Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Eifa

Stadtteil · 427 m über NN
Gemeinde Hatzfeld (Eder), Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18 km südwestlich von Frankenberg (Eder)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Bebauung in Plateaulage am südöstlichen Rand des Rothaargebirges zwischen Struth und Kohlenberg. Kirche am Westrand. Durch den Ort führt die B 253 (Abschnitt Biedenkopf-Frankenberg).

Ersterwähnung:

1261

Siedlungsentwicklung:

1503 versprechen die von Hatzfeld Neusiedlern aus den Dörfern Dexbach, Engelbach, Ober-Asphe und Frohnhausen Abgabeerleichterungen in Eifa. 1507 ist die Rede davon, dass Eifa in kurzen jaren ein wustenung gewesen und itzo bei Jorgen von Hotzfelds regiment und in unmundigen jahren landgraf Philips zu bauen understanden worden ist (zitiert nach Weiss, Gerichtsverfassung in Oberhessen, S. 145).

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorflin (1517)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3470767, 5647653
UTM: 32 U 470704 5645834
WGS84: 50.96336757° N, 8.582831133° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635014020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3619, davon 1244 Acker (= 34.37 %), 326 Wiesen (= 9.01 %), 1940 Wald (= 53.61 %)
  • 1885 (Hektar): 909, davon 185 Acker (= 20.35 %), 61 Wiesen (= 6.71 %), 551 Holzungen (= 60.62 %)
  • 1961 (Hektar): 904, davon 570 Wald (= 63.05 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 24 Haushaltungen
  • 1712: 24 Haushaltungen
  • 1885: 276 evangelisch, 9 katholisch
  • 1961: 348, davon 298 evangelisch (= 85.63 %), 47 katholisch (= 13.51 %)

Diagramme:

Eifa: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1464: Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg
  • 1577: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Battenberg, Gericht Eifa
  • 1604: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg
  • 1650: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Battenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Battenberg
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Battenberg
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Hinterlandkreis
  • 1886: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Frankenberg

Gericht:

  • 1351: Gericht Eifa
  • 1519: Landgericht Battenberg
  • 1577 und später: Sondereinheit und -gericht Eifa
  • 1712: Gericht wüst
  • 1821: Landgericht Biedenkopf
  • 1835: Landgericht Battenberg
  • 1867: Amtsgericht Battenberg
  • 1945: Amtsgericht Frankenberg-Eder

Herrschaft:

1351 ist ein Drittel des Gerichts Eifa von Konrad von Eppe an Kraft von Hohenfels verpfändet. 1375 verpfändet Johann von Dunzelshausen ein Drittel des Gerichts zu Eifa, welches er von Johann von Eppe im Pfandbesitz hat, dem Volprecht von Dersch.

Nachweislich seit 1398 erhalten die Herren von Hatzfeld ihre Rechte in Eifa vom Mainzer Erzbischof als Lehen, zuletzt 1486.

1490 belehnt der Landgraf von Hessen die von Hatzfeld u.a. mit dem Recht zu Eifa an den Dörfern und Zehnten, wie ihr Vater Gottfried diese vom Stift Mainz zu Lehen trug (Landgrafen-Regesten online Nr. 7651).

1507 weisen die von Hatzfeld darauf hin, dass ihnen Eifa als hergebrachtes mainzisches Lehen zustehe. In Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen und denen von Hatzfeld wird die Herrschaft geteilt: die hohe Gerichtsbarkeit steht den Landgrafen, die bürgerliche Gerichtsbarkeit und alle Nutzungen stehen denen von Hatzfeld zu.

1570 verzichten die Erben derer von Hatzfeld-Hatzfeld auf die Gerichtsbarkeit zu Eifa. 1670 bildet das Dorf eine Sondereinheit im Amt Battenberg.

Gemeindeentwicklung:

Seit dem 1.1.1974 gehört Eifa als Stadtteil zur Stadtgemeinde Hatzfeld (Eder).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1374 verkaufen Eckard und Johann von Helfenberg dem Volprecht von Dersch ihr Gut zu Eifa.

Zehntverhältnisse:

1324 hat das Mainzer Erzstift den Zehnten in Eifa

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrei seit 1577.
  • Dorfkirche 1711 erwähnt, 1911 wird der rechteckige Fachwerkbau durch einen Neubau ersetzt.

Pfarrzugehörigkeit:

1503/1507 nach Holzhausen eingepfarrt

1577 und 1582 war es eigene Pfarrei, dann bis 1613 pfarrlich von Laisa aus betreut, ab 1613 zu Dexbach. Seit 1710 der Pfarrei Frohnhausen zugeteilt.

Patronat:

1577: Landgraf von Hessen

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Die Namen der Pfarrer sind nicht bekannt.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan, Dekanat Christenberg, Sendbezirk Christenberg

Wirtschaft

Mühlen:

1854 wird eine Mühle genannt

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Eifa, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1083> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde