Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Burg Waldau

Burg
Gemarkung Wahlen, Gemeinde Grasellenbach, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

15 km östlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

Am Südrand des Dorfes Wahlen

Burgtyp: Wasserburg

Laufzeit: (12./13. Jahrhundert - 15. Jahrhundert)

Besitzgeschichte: "Wohl als Lehen des Klosters Lorsch im Besitz einer Adelsfamilie von Waldau, die anscheinend im 13. Jh. ausstarb. Berthold von Waldau wurde 1255 urkundlich genannt. Nach der Auflösung des Klosterbesitzes scheinen 1232 die Pfalzgrafen als Landesherren in den Besitz von Waldau gekommen zu sein. 1359 bewilligte Pfalzgraf Ruprecht den Verkauf von Waldau durch Hartmut von Cronberg an Rudolf von Beckingen. 1423 wurde die Burg letztmalig erwähnt." (Knappe, Burgen in Hessen, S. 575)

Baubeschreibung: Bei einer Grabung im Jahr 1890 wurden die Fundamentmauern einer Kapelle (7,50 x 6,30 m mit einer 2,50 m tiefen Apsis; Mauerstärke zwischen 85-95 cm) entdeckt. "Die Mauern derselben ruhen auf einer sehr festen Gussmasse, die geeignet ist, das Grundwasser abzuhalten und einen Hochbau zu tragen. Sie hat eine Mächtigkeit von etwa 1 m und erstreckt sich um die ganze Kapellenanlage in einer Entfernung von 4 m." (Giess, Burg Waldau, S. 429)

Das Areal der Kapelle wurde von zwei kreisförmigen Wassergräben umfasst. Fundamente einer Ringmauer zwischen dem inneren Graben und der Kapelle konnten nicht nachgewiesen werden. "Die Trümmer der Ringmauer, darunter schwere Quadersteine mit Randschlag, liegen allerdings massenhaft im Graben, und man wird daher bei einem so mächtigen Bauwerk auf schlechtem Baugrund einen Pfahlrost, auf dem die untersten Mauerschichten ruhten, voraussetzen dürfen. Dass die Ringmauer nach der Zerstörung der Burg der Gewinnung von Baumaterial halber bis auf den Grund ausgebrochen wurden, ist wohl nicht anzunehmen, da, wie bemerkt, eine Menge schöner Bausteine in geringer Tiefe im Graben liegen und die Grundmauern der Kapelle so zu sagen an der Oberfläche stecken geblieben sind." (Giess, Burg Waldau)

Innerhalb des Areals, welches von dem inneren Graben umfasst ist, wurden auch, mit Ausnahme der Kapelle, keine Gebäudefundamente aufgefunden, so dass die Gebäude wohl im Wesentlichen aus Holz gefertigt waren. Der Zugang erfolgte wohl über eine aus Eichenstämmen erbauten Bockbrücke in nördlicher Richtung.

Abgang: Die hölzernen Funde wiesen Brandspuren auf, so dass eine Zerstörung der Burg durch Brand vermutet werden kann.

Erhaltungszustand: Keine Baureste

Funde: Funde aus den Jahren 1890 und 1893: Fragmente irdener Gefäße, Hufeisen, eiserne Nägel, zahlreiche Holzgegenstände 16 Kugeln aus Sandstein (Durchmesser 12-16 cm)

Sonstiges: Keine urkundlichen Belege

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3489253, 5497112
UTM: 32 U 489182 5495353
WGS84: 49.61064594° N, 8.850258673° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43100906002

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Waldau, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14851> (Stand: 28.5.2014)
 
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