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Krutzen

Wüstung · 129 m über NN
Gemarkung Frankfurt-Kalbach, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Wüstung

Lagebezug:

7 km nordwestlich von Frankfurt am Main

Ersterwähnung:

1256

Siedlungsentwicklung:

Ausgrabungen aus den Jahren 1983-85 erwiesen dicht südlich der Bonifatiusquelle seit dem späten 8. Jahrhundert ein Gehöft mit ebenerdigem Wohnhaus und zugehörigen Grubenhäusern, zu dem eine als Eigenkirche anzusehende Holzkirche gehörte, die aufgrund einer Münze spätestens in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts vorhanden und von Bestattungen umgeben war. Im 9./10. Jahrhundert erfolgte zunächst ein Ausbau der Sieldung, bevor sich der Charakter zu einem rein kirchlich geprägten Platz wandelte. Etwa Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgte an der Südostecke der Kirche der Anbau einer Brunnenkapelle, die im 13. Jahrhundert wieder aufgegeben wurde. Der Ort war noch im 14./15. Jahrhundert bewohnt und noch nach Aufgabe und Abbruch der Kirche in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde auf dem Friedhof bestatten.

Historische Namensformen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3474254, 5560168
UTM: 32 U 474189 5558384
WGS84: 50.1770952° N, 8.638524892° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

41200084302

Verfassung

Altkreis:

Obertaunuskreis

Gericht:

  • Gerichtsspiel Weißkirchen
Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1310 belehnt der Abt Heinrich V. von Fulda Siegfried von Eppstein mit dem Stiftshof zu Kalbach, vier Höfen dasselbst, genannt des Kargengut und dem Patronatsrecht über die Kirche zu Krutzen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1256: Kirche
  • 1310: Pfarrei

Patrozinien:

  • Bonifatius (1310)

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Kirchspiel gehörten die Hälfte von Kalbach, die Wüstung Niederstedten und Weißkirchen.

Patronat:

Das Patronat hatte im 13. Jahrhundert Wortwin von Steinheim als eppsteinisches (After-) Lehen. Doch bereits im 13. Jahrhundert waren die Patronatsrechte zwischen den Eppsteinern und den Rittern von Vilbel umstritten. Am 27. Februar 1462 belehnte der Abt von Fulda den Grafen Kuno von Solms u.a. mit dem Patronat zu Krutzen.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Eschborn

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Krutzen, Stadt Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11753> (Stand: 8.11.2017)
 
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