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Historisches Ortslexikon

Burg Wald-Michelbach

Burg
Gemarkung Wald-Michelbach, Gemeinde Wald-Michelbach, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

15 km südöstlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

In der Ortsmitte von Wald-Michelbach

Burgtyp: (Niederungsburg); Wehrkirchhof

Laufzeit: (13./15. Jahrhundert - Ende 17. Jahrhundert)

Besitzgeschichte: "Im 8. Jh. kam das Gebiet um Waldmichelbach mit der Heppenheimer Mark an das Kloster Lorsch. Nach der Unterstellung des Klosters unter Kurmainz (im Jahre 1232) stellten die Pfalzgrafen als Klostervögte Besitzansprüche. Im Vertrag von Hemsbach wurde ihnen 1264 u.a. Waldmichelbach zugesprochen bis auf neun Höfe, die an Kurmainz fielen. Sie waren von Lorsch als Lehen an Adelsfamilien vergeben worden. Es wird vermutet, daß der untere Teil des Kirchturms aus dem 12./13. Jh. stammt und der Rest des Wohnturms eines Adelssitz sein könnte. Möglicherweise wurde er noch vom Kloster Lorsch erbaut, da in dem Vertrag von 1264 ein "Herrenhof des Abtes" genannt wurde." (Knappe, S. 575-576). 1461 an die Kurpfalz verpfändet.

Burggeschichte: 1693: Zerstörung des Zentturmes durch französische Truppen.

Baugeschichte: "1480 Erwähnung von "Brucken, Graben und Thorm". (...) Spätestens im 18. Jh., als nördlich dieser Wehranlage die katholische Kirche gebaut wurde, muß der Nordgraben zugeschüttet worden sein. An der Nordwestecke stand bis 1863 als Ruine der mächtige Zentturm. Er war 1693 durch Franzosen zerstört worden, dabei wird auch die übrige Anlage in Mitleidenschaft gezogen worden sein. (...) 1868-69 Ausbesserung der Reste und Neugestaltung des Platzes und der westlichen Einfriedung. 1966 weitere Zuschüttungen, Erneuerung der Böschung des Grabens und Instandsetzungen." (Einsingbach, Kunstdenkmäler Bergstraße, S. 483-484).

Baubeschreibung: "Von der vermutlich ältesten Anlage der Wehrturm erhalten, der ins frühe 13. Jh. zu datieren ist. Seine ursprüngliche Verbindung zur Kirche ist problematisch. Er weist keinen älteren Eingang auf. Die Bauaufnahme des 18. Jhs. zeigt an der Südseite einen hochgelegenen Eingang, der wahrscheinlich an Stelle des jetztigen rundbogigen Fensters lag. An diesem Fenster sind deutlich Erneuerungsarbeiten erkennbar. Hier wird der enge romanische Zugang anzunehmen sein. Aus diesem Grunde und weil der Turm Wehrfunktion besaß (...) wird der Turm bis ins spätere Mittelalter frei gestanden haben. Nach der Bauaufnahme des 18. Jhs. und 1966 gefundenen Mauerzügen lag die älteste Kirche etwa 5 m südwestlich des Turmes gegen als gegen 10 m langer und 7 m breiter Saal. Der Ostabschluß ist unbekannt." (Einsingbach, Kunstdenkmäler Bergstraße, S. 480)

Nach dem erhaltenen Lageplan von 1780 war die evangelische Kirche mit dem Kirchhof bzw. Friedhof von einer polygonalen Ringmauer umfasst. Im Nordwesten der Ringmauer der Zentturm (Tor- und Glockenturm) mit rundbogigem Tor, Zugbrücke und Glocken. Im Osten der Ringmauer ein halbrunder Schalenturm. Die Kernanlage war von einer Zwingeranlage mit Graben und äußerer Grabenmauer umfasst. (siehe Einsingbach, Kunstdenkmäler Bergstraße, S. 483-484; Dehio, S. 878)

Erhaltungszustand: Graben- und Mauerreste und Reste des halbrunden Schalenturmes im Osten der Ringmauer.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3487403, 5492869
UTM: 32 U 487333 5491111
WGS84: 49.57246101° N, 8.824797657° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43102110012

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burg Wald-Michelbach, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14850> (Stand: 28.5.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde