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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 23. Oberkaufungen

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Sankt Ottilien

Ortsteil · 365 m über NN
Gemeinde Helsa, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km südöstlich von Kassel und 7 km nordwestlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Planmäßige Anlage am Hang des Ottilienberges in bogenförmiger Zeile auf der Bachterrasse.

1 km südwestlich des Ortes auf einem Sporn des Sankt Ottilienberges (Höhe 446) befand sich - bereits im Altkreis Kassel - die namensgebende Kapelle Sankt Ottilien

Ersterwähnung:

1699

Siedlungsentwicklung:

1699 durch 11 französische Familien aus der Dauphiné und dem Vivarais gegründet.

Historische Namensformen:

  • St. Ottilienberg (1715)
  • St. Ottille (1747)

Älteste Gemarkungskarte:

1838

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3545206, 5676201
UTM: 32 U 545114 5674370
WGS84: 51.21893651° N, 9.645976661° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633012030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 180, davon 54 Wald (= 30.00 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1699: 11 Familien (alle französisch)
  • 1767: 23 Familien (davon 4 französisch)
  • 1780: 30 Familien (4 französisch), 98 Einwohner
  • 1961: 304, davon 287 evangelisch (= 94.41 %), 5 katholisch (= 1.64 %)
  • 1970: 345

Diagramme:

Sankt Ottilien: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1747: Amt Lichtenau
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Kassel, Kanton Kaufungen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss von Eschenstruth, Helsa-Wickenrode und Sankt Ottilien zur neuen Gemeinde Helsa.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1640: Wald, Bach und Teich zu St. Ottilien von Landgräfin Amalia Elisabeth von Hans Meisenbug gekauft. 1650: Genehmigung gemeinsamer Hut für die Gemarkung Eschenstruth und Fürstenhagen im Gehölz durch die Landgräfin.
  • 1688: Gleiche Genehmigung für Quentel gegen Bezahlung.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Vgl. Sankt Ottilienberg

Pfarrzugehörigkeit:

Jetziger Ort: anfangs zu Kirche Eschenstruth

1732: französische Gemeinde Kassel

1827: Filiale der französisch Gemeinde Kassel

1857: Vikariat von Heisa

1925 und jetzt: Filiale von Eschenstruth

Bekenntniswechsel:

1699 Gründung einer französisch-reformierten Gemeinde

Nachweise

Literatur:

  • Siegel, Geschichte der Stadt Lichtenau, S. 293 f.
  • R. Schmidtmann, Die Kolonien der Réfugiés in Hessen-Kassel und ihre wirtschaftliche Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 55, 1929
  • L. Zögner, Hugenottendörfer in Nordhessen (= Marburger Geographische Schriften. 28) 1966 S. 181-189
  • Historisches Ortslexikon Witzenhausen, S. 116
Zitierweise
„Sankt Ottilien, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1969> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde