Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Elben

Dorf · 275 m über NN
Gemeinde Naumburg, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km südsüdöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte im oberen Tal der Elbe. Kirche auf leichter Anhöhe am Nordwestrand des Dorfes.

Ersterwähnung:

1081

Siedlungsentwicklung:

Bis Ende 1966 eigene Gemarkung

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (um 1120)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1870

Älteste Gemarkungskarte:

1686

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3514200, 5677413
UTM: 32 U 514120 5675582
WGS84: 51.23144094° N, 9.20224021° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633018030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 629, davon 406 Acker (= 64.55 %), 64 Wiesen (= 10.17 %), 124 Holzungen (= 19.71 %)
  • 1961 (Hektar): 1042, davon 520 Wald (= 49.90 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Elben: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Naumburg
  • 1814-1819: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1967: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • a) Gericht Elben: Das Gericht Elben wurde von G. Landau mit der Grafschaft Hainbuche gleichgesetzt, die 1266 an Mainz kam (Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 202). Doch wurden Elben und Elberberg davon gelöst und bildeten ein besonderes Gericht Elben. Nach einem Weistum von 1440 hatten an der Elber Mark Teil die Männer von Elben, Altendorf und Beltershausen. Auch die Mark zum Haine mit der Wüstung Todenhausen gehörte dahin (Grimm 3, 321. ZHG 2, 242 ff.).
  • b) Spätere Gerichtszugehörigkeit von Elben:
  • 1821: Justizamt Naumburg
  • bis 1822: Amt Naumburg
  • 1822: Justizamt Naumburg
  • 1867: Amtsgericht Naumburg
  • 1879: Amtsgericht Naumburg
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen
  • 1948: Amtsgericht Wolfhagen (Zweigstelle Naumburg)
  • 1970: Amtsgericht Wolfhagen

Herrschaft:

1231: Erste Nennung der Familie von Elben. 1361 gehört das Dorf Elben mit Elberberg denen von Elben. 1386 tragen sie es vom Stift St. Alban bei Mainz zu Lehen (Elberberger Archiv). 1407 erste Lehnsurkunde von St. Alban. Nach dem Aussterben der von Elben (1535/36) erhalten 1537 die von Taubenheim das Lehen, dann die von Boyneburg und von Buttlar als Ganerben, bis 1559 die von Boyneburg auf ihren Anteil verzichteten. Seit 1559 werden Schloss Elberberg, das Dorf Elben mit dem Kirchsatz und allen Zubehörungen von St. Alban als Lehen an die von Buttlar ausgegeben

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1967 schließt sich das Dorf Elben mit dem benachbarten Elberberg zur neuen Gemeinde Elbenberg zusammen, die am 31.12.1971 als Stadtteil der Stadtgemeinde Naumburg eingegliedert wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1081 bestätigt Erzbischof Siegfried I. von Mainz dem Kloster Hasungen den Besitz eines viertel Manus in Elben. Ludwig von Kaufungen verkauft 1347 an Kloster Netze eine Haus- und eine Scheuerstätte in Elben und 1351 alle seine Güter. Über Besitz bzw. Einnahmen in Elben verfügten ferner das Kloster Weißenstein bei Kassel, das Kloster Breitenau und das Hospital Merxhausen.

Zehntverhältnisse:

1379 vermacht der Scholaster Dietrich von Hardenberg dem Stift Fritzlar seinen Zehnten im Dorf und in der Feldmark Elben. 1407 werden die von Elben vom Abt von St. Alban in Mainz u.a. mit dem Zehnten in Elben belehnt. 1537 erhält ihn zunächst Jakob von Taubenheim, später erhalten ihn die von Boyneburg und von Buttlar vom Stift St. Alban.

Ortsadel:

Adlige von Elben: 1231-1535/36 (vgl. Elberberg)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1298: Pleban
  • 1440: Kirche
  • Seit 1386 war auch der Kirchsatz Lehen der von Elben von St. Alban.
  • Barocke Saalkirche mit romanischem Westturm

Patrozinien:

  • Martin

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1200 im Gebiet der Pfarrei Immenhausen. 1585 gehörte Elberberg zu Elben.

1872: Protestantische Pfarrei Elben, Elberberg eingepfarrt, Vikariat Altendorf, Filial Naumburg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 115).

Patronat:

1386 erhalten die Herren von Elben das Patronatsrecht in Elben vom St. Albanstift in Mainz als Lehen. Nach ihrem Aussterben im 16. Jahrhundert kommt es über die elbischen Ganerben an die von Buttlar, in deren Händen es sich noch 1872 befindet

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Melchior Steinwart ca. 1522-1567, evangelisch seit 1526

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Bergheim

1872: Klasse Gudensberg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 115)

Juden:

Der Ort nutzt den Friedhof Obervorschütz.

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Konrad Volckmar 1562

Die v. Elbenschen Erben richteten 1567 durch Pfarrer Steinwart eine Schule ein, wozu ihnen ein Drittel der Einkünfte des St. Michaels-Altars in Niedenstein eingeräumt wurde.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Elben, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1973> (Stand: 31.10.2018)
 
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