Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Villingen

Stadtteil · 167 m über NN
Gemeinde Hungen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südöstlich von Lich

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß auf einem nach Osten in das Horloff-Tal vorspringenden Hang. Kirche am Südost-Rand. Moderne Wohnsiedlung im Westen des Ortes. Straße nach Ruppertsburg, Hungen und Nonnenroth.

Im Westen des Ortes Bahnhof der Eisenbahnlinie Hungen – Mücke (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1890) (1959 ab Laubach eingestellt). Endbahnhof der Nebenbahn Villingen - Ruppertsburg - Friedrichshütte (1890-96 als schmalspurige Pferdebahn betrieben; ab 1899 öffentlicher Verkehr; letztes Teilstück Villingen - Ruppertsburg 1907 eröffnet); Strecke Ruppertsburg - Friedrichshütte für den Güterverkehr 1930; Strecke Hungen/Villingen – Laubach/Ruppertsburg (Inbetriebnahme der Strecke 1.4.1899) für den Güterverkehr 1959 eingestellt. Einstellung des Personenverkehrs 1959.

Ersterwähnung:

1343

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1853-1857

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3495494, 5596514
UTM: 32 U 495421 5594715
WGS84: 50.50438703° N, 8.935432942° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531008120

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3934, davon 2026 Acker, 493 Wiesen, 1415 Wald
  • 1961 (Hektar): 1302, davon 624 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1834: 893 Einwohner
  • 1885: 900 Einwohner
  • 1925: 1042 Einwohner
  • 1939: 1083 Einwohner
  • 1950: 1557 Einwohner
  • 1961: 1497 Einwohner
  • 1830: 866 evangelische, 1 römisch-katholischer Einwohner, 17 Juden. 1961: 1272 evangelische, 1886 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 231 Land- und Forstwirtsch., 326 Prod. Gewerbe, 82 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 77 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Villingen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Fürstentum Solms-Braunfels, Herrschaft Münzenberg, Amt Hungen
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Hungen (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1841: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1822: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Hungen, seit 1882: Amtsgericht Laubach

Herrschaft:

Bei der Falkensteiner Teilung 1271 erhält Werner von Falkenstein aus der Licher Linie das zum Gericht Hungen gehörige Villingen weiteres siehe dort. Bei der Solmser Teilung 1423 erhält Graf Bernhard von Solms Villingen mit den Wüstung Zelle und Eppelrode.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1977 Eingliederung nach Hungen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1355 bestätigt Philipp d.J. von Falkenstein das Wittum seiner Schwester Agnes von F. mit Gütern in Villingen, die von Kloster Hersfeld zu Lehen gehen (Löffler, Herren von Falkenstein Bd. 2 Nr. 1125).
  • 1505 erwirbt Kloster Wirberg als Pfand einen Zins von Gütern in der Feldmark von Villingen (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 751).
  • 1559 Belehnung Melchiors von Trohe (ebd. Nr. 3107). 1551 belehnen die Grafen von Solms Lorenz von Fischborn, Amtmann zu Orb mit einem Hof zu Villingen, dem großen Zehnten samt etlichen Hofreiten daselbst (Solmser Urkunden 3 Nr. 2977). 1582 Neubelehnung der von Fischborn 1582 (Solmser Urkunden 3 Nr. 3485).

Zehntverhältnisse:

1549 belehnt Graf Reinhard von Solms Hartmann von Trohe mit 2 Höfen in Villingen und einem Teil am Zehnten zu Villingen und Zelle zu Mannlehen (Solmser Urkunden 3 Nr. 2914); 1559 Belehnung Melchiors von Trohe (ebd. Nr. 3107). 1551 belehnen die Grafen von Solms Lorenz von Fischborn, Amtmann zu Orb mit einem Hof zu Villingen, den großem Zehnten samt etlichen Hofreiten daselbst (Solmser Urkunden 3 Nr. 2977); 1582 Neubelehnung der von Fischborn (Solmser Urkunden 3 Nr. 3485).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pleban um 1435 (Register A), Pfarrei 1504 (Bhkg III 37 Nr. 11). Hermann II 395 (1535),

Pfarrzugehörigkeit:

Ursprünglich Filiale von Hungen

Patronat:

Mutterkirche Hungen, seit 1420: Marienstift Lich, 1486 diesem inkorporiert. Seit der reformiert hatte das Stift nur noch das Nominations-, Solms-Lich das Präsentationsrecht. Bis 1548 Solms-Lich, seitdem offenbar alternierend Solms-Lich und Solms-Braunfels, später Solms-Braunfels allein.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Valentin Rabe 1561(?)-1579

Reformierter Bekenntniswechsel: 1580er Jahre

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Mariengreden, Dekanat Friedberg, Sendbezirk Hungen

Kultur

Schulen:

1570er Jahre Schule vorhanden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Villingen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10507> (Stand: 16.10.2018)
 
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