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4922 Homberg (Efze)
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 42. Homberg

Mosheim

Ortsteil · 275 m über NN
Gemeinde Malsfeld, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nordöstlich von Homberg (Efze).

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Norden auslaufendem Hang im Quellbereich des Weidenbachs. Kirche auf Platz in zentraler Lage.

Straßen Hombergshausen - Hilgershausen und Hessenrode - Ostheim treffen sich im Ortsbereich.

Ersterwähnung:

800

Historische Namensformen:

  • Mazheimere marca (780-802) [Stengel Fuldaer Urkundenbuch Nr. 498]
  • Mazheim um (800) [Weirich Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld 1,1 Nr. 38]
  • Mazem, de (1231)
  • Mashem (1266)
  • Mosheim (1389) [XVI]
  • Matzem (1389) [XVI]
  • Masheym (1337)
  • Masheim, de (1344)
  • Moßheym (1376)
  • Moysheim, zu (1395)
  • Maßheim (1428)
  • Massheim (1454)
  • Moysheym (1502)
  • Moßhaim (1508)
  • Marßheim (1520)
  • Mossem (1537)
  • Maaßheimb (1597)
  • Mosheimb (1600)

Bezeichnung der Siedlung:

  • Um 800: locus.
  • 1234 und 1267: villicatio.
  • 1294: villa.
  • 1428: Dorf.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Wüstung Wickenrod,
  • Wüstung Wolfshausen (vgl. Hombergshausen).

Älteste Gemarkungskarte:

ca. 1730

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3532407, 5661160
UTM: 32 U 532320 5659335
WGS84: 51.08461068° N, 9.461439674° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634013050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 46 1/2 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 1606 Land, 275 Wiesen, 746 Wald.
  • 1885 (Hektar): 664, davon 391 Acker (= 58.89 %), 66 Wiesen (= 9.94 %), 149 Holzungen (= 22.44 %)
  • 1961 (Hektar): 656, davon 153 Wald (= 23.32 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 25 Hübner, 5 Köttner, 4 Beisassen. 1575/85: 30 Hausgesesse.
  • 1639: 24 verheiratete, 3 verwitwete, 1747: 51 Hausgesesse.
  • 1769: 253 Einwohner.
  • 1834: 395, 1885: 413 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 413, davon 412 evangelisch (= 99.76 %), 1 katholisch (= 0.24 %)
  • 1925: 469, 1939: 457, 1950: 817, 1961: 523 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 120 Land.- und Forstwirtsch., 113 Produzierendes Gewerbe, 23 Handel und Verkehr, 10 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 523, davon 455 evangelisch (= 87.00 %), 68 katholisch (= 13.00 %)
  • Um 1490: 18 wehrhafte Männer (11 Pflüge, 19 Fastnachtshühner).

Diagramme:

Mosheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 800: in pago Hassorum
  • um 1490: Amt und Gericht Homberg
  • 1324: Dorf Mosheim durch Hessen an Kurt von Hebel verpfändet
  • 1338 / um 1350: Dorf Mosheim durch Landgraf an Konrad von Falkenberg verpfändet
  • 1376: Amt Homberg
  • 1522: Amt Homberg
  • 1537: Hintergericht des Gericht Homberg
  • 1575/85: Amt Homberg; niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1742: Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Gensungen
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1832: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Herrschaft:

1324: Dorf Mosheim durch Hessen an Kurt von Hebel verpfändet.

1338 / um 1350: Dorf Mosheim durch Landgraf an Konrad von Falkenberg verpfändet.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit der Gemeinde Malsfeld, deren Ortsteil Mosheim wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 780/802: Bischof Erkambert von Minden überträgt dem Kloster Fulda durch die Hand Luitfrids Güter in der Mosheim-Mark. Um die gleiche Zeit übertragen Milo und seine Frau Megina dem Kloster Güter zu Mosheim und eine Waldmark.
  • Um 800: Besitz des Klosters Hersfeld in Mosheim genannt.
  • 1209 und noch um 1340: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Mosheim.
  • 1234: Im Streit zwischen Kloster Johannesberg/Hersfeld und Ritter Dietrich von Mosheim verzichtet letzterer auf villicatio Mosheim.
  • 1253: Graf Berthold von Felsberg schenkt Kloster Breitenau eine Hufe zu Mosheim.
  • 1267: Gumpert von Ostheim kauft Hof und Äcker zu Mosheim und nimmt sie von Rentwig von Mosheim zu Lehen.
  • 1269: Kloster Homberg erhält von seinem Gründer, Propst Arnold von Eppenberg, Gefälle zu Mosheim.
  • 1289: Der Gudensberger Bürger Konrad Wiseguckel verkauft Homberger Bürgern seine Güter zu Mosheim.
  • 1291: Kloster Hardehausen erhält eine halbe Hufe zu Mosheim.
  • 1294: Die Gebrüder von Cappel übertragen dem Kloster Breitenau eine halbe Hufe zu Mosheim.
  • 1297: Heinrich von Fritzlar überträgt Kloster Spieskappel seine Güter zu Mosheim.
  • 1309: Dietrich von Gerwinshain, Bürger zu Fritzlar, übereignet alle seine Güter in Dorf und Gemarkung Mosheim dem Kloster Haina.
  • 1357: Landgrafen Heinrich und Otto verkaufen dem Fritzlarer Bürger Herbord Katzmann eine Gült aus ihrer Bede zu Mosheim.
  • 1369: Landgraf Heinrich weist seine Leute zu Mosheim an, dem Siechenhospital Fritzlar eine jährliche Rente zu zahlen.
  • 1376: Landgraf Hermann belehnt Heinrich von Rodeberg mit einer Hufe zu Mosheim.
  • Kurz nach 1376: Konrad von Falkenberg hat jährlich 4 Mark als hessisches Lehen zu Mosheim.
  • 1428: Landgraf Ludwig belehnt Hermann Holzsadel mit einem Zins aus Mosheim.
  • 1450: Landgraf Ludwig stimmt Versetzung eines Zinses zu Mosheim durch Klaus von Linne an Kloster Ahnaberg zu.
  • 1471: Landgraf Ludwig belehnt Otto von Linne mit 8 Pfund Pfennige zu Mosheim, desgleichen 1485 Landgraf Wilhelm; folgend Belehnungen bis 1494.
  • 1502: Kloster Germerode hat Zins zu Mosheim; folgend bis 1527.
  • 1506: Landgraf Wilhelm belehnt Wilhelm von Hessen mit einem Zins aus Mosheim; folgend Belehnungen bis 1520.
  • 1508: Kloster Spieskappel verschreibt Getreidezins aus seinem Vorwerk zu Mosheim.
  • 1534: Landgraf Philipp belehnt die Fischer und Nußpicker mit einer Hube zu Mosheim; folgend Belehnungen bis 1591.
  • 1591: Heinrich von Heßberg hat Güter des Klosters Johannesberg/Hersfeld zu Mosheim inne.
  • 1596: Hermann von Falkenberg verschreibt Getreidezins aus Mosheim.
  • 1597: Landgraf Moritz überträgt seinem Hofschneider Wigand Leicht eine Hube Pfarrland zu Mosheim, die vormals Kloster Eppenberg gehörte.

Zehntverhältnisse:

1366: Zehnter zu Mosheim in Hand des Klosters Johannesberg/Hersfeld.

1438: Kloster Johannesberg/Hersfeld löst Zehnten zu Mosheim, der an die von Röhrenfurt versetzt war, bei den Riedesel wieder ein.

1461: Kloster Kartause hat Zehnten zu Mosheim.

1600: Zehnter zu Mosheim im Besitz der Witwe des Wolf von Heßberg.

Ortsadel:

1219-1450.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1194: (Fälschung) Mosheim Filiale von Sipperhausen; von Hersfeld dem Kloster Blankenheim geschenkt, durch Tausch 1328 an Hersfeld zurück.

1569 und später: Mosheim Filiale von Sipperhausen.

1747 und später: mit Hombergshausen ist Mosheim nach Sipperhausen eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Sipperhausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Sipperhäuser Pfarrer Henricus Rübenkönig um 1530.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mosheim, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3940> (Stand: 16.10.2018)
 
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