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Reigerlütersen

Wüstung · 203 m über NN
Gemarkung Külte, Gemeinde Volkmarsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Wüstung

Lagebezug:

5,5 km nordöstlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

1,5 km nördlich von Külte; Flurname Im Lützer Felde

Ersterwähnung:

1294

Siedlungsentwicklung:

1554 als Wüst bezeichnet

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1312)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3504748, 5698111
UTM: 32 U 504751 5696033
WGS84: 51.41549065° N, 9.068323097° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

63502004005

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1510: Grafschaft Waldeck, Amt Wetterburg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1294: Freigericht Reigerlüttersen (von Külte hierher verlegt). Oberlehnsherr war der Graf von Waldeck

Herrschaft:

Die Herrschaft ist im 15. Jahrhundert zwischen Kurköln und der Grafschaft Waldeck strittig

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1312 übertragen Dietrich von Mederike und sein Sohn Herbold dem Pleban in Külte genannte Ländereien in Lütersen, im Buchforst und Cülte deshalb, weil die bisherige Filialkapelle in Cülte, Schmillinghausen, selbständig wurde.
  • 1336 überlässt der Knappe Albert Dickebir dem Kloster Bredelar einen im Dorf Reigerlütersen gelegenen Hof, wofür das Kloster eine Memorie einrichten soll. 1443 wird die Übertragung wiederholt. 1518 verkauft Kloster Bredeöar dem Süsternhaus in Mengeringhausen eine Kornrente aus dem Gut zu Reigerlütersen für 55 Gulden, womit es das Gut von einem Volkmarser Bürger wieder eingelöst hatte.
  • 1510 verkauften die Grafen Philipp (d. Ä.) und Philipp (d. J.) von Waldeck, Vater und Sohn, an Friedrich von Twiste, dessen Frau Else und deren Erben oder Halter des Briefs die Wetterburg mit allem Zubehör, mit dem Dorf Cülte, den Höfen Bullinghausen und Odelbecke etc., für 800 rheinische Goldgulden, wiederkäuflich um die gleiche Summe (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 10357).

Zehntverhältnisse:

1485 belehnt der Kölner Erzbischof Hermann IV. den Burkhard von Pappenheim mit dem Kichlehen und Zehnten zu Reigerlütersen. 1510 erwirbt Friedrich von Twiste den Zehnten von Reigerlütersen, der zur Wetterburg gerechnet wird

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Die im 15. Jahrhundert belegte Kirche wird noch 1537 genannt, wird aber 1564 als wüst bezeichnet

Patronat:

1428 ernennt Erzbischof Dietrich II. von Köln den Vorsteher der Kapelle in Reigerlütersen, deren Kollation ihm zustehe

Kirchliche Mittelbehörden:

Bis 1530: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Warburg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Reigerlütersen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1929> (Stand: 9.2.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde