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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

Weitere Informationen

Hörle

Stadtteil
Gemeinde Volkmarsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km nordöstlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Bebauung im engen Tal der Welda (Hörler Bach), dicht an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (Kreis Höxter). Verbindungsstraßen führen nach Westen zur L 3081 (Volkmarsen-Rhoda) und nordöstlich nach Welda

Ersterwähnung:

(1107-1128)

Siedlungsentwicklung:

1483 und 1492 wird das als wüst bezeichnete Hörle den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (villa) [1452]

Umlegung der Flur:

1878

Älteste Gemarkungskarte:

1825

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3504841, 5700971
UTM: 32 U 504765 5699131
WGS84: 51.44334516° N, 9.068566326° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635020030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 473
  • 1961 (Hektar): 473, davon 203 Wald (= 42.92 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1620: 9 Häuser
  • 1650: 7 Häuser
  • 1738: 13 Häuser
  • 1770: 24 Häuser, 100 Einwohner
  • 1961: 123, davon 122 evangelisch (= 99.19 %), 1 katholisch (= 0.81 %)

Diagramme:

Hörle: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Arolsen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Arolsen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • 1434: Gericht Schmillinghausen
  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen

Herrschaft:

1537 mit dem Zehnten im Besitz der Grafen von Waldeck

Gemeindeentwicklung:

Am 1. August 1972 als Stadtteil in die Stadt Volkmarsen eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) verzeichnete die Reichsabtei Corvey 8 iugera in Hörle, deren Einkünfte der Propstei Marsberg zugewiesen waren. 1196 verkauft der Ministeriale Siegfried von Dalheim dem Kloster Hardehausen mit Einverständnis seiner Frau ein nicht erbrechtlich bewirtschaftetes Gut in Hörle. 1329 pachtet der Ritter Herbold von Mederich die Güter und Äcker des Klosters. 1452 tauscht das Kloster mit den Brüdern Gerhard und Georg Spiegel seinen Besitz im Dorf Hörle gegen die Hälfte des Dorfes Ramsen (südöstlich von Wrexen) an der Diemel.
  • 1434 sind die von Pappenheim in Hörle begütert. 1482 verzichteten sie auf ihre Grund- und Zehntrechte zugunsten der Grünberger Antoniter. Nach der Reformation fallen die Güter an die Grafen von Waldeck.

Zehntverhältnisse:

1373 haben die von dem Kalenberg den Zehnten sowie den Hopfenzehnten inne,

1537 haben die Grafen von Waldeck den Zehnten inne.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Als Filialort zum Kirchspiel Schmillinghausen gehörig.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Schmillinghausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Schmillinghäuser Pfarrer Johannes Blomen ab 1528.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hörle, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1889> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde