Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Kleinlinden

Dorf · 180 m über NN
Gemeinde Gießen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3,5 km südöstlich von Gießen

Lage und Verkehrslage:

Zweigliedriges Straßendorf mit regellosem Grundriß am Rande der Gießener Beckenlandschaft an der Mittelterrasse des Lahntales. Kern der alten Siedlung am Schnittpunkt der Frankfurter und Wetzlarer Straße Kirche an der nach Süden führenden Kirchstr. am ehemaligen Ausgang des Ortes. Moderne Siedlungsentwicklung nach Süden

Im Osten verläuft die Main-Weser-Bahn

Ersterwähnung:

1269

Weitere Namen:

  • Klein-LInden

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1280

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3475044, 5602647
UTM: 32 U 474979 5600846
WGS84: 50.55900416° N, 8.646764695° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531005090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 1183, davon 852 Acker, 263 Wiesen, 10 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1669: 123 Seelen
  • 1742: 1 Geistl./Beamte, 55 Untert., 17 Junge Mannschaften, 3 Beisassen/Juden
  • 1804: 302 Einwohner

Diagramme:

Kleinlinden: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1461: Gericht
  • 1502: Amt Gießen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Gericht Heuchelheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Stadtamt Gießen
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1939: Deutsches Reich, Land Hessen, Stadtkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Langericht, seit 1879: Amtsgericht Gießen

Gemeindeentwicklung:

1.4.1939 nach Gießen eingemeindet, 1977: Stadtteil der kreisfreien Stadt Lahn, 1979 Stadtteil von Gießen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1148 bestätigt Papst Eugen III. Kloster Schiffenberg seinen Besitz zu Linden (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 1135).
  • 1280 schenkt Landgraf Heinrich Kloster Arnsburg eine Hufe im Dorf Kleinlinden, die ihm der bisherige Lehnsträger, Ritter Gottfried von Linden aufgelassen hat (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 229). 1329 erklärt Hartmann gen. Stukir von Kleinlinden, Kloster Arnsburg eine Gülte von seinen Gütern in Bulgensheim bei Kloster Linden verkauft zu haben. 1333 bekundet Ritter Eckehard von Linden, daß er Güter verkauft hat, von denen Arnsburg bereits von seinem gleichnamigen Vater eine Gülte in Höhe 1 Malter Weizen geschenkt worden war. Mit Zustimmung seines Bruders leistet er Arnsburg Ersatz mit einer halben Hufe in Kleinlinden ( Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 606, 647).
  • 1489 verkauft Kloster Arnsburg den Grünberger Antonitern seinen Besitz zu Kleinlinden (1 Beständer) (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2, S. 58). - 1301 verkauft der Wetzlarer Bürger Berthold von Linden gen. Nopelere den Kanonikern und Nonnen zu Schiffenberg die Erbleihrechte an deren Gütern zu Kleinlinden. 1302 schenkt der Wetzlarer Bürger Werner der neu erbauten Kirche in Wetzlar seine Güter in Gießen und Kleinlinden. 1317 verkauft Happel gen. Spiesheimer, Bürger zu Gießen Einkünfte, die nach dessen Tod an das Stift Wetzlar fallen sollen. Der Zins ist fällig aus einer halben Hufe zu Kleinlinden und allen zugehörigen Gütern.
  • 1333 besitzt Stift Wetzlar Güter auf den Gemarkung Gießen und Linden mit Höfen in Selters (Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1 Nr. 495, 519, 913; Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2 Nr. 408).
  • Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1414 verleiht Landgraf Ludwig Ritter Gerhard von Kinzenbach als Mannlehen den Sitz und Gadem zu Kleinlinden mit allen zugehörigen Gütern und 20 Morgen in der Lindener Mark; 1414 verleiht der Landgraf dem Ritter Kurt von Bicken als Burglehen u.a. das Gut zu Kleinlinden. 1414 gibt der Landgraf Eckhard Schlaun als Burglehen den Burgsitz in der alten Burg Gießen, eine Hufe zu Lunsbach sowie einige Geld- und Fruchteinkünfte zu Kleinlinden und Wieseck (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 525). 1436 gibt der Landgraf den von Kinzenbach als Mannlehen 10 Hufen zu Kleinlinden, wie sie dasselbe hergebracht haben (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 527, 532, 851).
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Vor der Reformation und später bei Großen-Linden eingepfarrt. Seit 1908 hat der Pfarrassistent von Großen-Linden seinen Sitz in Kleinlinden 1954: Pfarrei

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Großen-Linden, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Großen-Lindener Pfarrer Tobias Schrautenbach ab 1527.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mit Einschränkung Sendbezirk Großen-Linden. Archipresbyterat Wetzlar

Kultur

Schulen:

Brüder-Grimm-Gesamtschule

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleinlinden, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10377> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde