Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Gonterskirchen

Stadtteil · 187 m über NN
Gemeinde Laubach, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10 km südöstlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss in Talmündungslage an der Einmündung des Schifferbachs in die Horloff. Kernbereich der Siedlung beiderseits der Horloff. Kirche in zentraler Lage. Zwei jüngere Siedlungsspitzen ziehen sich hangparallel auf dem rechts und links Horloff-Ufer

Ersterwähnung:

1239

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1934-1936 (Grundstückspläne)

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3501710, 5597826
UTM: 32 U 501635 5596027
WGS84: 50.51619673° N, 9.023058839° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531010030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2772, davon 1204 Acker, 769 Wiesen, 799 Wald
  • 1961 (Hektar): 1704, davon 1135 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1631: 59 Untert., 10 Witwen
  • 1834: 462 Einwohner
  • 1885: 501 Einwohner
  • 1925: 540 Einwohner
  • 1939: 504 Einwohner
  • 1950: 739 Einwohner
  • 1961: 623 Einwohner
  • 1830: 455 evangelische Einwohner
  • 1961: 542 evangelische, 77 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 164 Land- und Forstwirtsch., 138 Prod. Gewerbe, 28 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 21 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Gonterskirchen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1341, 1432 u. später: Gericht (Amt) Laubach
  • 1787: Grafschaft Solms-Laubach (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Laubach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Laubach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1822 Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Laubach

Herrschaft:

Im Zuge des solmsischen Teilungsvertrages des Jahres 1432 kommt Gonterskirchen als Zubehör von Laubach an Graf Johann von Solms (Solmser Urkunden 1 Nr. 996).

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingliederung in die Stadt Laubach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1365 verkaufen die Ritter Gottfried Strebekotz und Klas von Engelnhausen Kloster Haina Gülten zu Gonterskirchen, Wiemannshausen, Laubach und Nieder-Hindernau (Franz, Klosterarchive 6INr. 693 f., 719).
  • 1477 erhalten die Grünberger Antoniter eine Stiftung u.a. aus dem Zehnten zu Gonterskirchen. 1489 verkauft Kloster Arnsburg seinen Güterbesitz (2 Beständer) in Gonterskirchen an die Grünberger Antoniter (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 489, Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2 S. 31).
  • 1528 verkauft Kloster Haina Graf Philipp von Solms-Münzenberg für 2000 fl. ihren Hof zu Utphe samt Zinsen zu Ober-Bessingen, Ettingshausen, Gonterskirchen, Laubach, Trais-Horloff. Bestätigung durch Landgraf Philipp 1529 (Solmser Urkunden 3 Nr. 2654, 2680).

Zehntverhältnisse:

1477 erhalten die Grünberger Antoniter eine Stiftung u.a. aus dem Zehnten zu Gonterskirchen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1702 sind Ruppertsburg und bis 1704 Einartshausen Filialen.

1809 wird Einhartshausen mit Gonterskirchen äqualiter uniert.

Patronat:

Solms-Lich ä. L., seit 1548 Solms-Laubach, so noch 1900

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Solms-Laubach ab 1544.

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Bein bis 1581

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzdiözese Mainz, Archidiakonat St. Johann zu Mainz, Sendort Laubach

Wirtschaft

Mühlen:

1324 ist eine Mühle in Gonterskirchen belegt (Dreher, Testament, S. 51)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gonterskirchen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10302> (Stand: 16.10.2018)
 
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