Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ober-Eschbach

Stadtteil · 157 m über NN
Gemeinde Bad Homburg v. d. Höhe, Hochtaunuskreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

1,5 km südöstlich von Bad Homburg

Lage und Verkehrslage:

Der Ort liegt zwischen Gonzenheim und Oberursel.

Ersterwähnung:

772

Siedlungsentwicklung:

In der Gemarkung von Ober-Eschbach deuten archäologische Funde auf eine vorgeschichtliche Besiedelung hin.

Im frühen Mittelalter wird der Ort erstmals erwähnt und in karolingischen Urkunden lassen sich sich 35 Einträge Ober-Eschbach betreffend finden. Das Dorf entwickelte sich um die aus karolingischer Zeit stammenden Kirche und Gutshöfe (Oberhof, Unterhof) herum.

1048 wird ein Königshof in Ober-Eschbach erwähnt.

Im 30-jährigen Krieg wurden die Höfe teilweise zerstört.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Oberhof
  • Unterhof

Burgen und Befestigungen:

  • Die Kirche des Ortes war von Mauern umgeben und an das Gotteshaus wurde ein Turm gebaut, so dass man hier von einer Wehrkirche sprechen kann.
  • Die Stadtmauer, von der bei der neuen Schule noch Mauerreste zu sehen sind, entstand im 15. Jahrhundert

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3475138, 5564709
UTM: 32 U 475073 5562923
WGS84: 50.2179566° N, 8.650602718° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

434001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2665, davon 1833 Acker, 127 Wiesen, 706 Wald
  • 1961 (Hektar): 691, davon 182 Wald (= 26.34 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 1822, davon 1254 evangelisch (= 68.83 %), 528 katholisch (= 28.98 %)
  • 1970: 2490 Einwohner

Diagramme:

Ober-Eschbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Rodheim
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Rodheim (Militärverwaltung)
  • 1810: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Rodheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Vilbel
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Obertaunuskreis
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis

Altkreis:

Friedberg

Gericht:

  • 1821: Landgericht Groß-Karben
  • 1853: Landgericht Vilbel
  • 1879: Amtsgericht Vilbel

Herrschaft:

Bis 1048 war Ober-Eschbach Reichsgut.

1255 kommt Ober-Eschbach an die Herren von Falkenstein.

1416 kommt der Ort unter die Herrschaft des Erzbistums Mainz.

1419 werden die Herren von Eppstein von mainz mit Ober-Eschbach belehnt.

Seit 1487 zum Herrschaftsbereich der Grafen von Hanau gehörig.

Seit 1810 zum Großherzogtum Hessen gehörig.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die neu gebildete Stadtgemeinde Bad Homburg v.d. Höhe eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 774 schenkte eine Frau namens Erchenswind die Kirche dem Kloster Lorsch.
  • Der Oberhof war im Besitz der Freiherren von Ingelheim.
  • Der Unterhof gehörte den Herren von Riedesel zu Bellersheim.
  • 1487 wurde der Ort an Graf Philipp von Hanau verkauft.
  • Nach dem 30-jährigen Krieg kaufte der Frankfurter Kaufmann Johannes Ochs den Oberhof.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 774: Kirche
  • 13. Jahrhundert: Kirchenneubau
  • 1731: Einweihung der lutherischen Kirche "Zur Himmelspforte"

Patrozinien:

  • Petrus

Pfarrzugehörigkeit:

Ab 1320 ist Ober-Eschbach eine eigenständige Pfarrei, zu der Gonzenheim, die Hälfte von Holzhausen und die Burg Königstein gehörten.

Ab 1476 ist der Ort der Marienkirche in Königstein inkorporiert.

Patronat:

Ab 1219 ist das Patronat im Besitz der Herren von Münzenberg.

1255 befindet es sich bei den Herren von Falkenstein.

1416 tragen die Herren von Falkenstein das Patronat den Erzbischöfen von Köln zu Lehen auf.

1419 geht das Patronat an die Herren von Eppstein über.

1433 gehört es den Herren von Eppstein-Königstein.

1535 geht das Patronat an die Herren von Stolberg-Königstein über.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Ludwig Münster um 1550

Reformierter Bekenntniswechsel: 1596

1659 Recht auf freie Religionsausübung für die lutherischen Bewohner, 1672 erster lutherischer Gottesdienst, seit 1704 von Rodheim versehen, seit 1720 eigenständige lutherische Gemeinde.

Seit 1822 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden:

Ab 1107 zum Archidiakonat St. Peter, Dekanat Eschborn gehörig

Kultur

Historische Ereignisse:

1823 wurde die alte Kirche aufgegeben und als Rathaus und Schule weiter genutzt.

1933 führte die Reichsautobahn durch die Gemarkung von Ober-Eschenbach.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Schon 773 wird die wirtschaftliche Nutzung der Salzquellen bezeugt.

Das Dorf lebte von der Landwirtschaft. An Ober- und Unterhof waren Schäfereien und Mühlen angeschlossen.

Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges entstand der aus dem alten Oberhof das Gasthaus "Hessischer Hof" im Besitz von Johannes Ochs.

Neben der Landwirtschaft stellte die Strumpfweberei, die in Heimarbeit betrieben wurde, bis ins 19 Jahrhundert einen wichtigen Erwerbszweig dar.

Als die Strumpfweberei im 19. Jahrhundert aufgegeben wurde, widmete man si

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ober-Eschbach, Hochtaunuskreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11584> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde