Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Falkenstein (Nürings)

Stadtteil · 409 m über NN
Gemarkung Falkenstein, Gemeinde Königstein im Taunus, Hochtaunuskreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km südwestlich von Bad Homburg

Lage und Verkehrslage:

1,5 km nordöstlich von Königstein am Taunus

Siedlungsentwicklung:

Um 1330 war die Höhenburg bereits erbaut.

Als Philipp VI. von Falkenstein seine Besitzungen durch Graf Ulrich III. von Hanau gefährdet sah, brach er den Wetterauer Reichslandfrieden und wurde geächtet. Ulrich III. als Wetterauer Reichslandvogt sowie die vier Wetterauer Reichsstädte (Städtebund) waren mit der Exekution beauftragt. Während den militärischen Auseinandersetzungen wurde die Burg Nürings bzw. Neu-Falkenstein im Jahre 1365 zerstört.

Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burganlage mehrfach besetzt und geplündert.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Burg Nürings, welche im 11. Jahrhundert durch die Grafen von Nürings erbaut wurde und im 14. Jahrhundert aufgegeben wurde.

Burgen und Befestigungen:

  • Nach der Zerstörung im Jahre 1365 blieb die Burg Ruine; nördlich der Ruine wurde kurz nach dem Abgang von Nürings (Neu-Falkensteins) die Burg Falkenstein errichtet. Von der Burg Nürings sind lediglich die Mauerreste eines viereckigen Steinturmes erhalten geblieben.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3462854, 5562036
UTM: 32 U 462794 5560251
WGS84: 50.19328271° N, 8.478755425° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

434005010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 764, davon 43 Acker (= 5.63 %), 67 Wiesen (= 8.77 %), 636 Holzungen (= 83.25 %)
  • 1961 (Hektar): 760, davon 620 Wald (= 81.58 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 720, davon 195 evangelisch (= 27.08 %), 505 katholisch (= 70.14 %), 1 andere Christen (= 0.14 %), 18 Juden (= 2.50 %), 1 andere (= 0.14 %)
  • 1961: 2344, davon 1015 evangelisch (= 43.30 %), 1180 katholisch (= 50.34 %)
  • 1970: 3135 Einwohner

Diagramme:

Falkenstein (Nürings): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Obertaunuskreis
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis

Altkreis:

Obertaunuskreis

Gericht:

  • 1816: Amt Königstein
  • 1849: Justizamt Königstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
  • 1867: Amtsgericht Königstein

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die neu gebildete Stadtgemeinde Königstein im Taunus eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Burg:
  • Um 1330 hatten die Herren von Sponheim die Burg im Teilbesitz inne.
  • 1385 geht der Sponheimer Anteil an Nassau-Weilburg
  • Die Grafen von Nassau setzen die Herren von Hattstein und Kronberg als Amtmänner und Lehnsträger ein.
  • Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Burg Ganerbschaft der einstigen Burgmannen.
  • Am Anfang des 17. Jahrhunderts im Besitz der Herren von Staffel.
  • 1650-1770 im Besitz der Herren von Bettendorf

Ortsadel:

Bis 1171/72: Grafen von Nürings bzw. Norings

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1289: Pleban

Patrozinien:

  • Walpurga und Aegidius

Pfarrzugehörigkeit:

Vor 1460 wurde Falkenstein zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben.

Patronat:

Das Patronat hatten vor 1460 die von Eppstein-Königstein inne. Seit 1535 gehörte es den von Stolberg-Königstein.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kirchliche Mittelbehörden:

Ab 1107 zum Mainzer Archidiakonat St. Peter, Dekanat Eschborn gehörig

Im 15. Jahrhundert war Falkenstein nicht der Sendgerichtsbarkeit des Archidiakons unterworfen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Falkenstein (Nürings), Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11498> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde