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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 64. Neukirchen

Machtlos (Breitenbach)

Ortsteil · 349 m über NN
Gemeinde Breitenbach am Herzberg, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12,5 km südöstlich von Neukirchen.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in einem kleinen Talkessel. Moderne Bebauung am auslaufenden Hang des Kirchberges.

Straße Ibra - Breitenbach am Herzberg, die 1 km südlich des Ortes die Bundesautobahn 5 (Europastraße 40) unterführt.

Ersterwähnung:

1372

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1934/1937

Älteste Gemarkungskarte:

1779

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3534285, 5630029
UTM: 32 U 534197 5628217
WGS84: 50.80467486° N, 9.48531513° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632004040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 530 stellbares Land, 100 Wiesen, 12 Gärten.
  • 1885 (Hektar): 174, davon 128 Acker (= 73.56 %), 27 Wiesen (= 15.52 %), 1 Holzungen (= 0.57 %)
  • 1961 (Hektar): 625, davon 440 Wald (= 70.40 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 15 Hausgesesse
  • 1639: keine Angabe. 1681: 9 Hausgesesse, 1 Ausschuss
  • 1781: 24 Wohnhäuser mit 126 Einwohnern
  • 1781: 9 Ackerleute, 4 Leineweber, 2 Wagner, 3 Leineweber (!), 1 Schmied, 3 Tagelöhner, 1 Ziegelbrenner, 2 Weibspersonen, die tagelohnen und spinnen.
  • 1838 (Familien): 14 Ackerbau, 18 Gewerbe, 12 Tagelöhner.
  • 1861: 216 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 201, davon 201 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 64 Land- und Forstwirtschaft, 27 produzierendes Gewerbe, 3 Handel und Verkehr, 6 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 182, davon 179 evangelisch (= 98.35 %), 3 katholisch (= 1.65 %)
  • 1970: 178 Einwohner

Diagramme:

Machtlos (Breitenbach): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1434 und später: Gericht Breitenbach
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Breitenbach
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Oberaula
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1822: Justizamt Oberaula
  • 1867: Amtsgericht Oberaula
  • 1879: Amtsgericht Oberaula
  • Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschuss mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Breitenbach am Herzberg, deren Ortsteil Machtlos wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1381 verkauft Kloster Haina der Edlen von Lißberg d. Ä. auf Lebenszeit die Gülte des Klostesr zu Machtlos.
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1450 nach Grebenau, 1585 und später nach Breitenbach eingepfarrt.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Wirtschaft

Wirtschaft:

Ziegelhütte (s. d.) der von Dörnberg 1781 genannt (Kat. I Machtlos, Vorbeschreibung), südöstlich des Ortes gelegen.

Im 19. Jahrhundert wurde vorübergehend im Bereich des Bartenröder Grundes an der Gemarkungsgrenze Braunkohlenbergbau betrieben; Flurname Bergwerksschlag [s. u. Tongrube (dann Bergwerk)].

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Machtlos (Breitenbach), Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3387> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde