Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Langd

Stadtteil · 145 m über NN
Gemeinde Hungen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km südöstlich von Lich

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung beiderseits des Biebergrabens. Hauptkomlex der Siedlung an einem zum Biebergraben abfallenden Südost-Hang. Kirche mit romanischem Kirchturm in erhöhter Lage am Nordwestrand des Ortes.

Ersterwähnung:

um 1150

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1832

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3496629, 5592848
UTM: 32 U 496556 5591051
WGS84: 50.47143841° N, 8.951465185° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531008040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 4405, davon 2142 Acker, 508 Wiesen, 1629 Wald
  • 1961 (Hektar): 1208, davon 425 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1630(?): 2 dreispänn., 8 zweispänn., 15 einspänn. Ackerl., 20 Einläufige 55 Hausgesesse
  • 1669: 209 Seelen
  • 1742: 3 Geistl./Beamte 82 Untert., 11 Junge Mannschaften, 4 Beisassen/Juden. 1804: 494 Einwohner
  • 1834: 573 Einwohner
  • 1885: 624 Einwohner
  • 1925: 561 Einwohner
  • 1939: 578 Einwohner
  • 1950: 877 Einwohner
  • 1961: 660 Einwohner
  • 1830: 545 evangelische Einwohner 1961: 556 evangelische, 100 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 210 Land- und Forstwirtsch., 105 Prod. Gewerbe, 23 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 23 Dienstleistung(en) und Sonst

Diagramme:

Langd: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt (Grafschaft) Nidda und Lißberg, Gericht Rodheim
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Nidda
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Landgericht Nidda, seit 1853: Landgericht , seit 1879 Amtsgericht Hungen, seit 1934: Amtsgericht Nidda

Herrschaft:

Schultheiß 1490 gen. (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 602)

Gemeindeentwicklung:

1.4.1953: Umgemeindung des Wohnplatzes Graß (Hof; 46 Einw.) von der Gemeinde Rodheim

Am 31.12.1970 Eingliederung nach Hungen

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 11./12. Jahrhundert besitzt die fuldische Propstei Neuenberg einen Weinberg in Langd; auch die fuldische Propstei St. Michael ist hier begütert.
  • 1338 trägt Heinrich von Langd Ulrich II. von Hanau eine Geldgülte zu Langd als Windecker Burglehen auf (Urkundenbuch der Herren von Hanau 2 Nr. 502).
  • 1421 erhält Ruprecht Riedesel von den Grafen von Solms ein Burglehen zu Laubach und Münzenberg, wofür er seinen Eigenhof zu Langd vor dem Rodheimer Gericht aufläßt; die beiden Burglehen waren 1386 dem Eberhard Riedesel von Philipp von Falkenstein verliehen worden (Uhlhorn, Grafen von Solms, S. 362). Neubelehnung Eberhard Riedesels 1478 (Solmser Urkunden 1 Nr. 897, 1741).
  • Um 1435/40 hat Kloster Wirberg Einkünfte aus Güterbesitz zu Langd.

Ortsadel:

Ritter von Langd 1242 gen. (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 186 mit Fußnote)

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Michael

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1435: Kapelle des hlg. Michael, die nach Rodheim eingepfarrt war; zu Beginn des 16. Jahrhundert wieder Pfarrei ohne Beidörfer (Register D)

Patronat:

Landgrafen von Hessen

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Wagner 1535(?)-1541(?)

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Rodheim a. d. Horloff, Dekanat Friedberg

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Langd, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10366> (Stand: 16.10.2018)
 
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