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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 41. Borken

Gombeth

Stadtteil · 179 m über NN
Gemeinde Borken (Hessen), Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km südöstlich von Fritzlar.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit komplexem Grundriss am Nord-Ufer der Schwalm. Im dicht bebauten Kernbereich des Ortes Kirche in zentraler Lage. Im Norden halbkreisförmiger Umriss; im Westen, vorwiegend vom Ortskern abgesetzt, beiderseitige Bebauung der Straße nach Großenenglis. Am Süd-Ufer an der Schwalmbrücke Mühle. Moderne Wohnsiedlung im Osten und Nordwesten.

Straße nach Großenenglis.

Ersterwähnung:

807

Historische Namensformen:

  • Guntbotere marca, in (807) (Glöckner, Codex Laur. Nr. 3588)
  • Gumbethde, in (1123)
  • Gvmpette (1223)
  • Gumpete, in (1265)
  • Gvmpeht (1285)
  • Gumpetehe (1285)
  • Gumpetthe (1290)
  • Gunpetthe, in (1290)
  • Gvmpeth, in (1293)
  • Gumphete (1295)
  • Gunbette, zu (1395)
  • Gompette (1434)
  • Gumpert, zum (1540)
  • Gumbeth (1575/85)
  • Gumpaht (1597)
  • Gompett (1610)
  • Gumbehtt (1610)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1223: villa.
  • 1285: curia.
  • 1537: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Fabrik,
  • Gombether Mühle,
  • Wüstung Bergheim,
  • Wüstung Neue Mühle,
  • Wüstung Schleiferei.

Umlegung der Flur:

1890/94

Älteste Gemarkungskarte:

1743

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3520543, 5658977
UTM: 32 U 520461 5657153
WGS84: 51.06553481° N, 9.292001557° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634001050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 1653 Land, 420 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 554, davon 412 Acker (= 74.37 %), 93 Wiesen (= 16.79 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 550, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 29 Häuser. Um 1570: 44, 1575/85: 40 Hausgesesse.
  • 1639: 9 verheiratete, 4 verwitwete Hausgesesse.
  • 1724: 101 Personen. 1747: 51 Haushalte. 1783: 331 Einwohner.
  • 1834: 607, 1885: 524 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 524, davon 520 evangelisch (= 99.24 %), 4 katholisch (= 0.76 %)
  • 1925: 536, 1939: 585, 1950: 988, 1961: 955, 1970: 1013 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 92 Land- und Forstwirtschaft, 230 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 33 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 955, davon 789 evangelisch (= 82.62 %), 145 katholisch (= 15.18 %)

Diagramme:

Gombeth: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 807: in pago Hessen
  • 1223: landgräfliche Vogtei
  • 1376: Amt Homberg
  • 1431/36: Amt Borken
  • 1537: landgräfliches Gericht
  • 1575/85 und später: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Wabern
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1843: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Richtplatz: Galgenäcker. Letzte Hinrichtung 1705. Außerdem Flurname am Gerichte.
  • 1822: Justizamt Fritzlar
  • 1843: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 807: Brunicho überträgt dem Kloster Lorsch 2 Mansen, 60 Joch und 1 Bifang von 200 Joch mit Hörigen in der Gombeth-Mark.
  • 1123: Erzbischof Adalbert von Mainz bestätigt dem Kloster Hasungen seinen Besitz, darunter einen halben Mansus in Goombeth von Reginhard.
  • 1209: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Gombeth; desgleichen um 1310.
  • 1223: Landgraf Ludwig genehmigt dem Kloster Weißenstein den Kauf von 2 Mansen in der landgräflichen Vogtei.
  • 1252: Burghard genannt Prusse tauscht mit Kloster Weißenstein Äcker zu Gombeth.
  • 1256: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Weißenstein 3 Hufen zu Gombeth.
  • 1285: Kloster Weißenstein verkauft dem Deutschen Orden Marburg den Hof zu Gombeth.
  • 1290: Ritter Wittekind von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg die Fischerei zu Gombeth; der Deutsche Orden Marburg erhält aus dem Erbe eines Fritzlarer Bürgers eine Hufe zu Gombeth.
  • 1291: Reinhard von Altenburg entsagt Ansprüchen an der Fischerei Gombeth; Ritter Hermann von Wolfershausen verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine halbe Hufe zu Gombeth.
  • 1292: Ritter Werner von Löwenstein-Schweinsberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seinen Hof zu Gombeth.
  • 1293: Die von Bischofshausen und von Löwenstein verkaufen dem Deutschen Orden Marburg ihre restlichen Güter zu Gombeth.
  • 1294: Johann von Homberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seine Güter zu Gombeth.
  • 1295: Johann von Homberg und der Deutsche Orden Marburg einigen sich über die Novalien zu Gombeth.
  • 1297: Ritter Heinrich von Homberg bekundet den Güterverkauf seines Neffen Johann an den Deutschen Orden Marburg zu Gombeth.
  • 1316: Heinrich von Goddenhausen verkauft seine Güter zu Gombeth an Kloster Breitenau.
  • 1317: Die von Dillich verkaufen eine Hufe zu Gombeth an Johann von Grabenau.
  • 1319: Priester Heinrich von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine Hube zu Gombeth.
  • 1322: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Spieskappel einen Zins zu Gombeth.
  • 1348: Stift Fritzlar überlässt dem Kloster Spieskappel tauschweise ein Allod zu Gombeth.
  • 1351: Konrad Foßzal schenkt dem Kloster Homberg einen Zins zu Gombeth.
  • 1364: Kloster Spieskappel erhält eine Korngülte aus Gombeth.
  • 1372: Die Landgrafen verschreiben eine Hafergülte zu Gombeth.
  • 1376: Die Schäfer zu Gombeth zahlen dem Homberger Rentmeister Schafbede.
  • 1425: Mainz bezieht erstmals Geld- und Hühnerzinse aus Gombeth.
  • 1474: Der Homberger Bürger Mut Glasewald verkauft an den Fritzlarer Bürgermeister Heinrich Wildenkerte seine Erbhufen vor Gombeth.

Zehntverhältnisse:

1265: Die von Holzheim haben halben Zehnten zu Goombeth verpfändet.

1395: Wigand Goswin hat als Falkenberger Lehen Teil des Zehnten zu Gombeth inne.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1251: ecclesiasticus.
  • 1345: plebanus.

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche;

noch 1527 selbständige Pfarrei.

Seit 1551: Gombeth eingepfarrt nach Groß-Englis.

1747 und später: Gombeth Filiale von Groß-Englis.

Patronat:

1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit der Kirche zu Gombeth; folgend Belehnungen bis 1606.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Dormann (identisch mit Johannes Gumpette) 1527-1551, war 1521 Pleban

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Mardorf.

Juden:

1835: 1 Jude.

Flurname Judenecke.

Wirtschaft

Wirtschaft:

1584: Eisenerz aus Gombeth.

1900-1909: Braunkohle im Tagebau; etwa 120 Beschäftigte.

1909 wegen Wassereinbruch geschlossen.

Seit 1842 Tage- und ab 1951/52 Tiefbau Altenburg II.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gombeth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4134> (Stand: 16.10.2018)
 
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