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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 9. Hofgeismar

Weitere Informationen

Immenhausen

Stadtteil · 247 m über NN
Gemeinde Immenhausen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

10 km südöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage:

Immenhausen ist seit 1884 mit einem Bahnhof an die Eisenbahnlinie Bad Karlshafen – Kassel (Inbetriebnahme der Strecke 29.8.1848) (seit 1986 ab Hümme stillgelegt; ehem Carlsbahn bzw. Diemeltalbahn II) angeschlossen und liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 83.

Ersterwähnung:

1123

Siedlungsentwicklung:

Dudo de Emmenhusen war 1123 Burggraf auf der mainzischen Burg Rustberg im Eichsfeld (Knappe, Burgen in Hessen, S. 16 nach Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe 2, Nr. 133).

Die Stadt Immenhausen wurde wahrscheinlich von Landgraf Heinrich I. zwischen 1297 und 1303 angelegt. 1303 war Immenhausen zumindest nachweislich Stadt. Die gleichzeitig mit der Stadt errichtete Burg ging wahrscheinlich bei dem Brand von 1385 zu Grunde (Landau).

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Stadt (1303)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3533419, 5699329
UTM: 32 U 533332 5697489
WGS84: 51.42762414° N, 9.479440994° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 1876, davon 89 Wald (= 4.74 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Immenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Amt Grebenstein
  • 1614: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Grebenstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Grebenstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Grebenstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Grebenstein
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Grebenstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • 1821: Justizamt Grebenstein
  • 1822: Justizamt Grebenstein
  • 1867: Amtsgericht Grebenstein
  • 1879: Amtsgericht Grebenstein
  • um 1900: Amtsgericht Grebenstein (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 261).
  • 1945: Amtsgericht Hofgeismar
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

1298: Siegelt die Stadt Immenhausen [Landgrafen-Regesten online Nr. 410]

1303: werden Schöffen und Bürgerschaft der Stadt Immenhausen genannt [Landgrafen-Regesten online Nr. 454].

Gemeindeentwicklung:

Am 1.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Holzhausen und Mariendorf mit der Stadt Immenhausen zu neu gebildeten Stadtgemeinde Immenhausen. Zu deren Entwicklung s. Immenhausen, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Immenhausen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Die wahrscheinlich vom hessischen Landgrafen Heinrich I. zwischen 1297 und 1303 angelegte Stadt war wohl von Anfang an, jedenfalls 1325, mainzisches Lehen.

Ortsadel:

Laut H. Reimer war zu seiner Zeit unsicher, woher die im 12. Jahrhundert häufig genannten Dynasten von Immenhausen, die auch von Rüsteberg hießen, stammten: G. Landau leitete ihren Namen von diesem Immenhausen ab, wie er denn dessen Ursprung als Dorf in das 11. Jahrhundert verlegte (G. Landau: Einiges über die Dynasten von Immenhausen und die gleichnamige Stadt; in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde; Band 1, S. 316-325). H. Reimer deutete seine Angaben allerdings auf Imshausen in Westfalen (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 261). R. Knappe berichtete dann allerdings, dass Adlige von Immenhausen 1123 erwähnt wurden (vgl. Siedlungsentwicklung). Sie starben anscheinend schon 1189 aus (Knappe, Burgen in Hessen, S. 16).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1365: Pleban (Schultze 1498).
  • 1462: Pfarrkirche s. Georgii (UA Merxhausen).

Patrozinien:

  • Georg (1462)

Patronat:

Der Landgraf besaß das Patronat (Salbuch von 1554).

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Bartholomäus Riseberg 1522-1523, nach ersten erfolgreichen Predigten vom Rat der Stadt 1523 zum Prediger an der Stadtkirche berufen, nach Beschwerden eines Dominikanermönches 1523 durch den Landgrafen verhaftet, kann nach Wittenberg fliehen.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar

1872 gehörte die protestantische Pfarrei zur Klasse Grebenstein (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 160).

Juden:

gehört zur Gemeinde Grebestein

1835: 9; 1861: 13; 1905: 7; 1932/33: 5 Juden

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Georg Hildebrand ca. 1531

Historische Ereignisse:

1385: Brand (siehe Siedlungsentwicklung).

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Immenhausen war im 16. Jahrhundert Sitz eines Amtes, wozu die Dörfer Holzhausen, Udenhausen und (Kloster) Wahlshausen gehörten (Immenhausener Salbuch 1554). Es wurde sonst zum Amt Grebenstein gerechnet.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Immenhausen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2076> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde