Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Eppe

Stadtteil · 370 m über NN
Gemeinde Korbach, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südwestlich von Korbach

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte am flach abfallenden Nordwestrand des Eschenberges östlich der Aar. Katholische Kirche im Westen, die evangelische im Osten des Ortes. Jüngere Siedlungsausdehnung nach Westen und im Südwesten. Die Straßenverbindung Korbach-Medebach (L 3083) verläuft südöstlich des Ortes.

Ersterwähnung:

1220

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3483818, 5677831
UTM: 32 U 483750 5676000
WGS84: 51.23514346° N, 8.767246217° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635015020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 1084
  • 1961 (Hektar): 1083, davon 420 Wald (= 38.78 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 20 Häuser
  • 1738: 36 Häuser
  • 1770: 44 Häuser, 357 Einwohner
  • 1895: 363, davon 28 evangelisch (= 7.71 %), 335 katholisch (= 92.29 %)
  • 1961: 473, davon 53 evangelisch (= 11.21 %), 420 katholisch (= 88.79 %)

Diagramme:

Eppe: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1489: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Freigrafschaft Düdinghausen
  • 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Freigrafschaft Düdinghausen
  • 1663: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
  • 1850: Kreisgericht Korbach
  • 1868/69: Amtsgericht Korbach

Herrschaft:

1334 erwerben die Grafen Waldeck pfandweise von den Herren von Büren zwei Drittel der Freigrafschaft Düdinghausen, zu der zahlreiche Freistuhls- und alle sonstige Gerichtsbarkeiten in Dörfern zwischen Medebach und Korbach gehören. Im 16. und 17. Jahrhundert sind diese Herrschaftsrechte zwischen Kurköln und der Grafschaft Waldeck strittig. 1663 treten die Kölner Kurfürsten den Grafen von Waldeck nur die Dörfer Eppe und Hillershausen, die mit Niederschleidern das Kirchspiel Eppe bildeten, ab. Die übrigen Dörfer der Freigrafschaft Düdinghausen (Oberschleidern, Düdinghausen, Referinghausen, Titmaringhausen, Deifeld und Wissinghausen treten die Grafen an Kurköln ab. Bis 1764 ist Eppe als waldeckisches Lehen der Familie Eppe.

Gemeindeentwicklung:

Am 01.07.1970 als Stadtteil in die Stadt Korbach eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1220 übertragen die Edlen von Büren dem Kloster Küstelberg (ab 1297 Glindfeld, Stadt Medebach) ihre Güter in Eppe zur Pflege der Memoria. Um 1300 hat Werner von Eppe als Ministerialer ein Gut in Eppe von Graf Ludwig von Arnsberg zu Lehen. 1338 ist der Ritter Hermann von Rhene mit einem arnsbergischen Gut belehnt. Um 1350 haben die von Dorfeld einen Hof in Eppe als corveyisches Lehen inne. Die von Nordenbeck erhielten im 14. Jahrhundert ittersche Lehnsgüter.
  • 1417 bekennt Graf Heinrich von Waldeck, dass Dietrich, Berthold, Heinrich, Johann und Bernhard von Eppe ihm die Zahlung aller Schulden bestätigt und ihn von allen Ansprüchen losgesagt haben, und trägt ihnen den Zehnten und den Hof zu Eppe und ihre anderen Lehen erneut auf (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 11524).
  • 1380 hat das Kanonissenstift Geseke (Kreis Soest) Einkünfte in Eppe.
  • Das Salbuch von 1537 nennt mit Gütern in Eppe: Junker von Viermünden, von Wolmeringhausen, von Eppe, Winter und Sandtmann.
  • Im 18. Jahrhundert sind zahlreiche Güter in Eppe von den Herren von Rhena als Lehen ausgetan.

Zehntverhältnisse:

1337 verkaufen Hermann und Heinrich Marschalk mit Einwilligung aller ihrer Erben den halben Zehnten tho deme arde an Heinrich und Johannes von Eppe. 1417 und 1466 werden die Herren von Eppe vom Grafen von Waldeck mit dem Zehnten in Eppe belehnt (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 5318)

Ortsadel:

1228

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1341: Pleban
  • 1422: Pfarrer
  • Evangelische Pfarrkirche: 1866 wegen Baufälligkeit abgerissen und 1875/76 als historistischer Saalbau mit Westturm errichtet
  • Katholische Pfarrkirche: neugotischer Sandsteinquaderbau, Baubeginn 1869

Patrozinien:

  • Petrus und Paulus (Figuren um 1500)

Pfarrzugehörigkeit:

1539 gehören die Dörfer Oberschledorn, Nieder-Schleidern und Hillershausen zum Kirchspiel Eppe, 1663 scheidet Oberschledorn aus. 1954 und 1966 eigene Pfarrstelle mit den Filialgemeinden Alleringhausen und Welleringhausen, von 1971-1981 aufgehoben, bei der Neuerrichtung werden Hillartshausen und Niederschleidern eingepfarrt. 2018 gehören zum Kirchspiel Nieder-Ense und Eppe die Orte Nieder-Ense, Immighausen, Ober-Ense, Goldhausen, Eppe, Hillershausen und Niederschleidern.

Patronat:

Herren von Rhena

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: um 1530

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Jakob von Schwerde um 1542

Katholischer Bekenntniswechsel: 1628, nach 1648 wieder evangelisch. Die evangelische und katholische Gemeinde nutzten bis 1865 die Kirche gemeinsam.

Kirchliche Mittelbehörden:

1308 (Liber valoris) und 15. Jahrhundert: Kölner Kirchenprovinz, westfälischer Archidiakonat des Dompropstes von Köln, Dekanat Medebach

Wirtschaft

Mühlen:

vgl. Siedlungsplätze

1537 wird im Salbuch eine Mühle genannt, die denen von Viermünden gehört.

In der Dorfgemarkung an der Aar Kaisermühle mit 1 Mahlgang (oberschlächtig), seit 1934 nicht mehr in Betrieb

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Eppe, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1516> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde