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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 13. Wolfhagen

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Gasterfeld

Wüstung · 269 m über NN
Gemarkung Wolfhagen, Gemeinde Wolfhagen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Wüstung

Lagebezug:

2 km nordwestlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Das wüste Dorf Gasterfeld lag 1 km südsüdöstlich unterhalb der 1778 gegründeten Siedlung Gasterfeld (früher Philippinendorf) dicht südlich des Dusebachs beiderseits eines asphaltierten Feldwegs (Fundfläche hier mittig lokalisiert). Die zugehörige Kirche (Flurname Die alte Kirche) befand sich etwa 40 m südwestlich des Feldwegs am Südwestrand der Fundfläche auf leicht erhöhtem Gelände (3509900 / 5688350). Die 1409 genannte Burg Gasterfeld lag dagegen dicht westlich oberhalb des wüsten Dorfes im Talgrund südlich des Dusebachs (siehe eigener Artikel).

Ersterwähnung:

1074

Letzterwähnung:

1406

Siedlungsentwicklung:

1074 wurde Gasterveld erstmals urkundlich erwähnt. Es war Stammsitz einer gleichnamigen Adelsfamilie, die vor Ort vermutlich ein festes Haus (Kemenate) besaß. 1151 wurde Adelung von Gasterfeld urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete ein Zweig der Familie östlich von Wolfhagen die Burg Helfenberg (s. d.) und nahm nun deren Namen an. Es ist nicht bekannt, ob die Burg Gasterfeld verfiel oder ebenfalls um 1293 von Hessen zerstört wurde. 1406 wurde Gasterfeld noch Dorf genannt, war aber damals wohl schon wüst (Waldecker Archiv, Familien und Orte).

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1406) [Waldecker Archiv, Familien und Orte]

Burgen und Befestigungen:

  • 1074 wurde Gasterveld erstmals urkundlich erwähnt. Es war Stammsitz einer gleichnamigen Adelsfamilie, die vor Ort vermutlich ein festes Haus (Kemenate) besaß. 1151 wurde Adelung von Gasterfeld urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete ein Zweig der Familie östlich von Wolfhagen die Burg Helfenberg (s. d.) und nahm nun deren Namen an. Es ist nicht bekannt, ob die Burg Gasterfeld verfiel oder ebenfalls um 1293 von Hessen zerstört wurde. 1406 wurde Gasterfeld noch Dorf genannt, war aber damals wohl schon wüst (Waldecker Archiv, Familien und Orte).

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3509930, 5688390
UTM: 32 U 509852 5686555
WGS84: 51.33019731° N, 9.141411155° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63302810011

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1437: Landgrafschaft Hessen, Amt Wolfhagen
  • 1538: Grafschaft Waldeck, Amt Landau (zumindest flossen Gefälle hierhin)
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, neu benannter Stadtteil von Wolfhagen (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gemeindeentwicklung:

Am 01.03.1972 als einer von vier früheren Wohnplätzen innerhalb der Wolfhagener Gemarkung als neuer Stadtteil benannt, allerdings im Historischen Ortslexikon aufgrund fehlender Gemarkung weiter als Siedlung in der Altgemarkung gewertet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Gasterfeld gehörte den seit 1151 (UA Hasungen) erscheinenden Herren von Gasterfeld. Sie führten seit etwa 1240 meist den Namen von Helfenberg. 1303 verkaufte Eckh. von Helfenberg sein Drittel an Dorf, Kirchlehen und Wald an Hessen. 1409 erhielt Hessen auch die Burg zu Gasterfeld.
  • Vor 1382 waren 2/3 des Dorfes und Kirchleihe an Waldeck gekommen (Verträge mit Waldeck).

Ortsadel:

Ein Adelung von Gasterfeld wurde 1151 urkundlich erwähnt (UA Hasungen). Die von Gasterfeld führten seit etwa 1240 meist den Namen von Helfenberg. Sie starben 1409 aus.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Die ehemalige Kirche von Gasterfeld befand sich etwa 40 m südwestlich des Feldwegs am Südwestrand der Dorffundfläche auf leicht erhöhtem Gelände (3509900 / 5688350). Zu ihr gehört noch ein Flurname Die alte Kirche, wozu es im HLGL-Flurnamenverzeichnis der 1930er Jahre hieß: 1850 noch ein Gewölbe abgebrochen, 1878 Steine z. Straßenbau genom(m)en, 1919 noch Steine u. verbranntes Korn gefunden. Bei der alten Kirche ist noch ein kleines Feld: Der Rosengarten, der frühe Totenhof v. Gasterfeld..
  • 1290: Heilig Kreuz Kirche
  • 1338 rector ecclesie (Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 207).
  • Erst durch die Reformation ging die Pfarrei ein.

Patrozinien:

  • Heilig Kreuz

Pfarrzugehörigkeit:

1239 gehörten die Bauern zur Kirche in Schützeberg (UA Hasungen).

Patronat:

Das Patronat besaßen die Dorfherren.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gasterfeld, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2502> (Stand: 29.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde