Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Lengefeld

Stadtteil · 390 m über NN
Gemeinde Korbach, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2,5 km südwestlich von Korbach

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am Westhang des Wipperberges. Kirche in erhöhter Lage in der Ortsmitte. Durch den Ort führt die hier rechtwinklig nach Süden abknickende Verbindungsstraße Korbach-Medebach (L 3083)

Ersterwähnung:

1036

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • vorwerc (1036)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3488302, 5681388
UTM: 32 U 488233 5679556
WGS84: 51.26722534° N, 8.831331326° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635015080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 902
  • 1961 (Hektar): 899, davon 478 Wald (= 53.17 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 7 Häuser
  • 1620: 15 Häuser
  • 1650: 15 Häuser
  • 1738: 24 Häuser
  • 1770: 28 Häuser, 190 Einwohner
  • 1895: 227, davon 223 evangelisch (= 98.24 %), 4 katholisch (= 1.76 %)
  • 1961: 347, davon 308 evangelisch (= 88.76 %), 39 katholisch (= 11.24 %)

Diagramme:

Lengefeld: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Freigrafschaft Korbach
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1485: Gogericht Korbach
  • 1537: Freistuhl auf der Windmühle in Korbach
  • 16. Jahrhundert: Freigericht Korbach
  • 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
  • 1850: Kreisgericht Korbach
  • 1868/69: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

Um 1500 können sich die Grafen von Waldeck als Ortsherren durchsetzen.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1970 als Stadtteil in die Stadt Korbach eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1036 beurkundete Bischof Meinwerk von Paderborn die Gründung des Stifts Busdorf und stattete es u.a. mit einem zu Korbach gehörenden Vorwerk in Lengefeld aus.
  • 1168 bestätigte der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg dem Kloster Flechtdorf zwei Hufen in Lengefeld, die sein Vorgänger Rainald von Dassel diesem zwischen 1159 und 1167 übertragen hatte. In einem Vergleich Flechtdorfs mit dem Kloster Corvey gibt Flechtdorf 1251 sein Gut in Lengefeld gegen den Zehnten in Wirmighausen an Corvey ab.
  • 1272 verpfändet Gottschalk von Mühlhausen seinen Hof an Kloster Berich.
  • 1373 verkaufen die Korbacher Bürger von Berndorf dem Kloster Bredelar ihren Hof in Lengefeld, 1445 bestätigt durch Ludwig von Elle.
  • Im 18. Jahrhundert sind zahlreiche Güter in Lengefeld von den Herren von Rhena als Lehen ausgetan.

Zehntverhältnisse:

1036 fällt der Zehnt in Lengefeld an das Busdorfstift, 1500 gehört er denen von Viermünden. 1537 gehört der Zehnts Bernd von Dorfeld halb, die andere Hälfte hat de Kanzler Wendelin Colbecher vom Grafen von Waldeck zu Lehen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1375: Kapelle (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 11682)
  • Romanische Saalkirche mit eingezogenem, quadratischem Chor um 1200 errichtet, 1656/57 erneuert, 1722 flach gedeckt

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

Von Beginn an ist Lengefeld Filialort der Altstadtpfarrei St. Kilian in Korbach, 2018 zum Johannesbezirk gehörig

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

1375: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lengefeld, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1632> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde