Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Hähnlein

Ortsteil · 94 m über NN
Gemeinde Alsbach-Hähnlein, Landkreis Darmstadt-Dieburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15,5 km südöstlich von Darmstadt

Historische Namensformen:

  • Hennechen (1333)
  • Hene (1396)
  • Henech (1405)
  • Henich (1418)
  • Henychin
  • Heinchin (1420)
  • Hengyn
  • Henchgin
  • Heinchgin (1483)
  • Hene
  • Hönne (1557)
  • Henne (1561)
  • Henle
  • Henlein (1568)
  • Heinle
  • Hainlin (1578)
  • Henlin (1600)
  • Hainler District (1661)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3469211, 5511280
UTM: 32 U 469148 5509515
WGS84: 49.73733699° N, 8.571838678° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

432001020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3058, davon 2117 Acker, 757 Wiesen, 68 Wald
  • 1961 (Hektar): 383, davon 0 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1629: 34 Hausgesessene
  • 1829: 743 Einwohner
  • 1961: 2154, davon 1481 evangelisch (= 68.76 %), 202 katholisch (= 9.38 %)
  • 1970: 2510 Einwohner

Diagramme:

Hähnlein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obere Grafschaft Katzenelnbogen, Amt Zwingenberg und Jägersburg
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amt Zwingenberg und Jägersburg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Zwingenberg und Jägersburg
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Zwingenberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Bensheim
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Darmstadt
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg

Altkreis:

Darmstadt

Gericht:

  • Centgericht Jugenheim, später Zwingenberg
  • 1821. Landgericht Zwingenberg
  • 1879: Amtsgericht Zwingenberg
  • 1934: Amtsgericht Bensheim
  • 1968: Amtsgericht Darmstadt

Gemeindeentwicklung:

31.10.1937: Umgemeindung eines Teils von Hähnlein nach Allmendfeld

Am 1.1.1977 Fusion mit der Gemeinde Alsbach zur Gemeinde Alsbach-Hähnlein

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1333 gehört Hähnlein mit dem Dorf und Gütern Konrad von Bickenbach und seiner Ehefrau Jutta als Zubehör der Burg Tannenberg. 1405 belehnt Erzbischof Joann von Mainz Schenk Eberhard von Erbach mit je einem Viertel an der Feste Bickenbach, an Alsbach, Hähnlein und Aue. 1420 verkaufen Hademar zu Laber und seine Ehefrau Walpurg, geborene Schenk zu Erbach, ihren halben Anteil an dem Dorf Hähnlein an Pfalzgraf Ludwig. 1504 belehnt Erzbischof Berthold von Mainz Schenk Eberhard von Erbach mit Hähnlein. Im Zuge der Bayerischen Fehde kommt Hähnlein von Erbach an Hessen.1571 steht das Dorf Hähnlein den Grafen von Dietz zu, während Hessen die hohe Obrigkeit hat. 1577 fällt die Erbschaft der ausgestorbenen Grafen von Dietz an die Landgrafen von Hessen. 1680 belehnt Kurfürst Anselm Franz von Mainz die Grafen Georg Ludwig und Georg Albrecht von Erbach mit ihrem Teil zu Hänlein, in der Aue usw. 1717 belehnt Kurfürst Lothar Franz von Mainz die Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt und Karl von Hessen-Kassel mit Hähnlein, nachdem das Amt Seeheim usw. von den Grafen von Erbach an Hessen verkauft worden ist.

Zehntverhältnisse:

1487 ist das Kloster Patershausen im Besitz des Zehnten. Im 16. Jahrhundert bei den Landgrafen von Hessen

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1487: Kapelle
  • 1728: Erweiterung der Kapelle zur Kirche
  • 1741: eigene Pfarrei

Patrozinien:

  • Laurentius

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Pfarrbezirk Bickenbach gehörig

1529-1540 zu Alsbach, nach 1540 wieder zu Bickenbach

1741 eigene Pfarrei

Patronat:

Patronatsherr ist zunächst vermutlich das Kloster Patershausen, später sind es die Landgrafen von Hessen.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Alsbach, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Alsbacher Pfarrer Hieronymus Darmstadt ab 1529.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Viktor in Mainz, Landkapitel Bensheim

Juden:

Rabbinat Darmstadt II (orthodox)

angeschlossen an die Gemeinde in Alsbach

um 1770: 3 Familien; 1829-1830: 42; 1905: 23 Juden

Kultur

Schulen:

1628 Schule

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hähnlein, Landkreis Darmstadt-Dieburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13388> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde