Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Freienseen

Stadtteil · 278 m über NN
Gemeinde Laubach, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km südöstlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß und dichter Gehöftanordnung an der Einmündung des Dörrnbachs in den Seenbach. Kirche mit ummauertem Kirchhof in zentraler Lage. Moderne Wohnsiedlung am Nordwesten-Hang einer Bergkuppe (Alluh).

Ehem. Bahnhof der Eisenbahnlinie Hungen – Mücke (Inbetriebnahme der Strecke 1.10.1903) (1959 eingestellt).

Ersterwähnung:

1312

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1312)
  • Dorf 1340 und 1432

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1847

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3503379, 5602817
UTM: 32 U 503303 5601016
WGS84: 50.56105691° N, 9.046635426° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531010020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2762, davon 1007 Acker, 786 Wiesen, 968 Wald
  • 1961 (Hektar): 1533, davon 684 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1834: 1053 Einwohner
  • 1885: 637 Einwohner
  • 1925: 655 Einwohner
  • 1939: 629 Einwohner
  • 1950: 995 Einwohner
  • 1961: 872 Einwohner
  • 1830: 1057 evangelische, 1 römisch-katholischer Einwohner
  • 1961: 686 evangelische, 170 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 144 Land- und Forstwirtsch., 195 Prod. Gewerbe, 36 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 45 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Freienseen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1341 und später: Gericht (Amt) Laubach
  • 1787: Grafschaft Solms-Laubach (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Laubach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Laubach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Laubach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1820: Standesherrliches Amt Laubach
  • 1822: Landgericht
  • 1879: Amtsgericht Laubach

Herrschaft:

Im Zuge des solmsischen Teilungsvertrages des Jahres 1432 kommt Freienseen als Zubehör von Laubach an Graf Johann von Solms (Solmser Urkunden 1 Nr. 996).

Gemeindeentwicklung:

1500 bekennt Landgraf Wilhelm II., daß er die Männer des Dorfes Freien-Seen bei ihren alten Freiheiten und Gewohnheiten und auch bei dem landgräflich eigenen zinshaften Hof daselbst behalten will gemäß einer Urkunde seines Großvaters Landgraf Ludwig (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 1446). - Heimbürge 1548 gen.; Bürgermeister vor 1555 (Solmser Urkunden 3 Nr. 2862, 3014)

Am 1.4.1972 Eingliederung in die Stadt Laubach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1312 beurkundet Landgraf Otto die Aussagen der Schöffen zu Grünberg über die Verpflichtungen des Dorf Freien-Seen gegen die Edlen von Hanau (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 557a).
  • 1449 erwirbt das Antoniterkloster Grünberg eine Wiese zu Freien-Seen; eine benachbarte Wiese erwirbt das Kloster 1453 (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 395, 406).
  • 1548 gestatten die Grafen Reinhard und Friedrich Magnus von Solms den Einwohner des Dorfes Freien-Seen, daß sie zur Verbesserung ihres Weidegangs neben den Einwohner von Laubach in den 4 Wüstungen Kreuz-Seen, Baumkirchen, Fartmannshausen und Germannshausen weiden dürfen (Solmser Urkunden 3 Nr. 2862).

Zehntverhältnisse:

1426 gibt Konrad von Romrod seine Einwilligung, daß Ludwig von Sassen ein Drittel des Zehnten zu Freien-Seen an Andreas Schleiffras verpfändet; dasselbe bekundet Ritter Rorich von Eisenbach (Solmser Urkunden 1 Nr. 942 f.). 1499 willigt Margarethe von Urff auf Bitten Johanns von Sassen in die Verpfändung eines Sechstels des Zehnten in Freien-Seen an die Grünberger Antoniter ein. (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 710).

1531 bekundet Graf Philipp von Solms-Münzenberg, daß er dem Johann von Urf, dem er auf seinen Anteil am Zehnten zu Freien-Seen, den vorher Ludwig von Sassen innehatte, 150 fl geliehen hatte, versprochen habe, dieses Pfand zurückzugeben, sobald das geld zurückgezahlt sei (Solmser Urkunden 3 Nr. 2716).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1435: Filiale von Laubach. Nach Streitigkeiten mit der Gemeinde wird seitens des Patrons, Graf Johann von Solms entschieden, daß der Pfarrer von Laubach der Gmde helfen solle, einen Priester zu bestellen, der ihr an Sonntagen und den vier Hohen Festen Messe liest und Sakramente reicht. Dafür solle er von den Einkünften des Pfarrer und derv Gemeinde eine jährl. Gülte erhalten (Solmser Urkunden 1 Nr. 1020). 1553 wird berichtet, daß Freien-Seen früher einen eigenen Pfarrer gehabt hat; 1699-1717: Pfarrdiakon. Bis 1717: Lardenbach, Solms-Ilsdorf, Flensunger Hof als Filiale bei Freien-Seen eingepfarrt. Mit der Errichtung der Paferrei Lardenbach (1717) Solms-Ilsdorf und Flensunger Hof diesem eingepfarrt; seitdem war Freien-Seen filiallos.1954: Pfarrei ohne Beidörfer

Patronat:

Der Patronat stand 1548 und später Solms-Laubach zu.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Sintrum Lutz um 1558

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Freienseen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10464> (Stand: 16.10.2018)
 
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