Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Topografie des Nationalsozialismus in Hessen

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Sachsenhausen, Landesarbeitsamt, Gauarbeitsamt Rhein-Main

Sachsenhausen, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main | Historisches Ortslexikon
In der NS-Zeit: Gartenstraße 140
Klassifikation | Nutzungsgeschichte | Indizes | Nachweise | Abbildungen | Zitierweise
Klassifikation

Kategorie:

Verwaltung

Subkategorie:

Arbeitsverwaltung

Nutzungsgeschichte

Beschreibung:

Das Landesarbeitsamt, später Gauarbeitsamt Rhein-Main, koodinierte den Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter in der Region. Zudem beteiligte es sich an der administrativen Durchführung des Euthanasie-Programms. Es unterhielt in Kelsterbach ein "Durchgangslager" und in Kurhessen gemeinsam mit dem für die Region zuständigen Arbeitsamt ein "Krankenlager" in Pfaffenwald bei Hersfeld. Diese Lager erfüllten im System der Zwangsarbeit eine wichtige Funktion: in Kelsterbach erfolgte die Verteilung der arbeitsfähigen Zwangsverschleppten auf die verschiedenen Betriebe, bzw. die einzelnen Arbeitsamtsbezirke der Region. Wer nicht arbeitsfähig oder schwanger war, wurde in das "Krankenlager" Pfaffenwald überführt.

Das Landesarbeitsamt überstellte "Ostarbeiterinnen" und "Ostarbeiter", die an Tuberkulose erkrankt waren, oder als "geisteskrank" eingestuft worden waren, nach Hadamar. Grund hierfür war die veränderte Kriegslage im Osten, die eine "Rückführung" arbeitsunfähiger "Ostarbeiter" nicht mehr möglich machte. Bis zum März 1945 wurde von der Behörde mindestens 583 erkrankte Zwangsarbeitskräfte nach Hadamar trasportiert und dort getötet.

Indizes

Orte:

Sachsenhausen

Sachbegriffe:

Arbeitsverwaltung · Verwaltung · Wirtschaft

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Sachsenhausen, Landesarbeitsamt, Gauarbeitsamt Rhein-Main“, in: Topographie des Nationalsozialismus in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/nstopo/id/1230> (Stand: 17.2.2011)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde