Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
5616 Grävenwiesbach
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Herzogtum Nassau 1819 – 16. Kleeberg

Grävenwiesbach

Ortsteil · 297 m über NN
Gemeinde Grävenwiesbach, Hochtaunuskreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

21 km südöstlich von Bad Homburg.

Lage und Verkehrslage:

Grävenwiesbach liegt 8,2 km südöstlich von Usingen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Weilburg – Bad Homburg ("Weiltalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1909). Strecke ab hier Richtung Weilburg 1969 stillgelegt.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Grävenwiesbach – Solms/Albshausen ("Solmsbachtalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.11.1912) bis zur Stilllegung der Teilstrecke ab hier bis Hasselborn 1984.

Ersterwähnung:

1280

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • ville (1280)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3461426, 5583636
UTM: 32 U 461367 5581843
WGS84: 50.3873672° N, 8.456553454° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

434004010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1450, davon 462 Acker (= 31.86 %), 119 Wiesen (= 8.21 %), 791 Holzungen (= 54.55 %)
  • 1961 (Hektar): 1454, davon 818 Wald (= 56.26 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 639, davon 612 evangelisch (= 95.77 %), 6 katholisch (= 0.94 %), 21 Juden (= 3.29 %)
  • 1961: 1250, davon 927 evangelisch (= 74.16 %), 300 katholisch (= 24.00 %)
  • 1970: 1505

Diagramme:

Grävenwiesbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Grafschaft Usingen
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Usingen, Kirchspiel Grävenwiesbach
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Usingen
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Usingen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis
  • 1933: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Usingen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis

Altkreis:

Usingen

Gericht:

Herrschaft:

Bis 1280 Reichsgut.

Im Herrschaftsbereich der Grafen von Isenburg und Diez gelegen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Grävenwiesbach zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Grävenwiesbach.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • In Grävenwiesbach hatten die Grafen von Diez 1217/18, die Grafen von Peilstein-Mörle-Cleeberg 1217/18, die Herren von Eppstein 1316/17, die Herren von Falkenstein 1316/17 und die Herren von Isenburg 1280 Besitzungen.
  • Ebenso lassen sich Besitzungen der Abtei Schlüchtern 1216, der Abtei Seeligenstadt 1297 und des Klosters Thron 1287 nachweisen.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Seit 1388 eigenständige Pfarrei, zu Eschbach, die Hälfte von Laubach und wahrscheinlich Heinzenberg und Mönstadt gehörten.

Patronat:

Das Patronat gehörte 1388 der älteren Linie des Hauses Nassau-Weilburg. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts War es im besitz der von Nassau-Saarbrücken und ab 1574 besaßen es die von Nassau-Weilburg wieder.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in Nassau-Weilburg ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Grävenwiesbach-Eschbach

Zum Kirchspiel Grävenwiesbach gehörten die Orte Eschbach, die Hälfte von Laubach, Grävenwiesbach selbst und wahrscheinlich Heinzenberg und Mönstadt.

Wirtschaft

Mühlen:

1806 gehörten 3 Mühlen zu Grävenwiesbach.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Grävenwiesbach, Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11378> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde