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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Buhlen

Ortsteil · 237 m über NN
Gemeinde Edertal, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km nordwestlich von Bad Wildungen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriß und geringer Siedlungsdichte östlich des Edersees im Tal des Netzebaches an der Straße Bad Wildungen-Korbach (B 485). Kirche westlich der Hauptstraße in leichter Erhöhung.

Bahnhof (Bahnhof Buhlen) der Eisenbahnlinie Wabern - Bad Wildungen - Korbach seit 1909 (Teilstrecke Wega - Buhlen am 1. Februar 1909 eröffnet, Teilstrecke Buhlen - Waldeck am 1. Mai 1911).

Ersterwähnung:

850

Siedlungsentwicklung:

In den 1960er Jahren fand man bei Ausgrabungen im Tal der Netze mittelpaläolithische Funde der Neandertaler, die in der Forschung als Jagdstation Buhlen (65.000-60.000 v Chr.) bezeichnet werden.

Durch ein Edikt von Graf Christian Ludwig zu Waldeck wird die gräfliche Meierei Buhlen 1695 wieder zu einem Dorf erhoben und neuen Siedlern kostenlos Grund und Boden sowie Baumaterialien übergeben.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1388, 1443, 1556 und 1655), danach Meierei, ab 1695 wieder Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3505987, 5672423
UTM: 32 U 505911 5670594
WGS84: 51.18673246° N, 9.084573233° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635009060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 451
  • 1961 (Hektar): 451, davon 205 Wald (= 45.45 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1556 17 Familien mit 136 Einwohnern
  • 1620: 16 Häuser
  • 1650: 4 Häuser
  • 1738: 12 Wohnhäuser
  • 1770: 12 Häuser, 89 Einwohner
  • 1895: 111, davon 111 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 212, davon 191 evangelisch (= 90.09 %), 18 katholisch (= 8.49 %)

Diagramme:

Buhlen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 850: in provincia quam Hessi inhabitant
  • 1487: Grafschaft Waldeck, Amt Waldeck
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • 1757: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Waldeck
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Eder (Sitz in Nieder-Wildungen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Werbe (Sitz in Sachsenhausen)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Eder
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Eder
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1816: Oberjustizamt Werbe
  • 1850: Kreisgericht Wildungen
  • 1868/69: Amtsgericht Wildungen
  • 1879: Amtsgericht Niederwildungen
  • 1906: Amtsgericht Bad Wildungen

Herrschaft:

1333 verkaufen Konrad von Roden und seine Frau Grethe, Friedrich von Hausen und seine Frau Katharina, Mechthild von Audepp und Gisela Grope ihre Besitzungen zu Bohlen an Heinrich, Grafen von Waldeck, und verzichten auf jegliche Rechte. 1443 schenkt Graf Walrave von Waldeck seiner Gattin Barbe von Wertheim zur Morgengabe den freien Hof und das Dorf Buhlen. 1477 verpfändet Graf Philipp II. die Kemnate und das Dorf Buhlen seinem Getreuen Hans von Waldenstein. Im 16. Jahrhundert und in der Folge ist das Gut bzw. der Meierhof als waldeckisches Lehen in den Händen der Familie von Rhena.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 31.12.1971 ist Buhlen Teil der Gemeinde Edertal. Gemeindesitz ist in Giflitz.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 850 überträgt Gozmar dem Kloster Fulda seinen Besitz in Buhlen. 1308 übereignet Eckehard von Helfenberg dem Kloster Berich eine Hufe in Buhlen und Güter in Affoldern. 1310 überträgt Kloster Berich dem Petersstift in Fritzlar eine Rente in Buhlen, von der dieses das Jahrgedächtnis des Landgrafen Heinrich Raspe (gest. 1247) begeht.
  • Das 1385 von Graf Heinrich von Waldeck erworbene Allod derer von Immighausen gelangt bereits 1388 an die waldeckische Grabkapelle in Netze.

Zehntverhältnisse:

1310 hat das Petersstift Fritzlar Zehnteinkünfte aus Buhlen.

1488 belehnt Hermann Wolf von Gudenberg Threnniges Pachsorge, Zöllner in Hemfurt, mit einem Zehnten zu Wengershausen und Buhlen.

Im 18. Jahrhundert kommt es zu Auseinandersetzungen der Herren von und zu Rhena mit dem Kammerjunker von Leliva zu Höhnscheid wegen Einlösung des Rhenaischen Erbzehntens vor Buhlen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1858-61: Errichtung der neuromanischen Saalkirche mit achtseitigem Dachreiter

Pfarrzugehörigkeit:

1556 Filial von Böhne, 1580 von Waldeck, 1584-94 von Bergheim, 1602-1632 von Königshagen, 1632-74 Bergheim, 1677 von Affoldern, um 1684 wieder Waldeck, seit 1685 ununterbrochen Filialgemeinde von Affoldern, so auch 1994.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Böhne, erster evangelischer Pfarrer vermutlich der Böhner Pfarrer Johannes Weise um 1556.

Wirtschaft

Mühlen:

Die Mühle an der Netze war schon 1870 nicht mehr in Betrieb

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Buhlen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1261> (Stand: 14.11.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde