Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Wolfhagen

Stadtteil · 280 m über NN
Gemeinde Wolfhagen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

23 km westlich von Kassel

Lage und Verkehrslage:

Stadt auf einem langen Höhenrücken bzw. Bergkegel über dem Dusetal.

Chaussee nach Dörnberg. Hauptverkehrsstraße ist die durch die Ortslage verlaufende Bundesstraße B450; außerdem ist Wolfhagen über die Landesstraßen L3214, L3390 und L3075 sowie die Kreisstraßen K102, K105, K106, K107 und K94 an das Straßenverkehrsnetz angebunden.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Volkmarsen – Vellmar/Obervellmar seit 1986 (Die Teilstrecke Volkmarsen - Wolfhagen wurde am 15.12.1896 eröffnet, die Teilstrecke Wolfhagen - Obervellmar am 1.9.1897).

Ersterwähnung:

1231

Siedlungsentwicklung:

Um 1226 erbaute Landgraf Ludwig von Thüringen zur Sicherung des umkämpften Grenzlandes südlich der Diemel eine Burg.

Im Schutz der Anlage bildete sich eine Siedlung, die schon 1264 Stadtrechte erhielt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1231: oppidum
  • 1372: Burg und Stadt

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Burg Wolfhagen
  • Wolfhagen befindet sich auf einem Bergkegel.
  • Um 1226 erbaute Landgraf Ludwig von Thüringen zur Sicherung des umkämpften Grenzlandes südlich der Diemel eine Burg.
  • Im Schutz der Anlage bildete sich eine Siedlung, die schon 1264 Stadtrechte erhielt.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3511919, 5687902
UTM: 32 U 511840 5686067
WGS84: 51.32577292° N, 9.169932162° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633028100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 3918, davon 2182 Acker (= 55.69 %), 247 Wiesen (= 6.30 %), 1114 Holzungen (= 28.43 %)
  • 1961 (Hektar): 4785, davon 1987 Wald (= 41.53 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Wolfhagen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1325: Burg und Stadt Wolfhagen sind mainzische Lehen der Landgrafen von Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Stadt und Amt Wolfhagen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Stadt Amt Wolfhagen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Wolfhagen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wolfhagen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Wolfhagen
  • 1822: Justizamt Wolfhagen
  • 1867: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1879: Amtsgericht Wolfhagen
  • um 1900: Amtsgerichtsort Wolfhagen

Herrschaft:

1258 urkunden Pleban, Rat (consules) und Gesamtheit der Bürger (universitas civium) zu Wolfhagen in einem Güterstreit des Klosters Haina.

1471 nach Aufruhr gegen den Rat gleichberechtigte Beteiligung der Gemeinde an der Besetzung der städtischen Ämter (Kämmerer, Schösser, Zäpfer)

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinden Altenhasungen, Bründersen, Leckringhausen, Niederelsungen, Nothfelden, Viesebeck und Wenigenhasungen in die Stadt Wolfhagen. Zur weiteren Entwicklung dieser Stadtgemeinde s. Wolfhagen, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Wolfhagen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1232 gibt Landgraf Ludwig die Stadt dem Erzstift Mainz zu Lehen.

Ortsadel:

Adlige 1266-1398

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1235: Kirche und Pleban
  • 1289: Verlegung des Pfarrsitzes von Schützeberg nach Wolfhagen.

Patrozinien:

  • Anna (1501)

Pfarrzugehörigkeit:

Der protest. Pfarrei gehörten die Kolonien Philippinenburg, Philippinendorf und Philippinenthal an (Hochhuth 229).

Patronat:

Seit 1254 im Besitz des Klosters Hasungen.

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Kempach 1528-1529

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Die Klasse Wolfhagen umfasste die Pfarreien Altenhasungen, Bründersen, Ehringen, Istha, Leckeringhausen, Volkmarsen und Wolfhagen selber.

Juden:

Provinzial-Rabbinat Kassel

1740: 40; 1788: 59; 1827: 174; 1835: 178; 1850: 236; 1861: 258; 1905: 95; 1932/33: 78 Juden. Die letzten Abmeldedaten stammen von Mai/Juli 1939 Richtung Kassel.

1235 wurden im Ort 18 Juden durch Verfolgung getötet.

Nach der Reformation lebten 3 jüdische Familien im Ort, Landgraf Philipp befahl ihre Vertreibung. Landgraf Moritz erlaubt 1592 die Niederlassung von Juden. 1621 und 1656 zwei Familien; 1700 und 1728 drei Schutzjuden.

In der Schützeberger Straße 35 war die alte Judenschule; Neubau der Synagoge in der Mittelstraße und der Schule in der Gerichtsstraße 3 (1859); Abbruch der alten Synagoge. Einweihung der neuen Synagoge am 25. Oktober 1859. Im Schulhaus waren Lehrerwohnung und Frauenbad untergebracht. Die israelitische Volksschule bestand bis 1933.

Die Juden waren besonders im Handel tätig (u.a. Vieh- und Pferdehandel), Handwerk

Der alte jüdische Friedhof war an der Liemecke, bis 1820 genutzt. 1933 wurde er verkauft. Der neue Friedhof wurde 1834 eröffnet, er lag an der Wilhelmstraße. (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Johannes Capito 1537-1543

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zum Amt Wolfhagen gehörten die Orte Altenhasungen, Bründersen, Ehringen, Hof Hilgarts, Ippinghausen, Istha, Nothfelden, Visbeck und die Wolfhagen.

Münze:

Münzstätte

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wolfhagen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2279> (Stand: 29.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde