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Herzogtum Nassau 1819 – 28. Merzhausen

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Cratzenbach

Ortsteil · 385 m über NN
Gemeinde Weilrod, Hochtaunuskreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

20 km südöstlich von Bad Homburg.

Lage und Verkehrslage:

Cratzenbach liegt 2,7 km nordwestlich von Altweilnau.

Ersterwähnung:

nach 1120

Siedlungsentwicklung:

Die kleine Siedlung, die sich um den Hof gebildet hatte, entwickelt sich zum heutigen Dorf, als der herrschaftliche Hof 1770 aufgesiedelt wird.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Ob sich die Ersterwähnung nach 1120 hierauf oder auf Alt-Kratzenbach bezieht, muss offen bleiben.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3456313, 5576804
UTM: 32 U 456256 5575013
WGS84: 50.32559379° N, 8.385455426° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

434013020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 450, davon 116 Acker (= 25.78 %), 39 Wiesen (= 8.67 %), 271 Holzungen (= 60.22 %)
  • 1961 (Hektar): 450, davon 276 Wald (= 61.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 131, davon 131 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 147, davon 132 evangelisch (= 89.80 %), 15 katholisch (= 10.20 %)
  • 1970: 159

Diagramme:

Cratzenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Grafschaft Usingen
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Usingen, Kirchspiel Rod an der Weil
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Usingen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Usingen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Usingen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis

Altkreis:

Usingen

Gericht:

  • Cratzenbach gehörte vom 15. bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts zum Gericht Neuweilnau.
  • 1816: Amt Usingen
  • 1849: Justizamt Usingen
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Usingen
  • 1867: Amtsgericht Usingen

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss von Cratzenbach, Gemünden, Rod a.d.Weil und Winden zur neu gebildeten Gemeinde Rod a.d. Weil. Diese ging am 31.7.1972 in der neuen Gemeinde Weilrod auf, wobei die Einzelgemeinden als Ortsteile benannt wurden.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Nach 1120 ist ein Hof des Mainzer Altmünsterklosters in Cratzenbach nachgewiesen, der einen Schilling Abgaben leistet. Der Besitz taucht in der Folge nicht mehr auf.
Kirche und Religion

Kirchliche Mittelbehörden:

Zum Mainzer Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Dekanat Kirberg gehörig.

Kultur

Schulen:

1862-1963: Dorfschule.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Größter Betrieb des Ortes war der herrschaftliche Gutshof, auf dem vor allem Schafe gezüchtet wurden. Er wurde 1771 an die Einwohner des Ortes verkauft und unter diesen aufgeteilt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Cratzenbach, Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11371> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde