Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Annerod

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Fernwald, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km östlich von Gießen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaften Grundrißmerkmalen in Plateaulage des Gießener Stadtwaldes bzw. des Fernwaldes. Kirche in zentraler Lage am Schnittpunkt der die Siedlung strukturierenden Hauptachsen. - Straßenverbindung zur B 49

Ersterwähnung:

1307

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1318 (siehe Ziff. 2b)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1881 (kriegszerstört), 1937

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3482499, 5604737
UTM: 32 U 482431 5602935
WGS84: 50.57806338° N, 8.75187134° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531004020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 2147, davon 1250 Acker, 263 Wiesen, 513 Wald. 1961 (Hektar): 536, davon 156 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 15 Hausgesesse, 1577: 35 Hausgesesse 1630: 6 zweispänn., 12 einspänn. Ackerl., 21 Einläufige, 2 Witwen, 6 Vormundsch. 1677: 44 Hausgeseß, davon 2 freie. 1742: 1 Geistl./Beamter, 82 Untert., 33 Junge Mannschaften, 3 Beisassen/Juden.
  • 1804: 312 Einwohner
  • 1834: 368 Einwohner
  • 1885: 514 Einwohner
  • 1925: 638 Einwohner
  • 1939: 745 Einwohner
  • 1950: 1083 Einwohner
  • 1961: 1113 Einwohner
  • 1830: 360 evangelisch Einwohner, 1895: 536 evangelisch Einwohner 1961: 882 evangelisch, 203 römisch-katholisch Einwohner - 1961 (Erwerbspers.): 115 Land- und Forstwirtsch., 194 Prod. Gewerbe, 91 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 126 Dienstleistung(en) und Sonst

Diagramme:

Annerod: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1460/70 und später: Gericht Hüttenberg, das 1556 und später Zubehör des Amtes Gießen ist
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Anteil am Fürstentum Oberhessen), Amt Hüttenberg
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gießen
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Gießen
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis
  • 1979: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Gießen

Herrschaft:

1703 wurde durch einen Vertrag mit dem Grafen von Nassau-Saarbrücken die bis dahin bestehende Gemeinschaft des Hüttenbergs aufgehoben, so dass u.a. Annerod allein der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt verblieb.

Gemeindeentwicklung:

1971: Zusammenschluß mit Albach und Steinbach zur Gemeinde Fernwald.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1315 verkauft Konrad dictus Wammeselere de Annerod, früher Bürger zu Gießen, Kloster Arnsburg Äcker in Annerod (Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 438). 1318 erklärt der Ritter Dylo de Alpach für sich und seine Frau, auf die von dem verstorbenen Ritter Heinrich Schabe dem Kloster Arnsburg vermachten Güter in Annerod keinen Anspruch zu haben (Urkundenbuch der Stadt Friedberg 1 Nr. 230).
  • Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1494 verkaufen Heimbürgen und Gemeinde zu Annerod den Grünberger Antonitern, den Besitzern des Dorotheen-Altars in ihrer Kirche, eine Gülte von ihrer Gemeinde Bede und Geschoß (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 1 Nr. 658).

Zehntverhältnisse:

1414 gibt Landgraf Ludwig den Waise von Fauerbach als Mannlehen u.a. 1 Achtel am Zehnten zu Annerod (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 521)

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1577 und später: Filiale von Hausen, seit 1838: Filiale Von Rödgen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Hausen, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Hausener Pfarrer Johannes Wilhardus ab 1528.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius (Dietkirchen), Archipresbyterat Wetzlar, Sendbezirk Großen-Linden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Annerod, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10206> (Stand: 16.10.2018)
 
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