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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Böhne

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Edertal, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nördlich von Bad Wildungen

Lage und Verkehrslage:

Straßendorf entlang der Landstraße Bergheim - Netze (K 27) am rechten Ufer des Kissbaches. Kirche im Ortsmittelpunkt

Ersterwähnung:

1237

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • ville (1291)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3509112, 5673858
UTM: 32 U 509034 5672028
WGS84: 51.19959009° N, 9.129306294° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635009040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 717
  • 1961 (Hektar): 719, davon 233 Wald (= 32.41 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 30 Häuser
  • 1620: 36 Häuser
  • 1650: 16 Häuser
  • 1738: 39 Häuser
  • 1770: 46 Häuser, 291 Einwohner
  • 1895: 276, davon 275 evangelisch (= 99.64 %), 1 katholisch (= 0.36 %)
  • 1961: 290, davon 267 evangelisch (= 92.07 %), 23 katholisch (= 7.93 %)

Diagramme:

Böhne: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1487: Grafschaft Waldeck, Amt Waldeck
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • 1757: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Waldeck
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Eder (Sitz in Nieder-Wildungen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Werbe (Sitz in Sachsenhausen)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Eder
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Eder
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1339: hat der Ritter Dietrich von Elben die Gerichtsrechte im Freien Eigen in Böhne inne (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 8868]
  • 1510/1537: Halsgericht bei den Grafen von Waldeck, die von Meysenburg beanspruchen das Niedergericht
  • 1816: Oberjustizamt Werbe
  • 1850: Kreisgericht Wildungen
  • 1868/69: Amtsgericht Wildungen
  • 1879: Amtsgericht Niederwildungen
  • 1906: Amtsgericht Bad Wildungen

Herrschaft:

Im 16. Jahrhundert gibt es Streitigkeiten um die Herrschaftsrechte zwischen den Grafen von Waldeck und den Herren von Meysenbug. Diese verbieten 1537 den Bewohnern von Böhne vor dem gräflichen Gericht in Affoldern zu erscheinen und erheben die Türkensteuer. Nach 1580 nehmen die Landgrafen von Hessen das Dorf als hessisches Lehen derer von Meysenbug in Anspruch. Erst 1635 kommt es vor dem Reichskammergericht zu Speyer zu einem Vergleich, in dem die Landgrafen zugunsten der Grafen von Waldeck auf ihre Ansprüche verzichten.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 31.12.1971 ist Böhne Teil der Gemeinde Edertal. Gemeindesitz ist in Giflitz.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 16. Jahrhundert haben die Klöster Netze und Berich Besitzanteile in Böhne, die im Zuge der Reformation an die Grafen von Waldeck fallen.
  • 1510/1537 haben die Grafen von Waldeck das Halsgericht, die große und kleine Jagd und die Landschatzung inne.

Zehntverhältnisse:

1291 haben die Herren von Rhena den Zehnten in Böhne vom Petersstift in Fritzlar zu Lehen und geben die Hälfte an das Kloster Netze, 1295 noch ein Viertel. 1326 und 1343 erwirbt das Kloster jeweils die restlichen Achtel. 1537 gehört der Zehnte je zur Hälfte dem Kloster Netze und den Herren von Rhena.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1237: sacerdos
  • 1377: Kirche
  • 1389: Pfarrer
  • Die im Kern mittelalterliche Saalkirche wird Anfang des 16. und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgebaut, Kirchturm 1885 erneuert, 1974/75 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

1389 Pfarrei, zu der seit 1636 Königshagen als Filialgemeinde gehört. Von 1915-1975 unbesetzt und von Bergheim aus versehen, dann fällt Böhne als Vikariatsgemeinde an Waldeck, Königshagen wird dem Kirchspiel Bergheim eingegliedert.

Patronat:

1494 hatte Johannes Meisenbug das Patronatsrecht inne, dessen Nachkommen es noch Ende des 16. Jahrhunderts ausübten. In der Folge Auseinandersetzung um das Patronatsrecht zwischen den Landgrafen und den Grafen von Waldeck

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Weise 1556

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Bergheim

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Böhne, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1499> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde