Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4621 Wolfhagen
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 14. Zierenberg

Weitere Informationen

Oberelsungen

Stadtteil · 280 m über NN
Gemeinde Zierenberg, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nordöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Volkmarsen - Vellmar/Obervellmar seit 1897.

Ersterwähnung:

(775-786)

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei den frühen Namensformen ohne differenzierenden Zusatz muss offen bleiben, ob sie auf Ober- oder auf Niederelsungen zu beziehen sind

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3516469, 5693422
UTM: 32 U 516389 5691585
WGS84: 51.37527521° N, 9.235461677° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633029050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1149, davon 740 Acker (= 64.40 %), 79 Wiesen (= 6.88 %), 282 Holzungen (= 24.54 %)
  • 1961 (Hektar): 1157, davon 274 Wald (= 23.68 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Oberelsungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • a) Elsungen (= Oberelsungen oder Niederelsungen):
  • 9. Jh.: Hessengau (In pago Hassorum)
  • b) Oberelsungen:
  • undatiert: Gericht Schartenberg
  • 16. Jahrhundert: Landgräfliches Amt Zierenberg (Salbuch)
  • 965: Hessengau, Grafschaft des Grafen Elli (in pago Hassonum in comitatu Elli comitis; gilt zumindest für Rösebeck, vgl. Besitz)
  • 973: in pago Hassim (MG DD 2, 37)
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Zierenberg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen, Stadt Zierenberg (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • Frühzeit siehe unter Besitz
  • Gericht Schartenberg
  • 1787 wurde auch die andere Hälfte des Gerichts von Hessen an die von Malsburg abgetreten
  • 1821: Justizamt Volkmarsen
  • 1833: Justizamt Zierenberg
  • um 1900: Amtsgericht Zierenberg (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 119).
  • bis 1822: Amt Zierenberg
  • 1822: Justizamt Volkmarsen
  • 1833: Justizamt Zierenberg
  • 1867: Amtsgericht Zierenberg
  • 1879: Amtsgericht Zierenberg
  • 1932: Amtsgericht Wolfhagen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadt Zierenberg, deren Stadtteil Oberelsungen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • a) Elsungen (= Niederelsungen und Oberelsungen):
  • Die Klöster Hersfeld und Fulda hatten früh Besitz in Elsungen.
  • 965 erhielt das Magdeburger Moritzstift den Königshof Rösebeck, zu dessen Zubehör Elsungen zählte.
  • Die Dörfer und Gerichte Oberelsungen und Niederelsungen gehörten zur Burg Schartenberg und teilten ihre Schicksale.
  • So erhielt Hessen im Anschluss an den nach 1306 erfolgten Tod Elisabeths, der Tochter Landgraf Heinrichs I. und Gemahlin Gerhards von Eppstein, die Hälfte beider Orte als mainzisches Lehen und belehnte damit weiter die von Calenberg (Rev. von 1341).
  • 1457 ging diese Hälfte durch Tausch auf die von Gudenberg über (GR von Calenberg).
  • 1464 belehnte Hessen allerdings zuerst die von Stockhausen.
  • 1471 erst belehnte es die von Gudenberg.
  • 1534 erlosch das Geschlecht der von Gudenberg und die von der Malsfeld wurden im Folgejahr mit dieser Hälfte belehnt (Reverse bis 1824).
  • Die andere Hälfte besaßen die von Schartenberg.
  • 1294 erwarb Hessen von ihr drei Viertel, während das letzte Viertel (also 1/8 des Ganzen) auf die von der Malsburg vererbte.
  • 1787 erwarben die von der Malsburg auch die landgräflichen 3/8 durch Tausch (GR von der Malsburg).
  • b) Oberelsungen:
  • Der Besitz, den Hasungen 1074 in Elsingun hatte, scheint in Oberelsungen gelegen zu haben.
  • Im 12. Jahrhundert gehörte ein Hof in Elsungen super. den Grafen von Northeim (Kindlinger, Münster. Beiträge 3, 13). Ein Hof in super. Elsungen war Allod der Grafen auch gemäß Schrader, Dynastenstämme 1, 206.

Ortsadel:

Adliger von Elsungen 1235 (UA Haina).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Anfangs bildeten Niederelsungen und Oberelsungen zusammen eine Pfarrei:
  • 1262: Erste Erwähnung eines Pfarrers
  • 1284: plebanus in super. et infer. Elsingen (Westf.UB 4, 1806)
  • Kapelle auf dem Kirchberg vielleicht 1350 gestiftet (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 262)
  • Erst 1518 wurde ein Pfarrer zu Oberelsungen genannt (GR Elsungen).

Pfarrzugehörigkeit:

Zur protestantischen Pfarrei Oberelsungen gehörten 1872 der Hof Oedinghausen und Filial Elmarshausen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 261).

Patronat:

1296 war Johann von Helfenberg Patron der Kirche von Elsungen (Falckenheiner UB 13).

Patron der Kirche in Oberelsungen war von der Malsburg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 261).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Henricus Zeitverlus ca. 1527 bis ca. 1570, ehemaliger katholischer Pfarrer in Oberelsungen

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Schützeberg

Die protestantische Pfarrei Oberelsungen gehörte 1872 zur Klasse Zierenberg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 261).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Oberelsungen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2187> (Stand: 12.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde