 ganz abgelöst. Später nur noch der Hof Altenburg zugehörig.

Patronat:

Erzbischöfe von Mainz, 1360 wurden die Einkünfte der Kirche dem Kollegiatstift Amöneburg inkorporiert. Die Kollatur blieb bei den Erzbischöfen.

Klöster:

  • 1361 Ersterwähnung des Heiliggeisthospitals

Bekenntniswechsel:

Der Ort blieb katholisch, erste evangelische Pfarrei 1948.

Kirchliche Mittelbehörden:

1435 Sendgericht an den Pfarrer im Auftrag des Archidiakons

Dekanat mit den Pfarreien Alsberg, Aufenau, Lettgenbrunn, Oberndorf, Orb und Wirtheim

Erzdiözese Mainz, Archidiakonat des Propstes von St. Mariengreden, Dekanat Roßdorf

Juden:

Nach der Verfolgung im 14. Jahrhundert ist erstmals 1387 wieder ein Jude im Ort ansässig. Die nächste Niederlassung 1423 bezeugt. Von 1457 bis 1493 sind durchgehend Juden niedergelassen. Zunächst wird der Friedhof in Aufenau genutzt, seit den 1920er Jahren hat der Ort einen eigenen Friedhof.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Sitz eines mainzischen Amtes und eines Dekanates

Wirtschaft:

1064 Salinenbetrieb

Mühlen:

Zahlreiche Mühlen und Wasserräder im Bereich der Saline Orb sowie der Stadtlage

Markt:

1460 Wochenmarkt

1664 zwei Jahrmärkte

Münze:

1247-1258 Münzstätte

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Bad Orb, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12692> (Stand: 12.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde