Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Helmscheid

Stadtteil · 400 m über NN
Gemeinde Korbach, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km nördlich von Korbach

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte entlang von zwei Hauptachsen südlich des Wirmighäuser Kopfes in hügeligem Gelände. Kirche in zentraler Lage. Verbindungsstraße (K 77) nach Berndorf zur B 252 und zur L 3076

Letzterwähnung:

826-876

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curia (1107-1128)
  • villa (13. Jahrhundert)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3491173, 5687701
UTM: 32 U 491103 5685866
WGS84: 51.3240213° N, 8.872310195° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635015040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 552
  • 1961 (Hektar): 553, davon 97 Wald (= 17.54 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 8 Häuser
  • 1620: 12 Häuser
  • 1650: 1 Häuser
  • 1738: 13 Häuser
  • 1770: 14 Häuser, 93 Einwohner
  • 1895: 160, davon 160 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 227, davon 207 evangelisch (= 91.19 %), 18 katholisch (= 7.93 %)

Diagramme:

Helmscheid: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1541: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Mengeringhausen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Freigericht Mengeringhausen
  • 1541: Gogericht Flechtdorf und Freistuhl zu Scheinsbühl
  • 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
  • 1850: Kreisgericht Korbach
  • 1868/69: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

Im Landregister 1537 wird Helmscheid nicht erwähnt, es wird erst 1541 mit aller Obrigkeit in der Herrschaft des Grafen Wolrad von Waldeck geführt.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1970 als Stadtteil in die Stadt Korbach eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 9. Jahrhundert erhält Kloster Corvey hier Besitz von Gräfin Ida. Zur Zeit des Abtes Erkenbert (1107-1128) verzeichnet die Reichsabtei Corvey Besitz in Helmscheid, dessen Erträge zwischen Abt und Konvent aufgeteilt waren.
  • 1195 schenkt Abt Widukind von Corvey dem von ihm gegründeten Kloster Schaaken zwei in Helmscheid anfallende Talente, die an die Herren von Twiste zu Lehen gingen, aber vom Kloster eingelöst werden.
  • Um 1350 hat Kloster Corvey einen Hof in Helmscheid, den Kurt Werner baute.

Zehntverhältnisse:

In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Helmscheid als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt.

Ortsadel:

(1332-1344) ist ein Konrad von Helmscheid als Lehnsmann des Grafen von Waldeck belegt

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1566/1567 werden Bauarbeiten an der Kirche zu Helmscheid erwähnt (HStAM Bestand 115/04 Nr. Korbach 111)
  • Im Kern romanische Kapelle aus rechteckigem Raum mit Apsis in der Ostwand bestehend, nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verändert, 1927/28 vollständig erneuert

Pfarrzugehörigkeit:

Als Filialgemeinde stets zur Pfarrrei Berndorf gehörig. Seit 2012 bilden die drei Ortschaften Berndorf, Helmscheid und Mühlhausen die Evangelische Kirchengemeinde Oberes Twistetal-Helmscheid.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Berndorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Berndorfer Pfarrer Johannes Russel um 1532.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Helmscheid, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1568> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde