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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 31. Felsberg

Maden (Großmaden)

Stadtteil · 189 m über NN
Gemarkung Maden, Gemeinde Gudensberg, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

1,4 km südöstlich von Gudensberg.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und dichter Gehöftanordnung unterhalb des Madersteins. Kirche mit rechteckig ummauertem Kirchhof und Lindenplatz in zentraler Lage. Moderne Wohnsiedlung im Nordosten und Norden.

Die Straße von Ober-Vorschütz zur Bundesstraße 254 führt durch den südwestlichen Randbereich der Siedlung.

Ersterwähnung:

(775-786)

Siedlungsentwicklung:

Am Südwest-Fuß des Madersteins kaiserzeitliche und karolingerzeitliche Siedlungsrelikte.

Historische Namensformen:

  • Mathanon, in (775-786) [Kopialbuch Mitte 12. Jh. Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1, Nr. 38 (2), Breviarium sancti Lulli, S. 18]
  • Madanvn (1046)
  • Madena (1061)
  • Mathenun (1074)
  • Mathen maiori, in (1209)
  • Mathen (1217)
  • Maden (1225)
  • Madin, in (1257)
  • maiori Maden, in (1295)
  • Madyn (1364)
  • Moidin (1504)
  • Madenn (1575/85)
  • Madden (1579)
  • Mahden (1735)
  • Groß-Maden
  • Groß-Maden
  • Maden, Groß-

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1061: villa.
  • 1369: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Richardsberg,
  • Wüstung Hain,
  • Wüstung Lützelmaden,
  • Wüstung Mattium (?).

Umlegung der Flur:

1885

Älteste Gemarkungskarte:

1685

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3526419, 5670004
UTM: 32 U 526334 5668176
WGS84: 51.16441181° N, 9.37663079° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634007060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1742 (Kasseler Acker): 1435 Land, 218 Wiesen und Weiden.
  • 1885 (Hektar): 577, davon 415 Acker (= 71.92 %), 51 Wiesen (= 8.84 %), 70 Holzungen (= 12.13 %)
  • 1961 (Hektar): 570, davon 69 Wald (= 12.11 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 37 Hausgesesse.
  • 1682: 34 Hausgesesse.
  • 1735: 42 Mannschaft, 1742 und 1747: 55 Häuser bzw. Hausgesesse.
  • 1818: 331, 1834: 458, 1885: 476 Einwohner.
  • 1861: 416 evangelisch-reformierte, 37 jüdische Einwohner.
  • 1885: 476, davon 448 evangelisch (= 94.12 %), 5 katholisch (= 1.05 %), 22 Juden (= 4.62 %), 1 andere (= 0.21 %)
  • 1925: 507, 1939: 534, 1950: 763, 1961: 643 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 126 Land- und Forstwirtschaft, 158 Produzierendes Gewerbe, 24 Handel und Verkehr, 31 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 642, davon 586 evangelisch (= 91.28 %), 37 katholisch (= 5.76 %)

Diagramme:

Maden (Großmaden): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 800: Hessengau (in pago Hassorum)
  • Um 1230: sedes iudicialis.
  • 1064: in pago Hessin in comitatu Werinheri
  • 1253: in provinciali placito
  • 1325: Grafschaft und Landgericht zu Hessen, das man nennet das Gericht zu Maden
  • 1497 und 1575/85: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
  • 1742: Amt Gudensberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Gudensberg
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fritzlar
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • Alte Malstätte der Grafschaft Hessen, Sitz des höchsten Gerichts. Grafschaft vermutlich durch Kaiser Otto I. an Erzbischof von Mainz gegeben, dann Mainzer Lehen der Gisonen, seit 1122 der Landgrafen von Thüringen, dann Hessen.
  • 14. Jahrhundert: Niederes Gericht zur Hälfte hessisches Lehen Albert Lugelins, danach 5 Achtel Lehen Gerlachs von Linne. Ende 14. Jahrhundert hat Albert Lugelin ein halbes Achtel Gericht als hessisches Lehen.
  • 1428: Die Holzsadel vom Landgraf mit der Hälfte des Dorfes belehnt.
  • 1485-1492: Die von Linne besitzen 5 Achtel niederes Gericht; 1489: auch Thimo von Wildungen hat daran Anteil.
  • 1506: Landgraf Wilhelm belehnt seinen natürlichen Bruder Wilhelm von Hessen, Freiherr von Landsburg, mit 5 Achtel Gericht.
  • Seit 1527: von Boyneburg gehört eine Hälfte Gericht.
  • 1575/85 und 1682: niederes Gericht von Boyneburg, peinliches Gericht Hessen.
  • 1217: apud locum iudicialem Maden.
  • 1230: sedes iudicialis; milites ac rustici provinciales ad idem consilium pertinentes.
  • iudex provincialis 1259.
  • iudex 1272.
  • 1807: Friedensgericht Gudensberg
  • vor 1822: Kurhessisches Amt Gudensberg
  • 1822: Jusitzamt Gudensberg
  • 1867: Amtsgericht Gudensberg
  • 1943: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Gudensberg)
  • 1879: Amtsgericht Gudensberg
  • 1971: Amtsgericht Fritzlar

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Stadtteil Gudensberg eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 800: Stift Hersfeld hat Besitz in Maden.
  • 1046 und 1061: Kloster Hasungen hat Besitz in Maden.
  • 1074: Erzbischof Adalbert I. von Mainz hat dem Kloster Hasungen bei seiner Gründung Güter zu Maden geschenkt (Fälschung).
  • 1209: Stift Fritzlar hat Zehnteinkünfte zu Maden; folgend um 1310 und noch um 1450.
  • 1225: Kloster Merxhausen tauscht vom Stift Hersfeld 4 Hufen zu Maden ein.
  • 1257: Ritter Burkhard Printsa verkauft alle seine Güter zu Maden dem Kloster Breitenau
  • 1295: Luitgard von Buchenau, verwitwete von Stein, verkauft 3 Hufen zu Groß-Maden an Stift Fritzlar.
  • 1302: Werner von Reichenbach, Kantor zu Fritzlar, schenkt seinem Stift eine Kornrente zu Maden.
  • 1313: Hermann Hund besitzt 4 Hufen zu Maden als hessisches Lehen, vermutlich in seiner Eigenschaft als Amtmann von Gudensberg.
  • 1323: Kloster Spieskappel kauft 6 Hufen zu Maden.
  • 1331: Betlindis, Witwe des Johann von Gudensberg, verzichtet auf Güter zu Maden.
  • 1335: Kloster Breitenau verleiht seinen Hof zu Maden.
  • 1346: Priester Konrad Blilheld schenkt dem Allerheiligsten-Altar zu Gudensberg 2 Äcker zu Maden.
  • 1359: Kloster Breitenau belehnt Hermann von Elben mit Hof und Acker zu Maden.
  • 1360: Johann von Linne erhält von Kloster Spieskappel ein Vorwerk zu Maden zu Landsiedelrecht.
  • 1364: Kloster Spieskappel verkauft sein von Denhard von Hebel gekauftes Vorwerk zu Maden an Johann von Linne.
  • 1369: Gerlach von Linne verkauft seinen freien Hof zu Maden an Göbel Schenkeler.
  • 1373: Derselbe weist dem Landgrafen einen Zins zu Maden an; die von Grifte verkaufen 4 Malter Korn aus ihren 4 Höfen zu Maden.
  • 1375: Dieselben versetzen Güter zu Maden.
  • 1377: Dieselben verkaufen Güter zu Maden an Stift Fulda.
  • 1387: Gerlach von Linne verkauft 1 1/2 Acker zu Maden; Landgraf Hermann belehnt Ludwig von Wildungen mit vormals Schartenberg`schen Gut zu Maden; folgend bis 1407; ab 1594-1823 die von Heßberg.
  • 1396: Hans von Glasewald in Fritzlar besitzt Güter zu Maden.
  • 1410: Die von Linne versetzen dem Landgrafen Hermann ihren Hof zu Maden; die von Dalwigk tauschen mit Landgraf Hermann ihren Garten zu Maden gegen eine Hofstatt dort.
  • 1483: Die Riedesel verkaufen ihren Hof zu Maden an Philipp von Hundelshausen.
  • 1485: Landgraf Wilhelm belehnt Otto von Linne mit 1/2 Dorf Maden; desgleichen bis 1494.
  • 1489: Derselbe belehnt Thimo von Wildungen mit Dorf Maden.
  • 1504: Heinrich von Löwenstein erhält in Erbteilung Hof zu Maden.
  • 1506: Landgraf Wilhelm belehnt Wilhelm von Hessen, Freiherr von der Landsburg, mit 1/2 Dorf Maden; folgend bis 1520.
  • 1515: Landgraf Philipp belehnt Jost von Wildungen mit bisherigen Lehen der von Schartenberg zu Maden.
  • 1527: Derselbe belehnt Lugelin und Boyneburg mit einem Teil an Maden, ab 1564 die von Boyneburg, ab 1571 mit 1/2 Teil an Maden, folgend bis 1799.
  • 1545: Landgraf Philipp belehnt die von Buttlar mit einer Hufe zu Maden; folgend bis 1822.
  • 1575/85: Die von Elben und von Wildungen haben Güter und Gefalle zu Maden als hessisches Lehen.
  • 1590: Landgraf Wilhelm belehnt Philipp Wilhelm von Cornberg mit Gütern zu Maden, die vormals die von Schartenberg innehatten.

Ortsadel:

1267-1365.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1248: plebanus.

Patrozinien:

  • Margarethe (1394); Peter (1492)

Pfarrzugehörigkeit:

Noch 1557: eigene Pfarrei.

1569 und 1575/85: Pfarrei Maden von Gudensberg versehen.

Im 17. Jahrhundert bis 1744: Madener Vikariat von Ober-Vorschütz versehen; danach selbständige Pfarrei.

1787-1796: Maden von Ober-Vonschütz versehen.

Ab 1796: eigener Pfarrer.

Seit 1839 und später: Madener Vikariat von Ober-Vorschütz.

Patronat:

Kurz nach 1376: Albert Lugelin hat Kirchsatz als hessisches Lehen.

1428: Landgraf Ludwig belehnt Hermann Holzsadel mit dem Teil der von Linne am Kirchsatz; folgend Belehnungen 1489 und 1494.

1527: von Boyneburg-Lengsfeld durch Landgraf Philipp mit Patronat belehnt, noch 1682.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Bessau vor 1554 bis nach 1557, wohnte in Gudensberg

Kirchliche Mittelbehörden:

Archipresbyterat Fritzlar.

Juden:

1646: 2; 1835: 34, 1861: 37 Juden; 1905: 9 Juden

Friedhof liegt in Obervorschütz.

Kultur

Historische Ereignisse:

1233: Landgraf Konrad in Maden.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Maden (Großmaden), Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3991> (Stand: 12.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde