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Historisches Ortslexikon

Wasserburg Gernsheim

Burg · 89 m über NN
Gemarkung Gernsheim, Gemeinde Gernsheim, Landkreis Groß-Gerau 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg

Lagebezug:

17,6 km südlich von Groß-Gerau

Lage und Verkehrslage:

Wasserburg; Landesherrliche Burg; Amtssitz

Im Westen von Gernsheim beim Schöfferplatz

13. Jahrhundert- Ende 17. Jahrhundert

Besitzgeschichte: Im Besitz des Erzstifts Mainz. Die Burg war mit Burgmannen besetzt. Erste urkundliche Erwähnung eines Burgmanns im Jahr 1276 (Rudolfus castellanus). 1298 Amtssitz. 1366 erwarb Frank von Kronberg den Pfandbesitz über eine Burghälfte. 1428 verkauft das Erzstift Mainz die Burg für 10.500 fl. an Johann Kämmerer von Dalberg (Erzstift behält sich das Wiederkaufs- und Öffnungsrecht vor). 1460 verkaufte der Mainzer Erzbischof Diether von Isenburg mit Zustimmung des Domkapitels Stadt, Burg und Zoll Gernsheim mit allen dazugehörigen Rechten an die Grafen von Katzenelnbogen. Graf Philipp von Katzenelnbogen setzte einen Amtmann in Gernsheim ein.

Nach der Niederlage Dieters von Isenburg in der Mainzer Stiftsfehde verpfändete der Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau 1465 erneut das Amt Gernsheim an die Grafen von Katzenelnbogen. Nach dem Tod Graf Philipps von Katzenelnbogen im Jahr 1479 erwarb Landgraf Heinrich III. von Hessen (-Marburg) die Pfandschaft von Markgraf Christoph von Baden, der diese als Heiratsgut erworben hatte. 1520 erfolgte der Rückkauf von Gernsheim durch Kurmainz. Von 1528-1540 war das Amt Gernsheim an das Mainzer Domkapitel verpfändet.

Burggeschichte: 1631 kapituliert die Stadt Gernsheim vor den Truppen des schwedischen Königs Gustav Adolf. Auch die Schlossgarnision von zweihundert Spaniern ergab sich ohne Gegenwehr. In der Folgezeit des Dreißigjährigen Krieges wurde Gernsheim mehrfach besetzt (Schleifung der Befestigungen).

1675 erobern kurpfälzische Truppen Gernsheim im Handstreich. Im Folgejahr wurden das Schloss und die Stadtbefestigung erneut geschleift/zerstört. 1689 wurde Gernsheim von französischen Truppen niedergebrannt.

Baugeschichte: Nachdem 1232 die Besitzungen des Klosters Lorsch dem Mainzer Erzstift zugefallen waren, wurde die Burg wohl in der Folgezeit zur Sicherung des Territoriums erbaut. 1619 wurde die Stadtbefestigung instandgesetzt, so dass wohl auch (fortifikatorische) Erneuerungen am Schloss, welches den Westen der Stadt deckte, vorgenommen wurden.

Abgang: Nach zahlreichen Schleifungen und Truppeneinquartierungen im 17. Jahrhundert wurde das Schloss 1689 zerstört. In der Folgezeit wurde die Ruine wohl zur Steingewinnung zum Wiederaufbau der Stadt abgetragen.

Erhaltungszustand: Nach Knappe blieben geringe Baureste südlich der alten Schule erhalten.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3462865, 5513015
UTM: 32 U 462805 5511250
WGS84: 49.75257709° N, 8.483642202° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43300402005

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Wasserburg Gernsheim, Landkreis Groß-Gerau“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/14734> (Stand: 21.1.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde