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5816 Königstein (Taunus)
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Herzogtum Nassau 1819 – 42. Königstein

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Ehlhalten

Stadtteil · 247 m über NN
Gemeinde Eppstein, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km nordwestlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

4,5 km nordwestlich von Eppstein, Ehlhalten liegt in einer Tallage des östlichen Hohen Taunus beiderseits des mittleren Dattenbachs.

Am Dattenbach und der L 3027 gelegen

Ortsform:

Doppel-Wegedorf

Ersterwähnung:

um 1226-1239

Siedlungsentwicklung:

Die heutige Siedlung erstreckt sich zwischen Am Dattenbach und Butznickel.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3454889, 5560093
UTM: 32 U 454832 5558309
WGS84: 50.17526224° N, 8.367449749° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

436002020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1843: 2748 Morgen
  • 1885 (Hektar): 727, davon 163 Acker (= 22.42 %), 74 Wiesen (= 10.18 %), 467 Holzungen (= 64.24 %)
  • 1895: 725,8 ha
  • 1961 (Hektar): 726, davon 472 Wald (= 65.01 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1543: 15 Hausgesessene östlich des Bachs
  • 1581: 6 Herdstellen auf der östlichen Seite und weitere 18 auf Josbacher Seite
  • 1587: 11 Häuser östlich des Bachs
  • 1592: 10 Häuser östlich des Bachs und 15 Häuser auf Josbacher Seite
  • 1612: 9 Häuser auf Fischbacher Seite und 11 Häuser auf Josbacher Seite
  • 1623: je 10 Häuser auf beiden Seiten
  • 1648: insges. 6 Häuser
  • 1668: 20 Häuser und 87 Einwohner
  • 1700: 107 Einwohner
  • 1725: 125 Einwohner
  • 1750: 162 Einwohner
  • 1790: 43 Familien mit 237 Personen
  • 1805: 19 Gemeindemitglieder und 3 Witwen östlich des Bachs
  • 1817: 299 Einwohner
  • 1885: 351, davon 8 evangelisch (= 2.28 %), 343 katholisch (= 97.72 %)
  • 1961: 613, davon 63 evangelisch (= 10.28 %), 541 katholisch (= 88.25 %)
  • 1970: 733 Einwohner
  • 1987: 1199 Einwohner

Diagramme:

Ehlhalten: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Westliche Eichelberger Mark
  • undatiert: Östliche Oberliederbacher Mark
  • 1433: Eppstein-Königstein,Kellerei Eppstein
  • 1581: Kurmainz, Oberamt Königstein
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk IX (Kreisamt Höchst)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Obertaunuskreis
  • 1919: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • 1482: Weistum und Ortsgericht bei der Kapelle unter der Linde
  • Ab 1491 zum Landgericht Hof Häusel gehörig.
  • 1816: Amt Königstein
  • 1849: Justizamt Königstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Königstein
  • 1867: Amtsgericht Königstein

Herrschaft:

1433: Eppstein-Münzenberg

1581: Kurfürstentum Mainz

1803: Nassau-Usingen

Gemeindeentwicklung:

Am 01.01.1977 schlossen sich Ehlhalten, Bremthal, Vockenhausen, Niederjosbach und Eppstein zur Stadt Eppstein zusammen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erhält das Kloster Arnstein Zinsen von 17 Personen in Ehlhalten.
  • 1368 beziehen Konrad und Henne von Bommersheim 30 Gulden aus Ehlhalten.
  • 1433 befindet sich der Dattenberg im Besitz der Herren von Eppstein.
  • 1441 tasucht Graf Johann von Nassau-Idstein seine 8 Eigenleute an Gottfried von Eppstein.

Zehntverhältnisse:

Um 1226-29 besitzt das Mainzer St. Stephansstift den Zehnten für eine Ortshälfte.

1290 hat Eppstein den Zehnten von St. Stephan übernommen.

1539 gehören der Kellerei Eppstein Bede, Korn- und Haferzehnten.

1668 gehören dem Pfarrer von Fischbach der große und kleine Zehnte auf Fischbacher Seite des Ortes und von der anderen Seite gehören dem Pfarrer von Schloßborn 1/3 des großen und kleinen Zehnten und die restlichen 2/3 gehen an den Kurfürsten.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1482: heiligen huiss
  • 1724-1728: Pfarrer
  • 1732: Kirchenneubau am Platz der alten Kapelle
  • 1757: Einweihung der Kirche
  • 1950/51: Umbau von St. Michael

Patrozinien:

  • Michael

Pfarrzugehörigkeit:

1668 gehört der westliche Teil zu Fischbach und der östliche zu Oberjosbach.

1728 werden beide Ortsteile zusammengelegt und Schloßborn als Filial angegliedert.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation: vor 1582

Katholischer Bekenntniswechsel: ab 1604

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig.

Kultur

Schulen:

1724: Unterricht durch den Pfarrer

1733: eigene Lehrer

1800: Umbau eines Hauses zur Schule

1827-1971: Schule in der Langstraße

Wirtschaft

Mühlen:

Anfang 14. Jahrhundert: molendinarius (Müller) von Haneberg

1433: Mahlmühle (Silbermühle)

1441: Schleifmühle

1539: 2 Schleifmühlen

1668: Mahlmühle am Silberbach sowie ehemalige Schleif- und Pulvermühlen

1706: Neumühle

1866: Hessenmühle

Zoll:

Um 1280-1285 besitzt die Herrschaft Eppstein den Kappenzins.

1290 haben die Herren von Eppstein Grundzinsen und Vorhure (einmalige Abgabe beim Wechsel von Vermögenswerten z.B. bei Beendigung eines Pachtverhältnisses).

Nachweise

Quellen:

  • Ersterwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan); Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185)

Literatur:

Zitierweise
„Ehlhalten, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11326> (Stand: 18.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde