Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Schloss Naumburg

Burg; Schloss · 180 m über NN
Gemarkung Erbstadt, Gemeinde Nidderau, Main-Kinzig-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg; Schloss

Lagebezug:

13,6 km nördlich von Hanau

Lage und Verkehrslage:

Auf einer bewaldeten Anhöhe ca. 2 km südlich von Erbstadt

Besitzgeschichte: 1035 urkundliche Ersterwähnung. 1086 schenkte Kaiser Heinrich IV. (reg. 1084-1106; König 1056) die Burg dem Bistum Speyer. Bischof Rüdiger von Huszmann (reg. 1073-1090) übertrug übertrug die Burg der Abtei Limburg an der Hardt. 1561 erwarben die Herren von Hanau die Klostergebäude und den Landbesitz. 1643 an Hessen-Kassel. 1866 an Preußen. Ab 1882 weitere Besitzwechsel

Burggeschichte: 1504 eingeäschert und im Folgejahr Beginn des Neuaufbaus Unter dem Einfluss der Reformation verliessen zahlreiche Mönche das Kloster, so dass im Jahre 1558 lediglich der Propst und ein Mönch das Kloster bewohnten. 1564-1569: "Naumburger Fehde", ausgelöst durch Streitigkeiten der Hanauer Grafen mit ihren Nachbarn. Der Erwerb der klösterlichen Besitzungen dürfte Auslöser zur Fehde gewesen sein.

Baugeschichte: 1750 wurde die alten klösterlichen Gebäude abgerissen und auf den noch vorhandenen Fundamenten ein Schloß errichtet.

Siedlungsentwicklung:

Schloß in der Gemeinde Erbstadt an der Stelle des Klosters Naumburg.

Historische Namensformen:

  • Nauenburg [Generalstabskarte Großherzogtum Darmstadt 1832-1850]

Burgen und Befestigungen:

  • Kurz vor 1692 errichtet der Pfandherr Prinz Georg von Hessen auf den Klostermauern das jetzt noch bestehende Schloßgebäude. Die Anlage zeigt Reste einer früheren Burg.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3489868, 5568572
UTM: 32 U 489797 5566784
WGS84: 50.25312169° N, 8.85688475° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43502102002

Einwohnerstatistik:

  • 1895: 13 Einwohner
Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Grafschaft Münzenberg-Hanau), Kellerei Naumburg (zum Umfang der Kellerei Naumburg s. Mittelpunktfunktionen)
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Windecken (Militärverwaltung)
  • 1810-1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Amt Windecken
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Landgericht Hanau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Hanau
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hanau
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Hanau
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Hanau
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Mainz-Kinzig-Kreis

Altkreis:

Hanau

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Die Burg war vermutlich Eigenbesitz der Salier. Noch vor 1035 kommt es hier zur Gründung einer Benediktiner-Reichspropstei, die 1086 von Kaiser Heinrich IV. an das bistum Speyer verschenkt wurde. Dieses übertrug seinen Besitz 1149 dem Kloster Limburg an der Haardt, das sie 1561 an Graf Philipp III. von Hanau verkaufte, dessen Vorfahren seit dem 15. Jahrhundert die Schirmvogtei ausübten. Die hier eingerichtete Kellerei wurde 1643 an die Landgrafen von Hessen verpfändet, die sie für jeweils 16.000 Reichstaler 1692 an Christian von Hamm (HStAM Best. Urk. 11 Nr. 2025) und 1709 an Johann Volprecht von Görz (HStAM Best. Urk. 11 Nr. 2039) weiterverpfändeten.
  • Auch die Abtei Seligenstadt erhob hier Ansprüche.
Kirche und Religion

Klöster:

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1821 zu Fulda

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Zur Kellerei Naumburg gehörten schon 1692 (HStAM Best. Urk. 11 Nr. 2026) und noch 1787 Erbstadt und Hainchen. 1692 und 1709 werden außerdem Güter in Lindheim als zugehörig genannt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Schloss Naumburg, Main-Kinzig-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/12450> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde