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4922 Homberg (Efze)
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Unshausen

Ortsteil · 178 m über NN
Gemeinde Wabern, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km nördlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaftem Grundriss auf langem, nach Westen zur Schwalm/Efze-Niederung ziehenden Hang. Annähernd quadratischer Ortsumriss und gitterförmig regelhaftes Wegenetz; angelehnt an die durch den östlichen Ortsbereich führende Bundesstraße 254. Kirche mit rechteckigem Kirchhof westlich der Durchgangsstraße. Moderne Wohnsiedlung im Norden.

Die Bundesstraße 254 von Wabern nach Hebel führt durch den östlichen Ortsbereich.

Ersterwähnung:

1196

Siedlungsentwicklung:

Östlich des Dorfes karolingerzeitliche Keramikfunde.

Historische Namensformen:

  • Unshusen, in (1196) (Staatsarchiv Marburg Urkunden Kloster Spieskappel)
  • Ungishusin (1235)
  • Unneshusen (1248) (UA Kappel)
  • Unshusin, in (1294)
  • Unßhusen (1423)
  • Onshusen, von (1425)
  • Unshussen (1426)
  • Onshusin (1448)
  • Onshusen (1494) (HStAM Best. Urk. 20 (Kartause Eppenberg))
  • Unshußen (1501)
  • Unnshußen (1506)
  • Unßhausen (1597)
  • Unshausen (1712)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1235: curia.
  • 1269: villa.
  • 1404: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Hermannsburg.

Umlegung der Flur:

1895

Älteste Gemarkungskarte:

1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526268, 5660892
UTM: 32 U 526183 5659067
WGS84: 51.08251509° N, 9.373809536° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634025070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 862 Land, 224 Wiesen, 176 Wald.
  • 1885 (Hektar): 379, davon 231 Acker (= 60.95 %), 67 Wiesen (= 17.68 %), 30 Holzungen (= 7.92 %)
  • 1961 (Hektar): 380, davon 33 Wald (= 8.68 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 28 Hausgesesse
  • 1742 und 1747: 31 Häuser bzw. Hausgeseß, 140 Einwohner.
  • 1834: 254, 1885: 285 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 285, davon 285 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 296, 1939: 296, 1950: 501, 1961: 397 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 76 Land- und Porstwirtschaft, 71 Produzierendes Gewerbe, 26 Handel und Verkehr, 15 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 397, davon 338 evangelisch (= 85.14 %), 55 katholisch (= 13.85 %)

Diagramme:

Unshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1338 / um 1350: iurisdictio Gensungen
  • 1496: Landgrafschaft Hessen, Amt Felsberg
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg, Grebenstuhl Harle
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Gensungen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Felsberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1843: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1822: Justizamt Felsberg
  • 1843: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform in die neu gebildete Gemeinde Wabern eingegliedert, deren Ortsteil Unshausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197: Papst Cölestin III. bestätigt dem Kloster Spieskappel Einkünfte zu Unshausen.
  • 1235: Landgraf Konrad nimmt Hof des Klosters Spieskappel zu Unshausen in Schutz.
  • 1248: Konrad von Hebel verkauft einen Teil eines Waldes bei Unshausen an Kloster Spieskappel.
  • 1263: Güter zu Unshausen, die Heinrich von Uttershausen dem Kloster Haina verkaufte und auf die die von Srubenecke Ansprüche erhoben, werden dem Kloster Haina zugesprochen.
  • 1294: Die von Gershausen verkaufen dem Deutschen Orden Marburg ihre Güter zu Unshausen.
  • 1348: Der Fritzlarer Kantor Hermann Falkenberg stiftet Äcker zu Unshausen.
  • 1370: Johann von Linne versetzt mit landgräflicher Genehmigung aus seinem Teil am Dorf Unshausen.
  • 1404: Die von Holzheim, von Elben und von Gilsa durch Landgraf Hermann mit Dorf Unshausen belehnt.
  • 1409: Die von Falkenberg verkaufen ihre Äcker zu Unshausen an Wigand Schröder, Bürger zu Homberg.
  • 1412: Contzmann von Falkenberg verschreibt dem Henne König Wiese und Äcker zu Unshausen.
  • 1414: Thilo von Falkenberg verkauft Acker und Wiese zu Unshausen an Thilo Nase.
  • 1416: Die von Falkenberg verschreiben Äcker und Wiese zu Unshausen dem Heinrich Gluck, Bürger zu Homberg.
  • 1422: Die von Falkenberg gestatten die Lösung ihres Gütchens zu Unshausen.
  • 1426: Henne Syle verkauft dem Kloster Homberg einen Zins von einer Hofstatt zu Unshausen.
  • 1429: Werner von Löwenstein-Westerburg belehnt mit Gütern und Zehnten zu Unshausen; folgend Belehnungen bis 1501.
  • 1436: Die von Falkenberg überlassen dem Heinz Scheffer das Gütchen zu Unshausen.
  • 1447: Henne Wicke aus Unshausen verkauft eine Wiese zu Unshausen an Kloster Spieskappel zu Waldrecht.
  • 1448: Wigand Stuven aus Unshausen verkauft einen Zins aus seinem Hof zu Unshausen.
  • 1536: Hans von Falkenberg verkauft sein halbes Gut zu Unshausen.
  • 1597: Landgraf Moritz überträgt seinem Hofschneider Wigand Leicht 79 Äcker vor Unshausen.

Zehntverhältnisse:

1269: Die von Witzenhausen verkaufen ihren Zehnten zu Unshausen.

1395: Hermann Bischoff hat als Falkenberger Lehen einen halben Zehnten zu Unshausen inne.

1417: Kunne von Caßdorf überträgt den Gluck ihren Teil am Zehnten zu Unshausen.

1429: Werner von Löwenstein-Westerburg belehnt mit Gütern und Zehnten zu Unshausen; folgend Belehnungen bis 1501.

1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit Zehnten zu Unshausen.

1478: Kuntzmann von Falkenberg belehnt Otto Reymold mit einem Achtel Zehnten zu Unshausen, desgleichen 1484 noch einmal mit einem Viertel Zehnten; folgend Belehnungen bis 1597.

1501: Löwenstein zu Löwenstein belehnt einen Homberger Bürger mit Spitalzehnten zu Unshausen.

1501: Stift Hersfeld belehnt Hans von Falkenberg mit Zehnten zu Unshausen; folgend Belehnungen bis 1606.

1506: Stift Fritzlar belehnt Philipp Katzmann mit Zehnten zu Unshausen, heimgefallen von Heinrich Süß.

1606: Die von Falkenberg belehnen Reinhard von Aula genannt Cyriaci mit Zehnten zu Unshausen.

1615: Kammermeister Schick belehnt denselben mit den Zehnten.

1652: Die Familie Cyriaci nach den von Falkenberg mit Zehnten zu Unshausen belehnt; folgend Belehnungen bis 1733.

1665: Landgräfin Hedwig Sophie belehnt Henrich Philipp Ries mit einem Viertel Hersfelder Zehnten zu Unshausen; folgend Belehnungen bis 1824. 1712: Landgraf Carl belehnt Johann Kaspar Murhart mit einem Viertel Zehnten zu Unshausen; folgend Belehnungen bis 1841.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1575/85: Unshausen Filiale von Berge.

Im 30jährigen Krieg mit Harle (Altkreis Melsungen) verbunden.

1657 und später: Unshausen Filiale von Berge.

Dazwischen 1813 Hesserode (Altkreis Melsungen) mit Unshausen verbunden.

1960 und später: Unshausen Filiale von Hebel.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1686: Schulstelle Dotation des Landgrafen Carl.

1829: Der Zuckersieder Johann Georg Wicke in London vermacht der Pfarrei Unshausen 400 Pfund Sterling zur Erziehung und Bekleidung würdiger Kinder.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Unshausen, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4063> (Stand: 16.10.2018)
 
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