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Frankfurt am Main, Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene

Frankfurt am Main, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main | Historisches Ortslexikon
In der NS-Zeit: Kleyerstraße/Weilburger Straße
Klassifikation | Nutzungsgeschichte | Indizes | Nachweise | Abbildungen | Zitierweise
Klassifikation

Kategorie:

Wirtschaft

Subkategorie:

Zwangsarbeit 

Nutzungsgeschichte

Objektbeschreibung:

Zunächst wurden im Juli 1941 auf dem Adler-Werksgelände Baracken für die im Werk (das in die Werke I, II und III unterteilt war) arbeitenden französischen Zivilarbeiter errichtet.

Beschreibung:

Die Adlerwerke, die einer der führenden Herstellerbetriebe von Schützenpanzern waren, setzten in ihrer Produktion massiv ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ein. Diese waren auf dem Werksgelände oder Lagern in Frankfurt untergebracht worden. Zunächst wurden französische Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach Beginn des Russlandfeldzuges wurden russische Kriegsgefangene in der Produktion eingesetzt. Die in Frankfurt eingesetzten Kriegsgefangenen kamen aus dem Stalag Bad Orb/„Wegscheide“. Am 1. April 1943 verzeichnete die DAF, die Unterbringung 123 sowjetischer Kriegsgefangener.

Die Baracken auf dem Werksgelände waren für diese große Anzahl an Menschen nicht ausgelegt. Daher wurde mit dem Bau eines großen Barackenlagers in Griesheim Ende 1942 begonnen. Bis zur Fertigstellung des neuen Lagers in Griesheim wurden „West“- und „Ostarbeiter“ in unterschiedliche Baracken auf dem weitläufigen Werksgelände inhaftiert. Diese befanden sich in der Kleyerstraße 17, 45, 82 der Weilburger Straße und der Krifteler Straße 47.

Einige der Ostarbeiter, die aufgrund von Tuberkulose oder aufgrund der Diagnose „geisteskrank“ als nicht mehr arbeitsfähig eingestuft wurden, wurden nach Hadamar überstellt und dort ermordet.

Am 22. April 1944 wurde das Werk bei einem Luftangriff schwer beschädigt; zudem konnten nicht mehr genügend Zwangsarbeiter, die für die Aufrechterhaltung der Produktion nötig waren, „beschafft“ werden. Der Strom aus dem besetzten Ausland war in Folge der sich abzeichnenden Niederlage versiegt. Die Werksleitung bat bei der SS um den Einsatz von Häftlingen aus Konzentrationslagern in der Panzer-Produktion.

Auf einem Teil des Geländes der Adlerwerke wurde am 22. August 1944 das Konzentrationslager Katzbach eingerichtet.

Nutzungsanfang (früheste Erwähnung):

Juli 1941

Nutzung nach NS-Zeit:

Teile des ehemaligen Adlerwerkes stehen unter Denkmalschutz.

Indizes

Orte:

Frankfurt am Main

Sachbegriffe:

Stalag · Betrieb · Wirtschaft · Firmenlager · Zwangsarbeit

Nachweise

Literatur:

Weblinks:

Adlerwerke

Zitierweise
„Frankfurt am Main, Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene“, in: Topographie des Nationalsozialismus in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/nstopo/id/1262> (Stand: 26.11.2022)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde