Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Lützellinden

Stadtteil · 180 m über NN
Gemeinde Gießen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Lagebezug:

6,5 km südwestlich von Gießen

Lage und Verkehrslage:

Unweit des Zusammenflusses von Klee-, Zech- und Lückenbach

Ersterwähnung:

790

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3473243, 5600282
UTM: 32 U 473179 5598482
WGS84: 50.5376644° N, 8.621519216° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531005110

Flächennutzungsstatistik:

  • 1834 (Morgen): 3480, davon 477 Wald
  • 1885 (Hektar): 889, davon 625 Ackerland (= 70.30 %), 89 Wiesen (= 10.01 %), 135 Holzungen (= 15.19 %)
  • 1961 (Hektar): 885, davon 117 Wald (= 13.22 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1834: 619 evangelische Einwohner, 2 Juden
  • 1961: 1492, davon 1323 evangelisch (= 88.67 %), 162 katholisch (= 10.86 %)
  • 1970: 1684 Einwohner

Diagramme:

Lützellinden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstentum Nassau-Weilburg, Grafschaft Nassau-Weilburg, Oberamt Atzbach, Amt Hütten- und Stoppelberg
  • 1806-1815: Herzogtum Nassau, Amt Hüttenberg
  • 1816: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar (Immediat-Gebiet)
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreisfreie Stadt Lahn
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Wetzlar

Gericht:

Herrschaft:

1703 wurde durch einen Vertrag mit der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt die bis dahin bestehende Gemeinschaft des Hüttenbergs aufgehoben, so dass u.a. Lützellinden allein der Grafschaft Nassau verblieb.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 Eingliederung in die neu gegründete kreisfreie Stadt Lahn, nach deren Auflösung am 1.8.1979 Eingemeindung nach Gießen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1297 schenken Hermann Selig und seine Ehefrau Hildegung dem Kloster Altenberg ihre Güter zu Lützellinden. 1303 verkauft Ernst von Nauborn dem Kloster Güter in Lützellinden. 1321 tauscht das Kloster Güter zu Lützellinden gegen solche in Dagobertshausen. 1349 hat das Kloster Zinseinkünfte aus 3 Höfen und der halben Mühle. 1442 verkauft Johann von Kolnhausen für 140 Gulden alle seine Güter zu Lützellinden, die die Mitgift seiner Ehefrau Meckel waren.
  • 1306 vermacht der Friedberger Bürger Johann eine Korngülte von 8 Maltern aus seinen Gütern u.a. in Lützellinden halb dem Deutschen Orden in Marburg und halb dem Kloster Altenberg.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1261: Pleban

Pfarrzugehörigkeit:

1703 wurde Hörnsheim, bisher Filial von Großen-Linden, der Pfarrei Lützel-Linden zugteilt.

Patronat:

1534 haben die Junker von Elkershausen das Patronatsrecht als Lehen der Grafen von Nassau-Weilburg inne, nach deren Erlischen ging die Kollatur an die Grafen über. In einem Vergleich von 1621 wurde die alternierende Präsentation von Nassau und den Landgrafen vereinbart.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Adam Kirchhain 1530-1536

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Pfarrei im Archipresbyterat Wetzlar, Archidiakonat St. Lubentius in Dietkirchen, Erzdiözese Trier

Sendpflichtig nach Großenlinden

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Johannes Schneidt 1592-1593

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1834 gehörten zur Bürgermeisterei Lützellinden die Orte Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Niedercleen, Obercleen und Ebersgöns.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Lützellinden, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10555> (Stand: 8.6.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde