Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Oberjossa

Ortsteil · 240 m über NN
Gemeinde Breitenbach am Herzberg, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

17,5 km südöstlich von Neukirchen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss. Hauptkomplex der Siedlung in hangparalleler Ausrichtung an einem ins Jossatal stark abfallenden Hang. Abgesetzt vom Ort einzelne Wohngebäude nahe dem Bahnanschluss.

Durch den Ort führte vor Anlage einer Ortsumgehung die Bundesstraße 62 im Zuge des Nordzweiges der alten Landstraße durch die Kurzen Hessen, die vom Rhein-Main-Gebiet nach Thüringen führte.

Haltepunkt der 1907 erbauten Eisenbahnlinien Treysa - Niederaula - Hersfeld [= Bad Hersfeld] und Niederaula/Niederjossa-Alsfeld.

Ersterwähnung:

802/17

Historische Namensformen:

  • lassafa (9. Jahrhundert, vermutlich 802/817) [XII, Dronke, Trad. Capitulum 6 Nr. 55, sofern auf Oberjossa zu beziehen]
  • lazahu, de (826/27) [XII, Dronke, Codex dipl. Fuld. Nr. 471, 2]
  • Jaza (1434)
  • Obernjoss (1558)
  • Obern Joßa (1681)
  • Ober-Jossa
  • Jossa, Ober-

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Ortsteil Ottersbach

Umlegung der Flur:

1912/1914

Älteste Gemarkungskarte:

1773/1774

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3538648, 5626827
UTM: 32 U 538558 5625016
WGS84: 50.77561838° N, 9.546869886° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632004050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 732 stellbares Land, 171 Wiesen, 20 Gärten, 80 Triesche
  • 1885 (Hektar): 250, davon 169 Acker (= 67.60 %), 39 Wiesen (= 15.60 %), 1 Holzungen (= 0.40 %)
  • 1961 (Hektar): 409, davon 54 Wald (= 13.20 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 32 Hausgesesse
  • 1639: keine Angabe. 1681: 7 Hausgesesse
  • 1780: 19 Wohnhäuser mit 127 Einwohnern
  • 1780: 4 Leineweber (zugleich Ackerleute), 1 Schneider, 1 Schmied, 2 Wirte, 1 Wagner, 1 Müller, 3 Tagelöhner, 2 einzelne Weibspersonen; 8 reine Ackerleute
  • 1838 (Familien): 10 Ackerbau, 12 Gewerbe, 14 Tagelöhner
  • 1861: 207 evangelisch-reformierte, 2 evangelisch-lutherische Einwohner
  • 1885: 209, davon 209 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961 (Erwerbspersonen): 63 Land- und Forstwirtschaft, 44 produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 4 Dienstleistung und Sonstiges
  • 1961: 242, davon 221 evangelisch (= 91.32 %), 21 katholisch (= 8.68 %)
  • 1970: 230 Einwohner

Diagramme:

Oberjossa: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • in Berenebere marcha 9. Jahrhundert (siehe Namensformen)
  • Vor 1585 und später: Gericht Breitenbach, Amt Neukirchen
  • 1434: Gericht Breitenbach
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Breitenbach
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Neukirchen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

  • 1822: Justizamt Oberaula
  • 1867: Amtsgericht Oberaula
  • 1879: Amtsgericht Oberaula
  • Seit 1945: Amtsgericht Neukirchen

Gemeindeentwicklung:

1928: Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Ottersbach. Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschuss mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Breitenbach am Herzberg, deren Ortsteil Oberjossa wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 9. Jahrhundert, vermutlich 807/814, tradiert ein Gisalher Kloster Fulda seine Güter in Jossa mit Zubehör (unsicher, ob auf Ober- oder Nieder-Jossa zu beziehen).
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1450: nach Grebenau eingepfarrt

1585 und später: nach Breitenbach eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Wirtschaft

Mühlen:

1708/10 (Schleenstein) befindet sich eine Mühle am Ort.

1780 gehört sie dem Joh. Jost Helbig senior erb- und eigentümlich und verfügte über 1 Mahl-, 1 Öl- und 1 Holzschneidegang (3 oberschlächtige Räder).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberjossa, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3247> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde