Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Geinsheim

Ortsteil · 86 m über NN
Gemeinde Trebur, Landkreis Groß-Gerau 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Kirche

Lagebezug:

7,7 km südwestlich von Groß-Gerau

Ersterwähnung:

767-770

Historische Namensformen:

  • Gemminesheim (767,768,770)
  • Gemminisheim (767,768,770)
  • villa Ginsin (1093)
  • villa Gense (1112)
  • villa Gensum (1122)
  • villa Gensen (1194, 1256)
  • villa Genso (1231)
  • Genße, villa imperii (1248)
  • Gensheim (1418/33)
  • Genscheim (1432)
  • Gynßheim, dorff (1450)
  • Gijnßheim (1469)
  • Gynßheim (1469)
  • Genßheym (1486)
  • Geinßheim (1557)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1093,1112/22/94,1231/48/56 villa

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3456640, 5527378
UTM: 32 U 456582 5525607
WGS84: 49.88128739° N, 8.395659068° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

433014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3845, davon 3118 Acker, 727 Wiesen
  • 1961 (Hektar): 1314, davon 5 Wald (= 0.38 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 902 Einwohner
  • 1961: 1801, davon 1111 evangelisch (= 61.69 %), 624 katholisch (= 34.65 %)
  • 1970: 2185 Einwohner

Diagramme:

Geinsheim: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1556: Grafschaft Isenburg-Birstein, Amt Offenbach (die Zugehörigkeit ist jedoch umstritten)
  • 1729: Grafschaft Isenburg-Birstein, Oberamt Offenbach
  • 1787: Fürstentum Isenburg-Birstein, Anteil an der oberen Grafschaft Isenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich
  • 1816: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Oberamt Offenbach, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Dreieich (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Dornberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landkreis Groß-Gerau

Altkreis:

Groß-Gerau

Gericht:

  • 1820: Standesherrliches Am Dreieich
  • 1823: Landgericht Groß-Gerau
  • 1879: Amtsgericht Groß-Gerau

Gemeindeentwicklung:

1.10.1951: Ausgliederung eines Gebietsteils zur Neugründung der Gemeinde Hessenaue

Am 1.1.1977 zur Gemeinde Trebur

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 767 kauft Abt Gundelau von Lorsch eine Wiese, ein Jahr später bekommt das Kloster 8 Morgen Wiesen geschenkt und 768/ 700 je eine weitere.
  • 1093 schenkt die Nonne Rigalindis dem Kloster Altenmünster in Mainz 1 Mansus, 4 Morgen Acker usw.
  • 1256 schenkt die Nonne Guda ihre Güter, gen. Immenhusen, gelegen in villa Gensen, dem Mariengredenstift in Mainz.
  • 1303 kauft das Kloster Arnsburg insgesamt 81,5 Morgen Äcker, 24 Mansmat Wiesen.
  • 1348 verkauft Philipp von Falkenstein seinen Hof mit Zubehör Heinrich dem Jungen Schwaben,Bürger in Mainz.
  • 1557 Grundbesitzer: von Isenburg, Landgraf, Junker Moßpach, Doktor Helfmann, St. Jakobsberg, Karthäuser, Spital zu Oppenheim.
  • 1781 ergreift die Mainzer Universität Besitz von den Gütern der aufgehobenen Mainzer Klöster.
  • 1781 beschlagnahmt Hessen-Darmstadt das Hofgut.
  • 1801 ergreift das Haus Isenburg Besitz von den Gütern des Klosters Jakobsberg.

Zehntverhältnisse:

1455 Abt von St. Jakobsberg und Pfarrer

1680 bezieht der Pfarrer den Blut- und kleinen Zehnten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Im 12. Jahrhundert: ecclesia parrochialis
  • Pfarrkirche

Patrozinien:

  • Ulrich

Patronat:

1122: Kloster Jakobsberg

1265 inkorporiert Erzbischof Werner von Mainz die Pfarrkirche zu Geinsheim, deren Patronat er besitzt, dem Kloster Jacobsberg in Mainz.

Bekenntniswechsel:

Eine evangelische Bewegung ist unter Pfarrer Peter Dorsch belegt, der sich 1535 zum Luthertum bekannte und 1536 abgesetzt wurde.

Einführung der Reformation: Anfang der 1550er Jahre.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Fabianus Klug 1570-1589, ehemaliger katholischer Priester

Reformierter Bekenntniswechsel: 1607, 1610-1632, 1633-1635, danach wieder lutherisch

Kirchliche Mittelbehörden:

St. Viktor in Mainz; Groß-Gerau

Kultur

Schulen:

Schule im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts errichtet.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Geinsheim, Landkreis Groß-Gerau“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13713> (Stand: 8.6.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde