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Klöster

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5818 Frankfurt a. M. Ost
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Ortskennziffer
41200001019

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Weißfrauenkloster Frankfurt

100 m über NN
Gemarkung Frankfurt, Gemeinde Frankfurt am Main, Stadt Frankfurt am Main
Basisdaten | Geschichte | Besitz | Ausstattung | Nachweise | Zitierweise | Indizes
Basisdaten

Abstract:

Das Kloster gehört zum 1227 entstandenen Orden der sog. Magdalenen oder Reuerinnen. Er erinnert an die biblischen Figuren der Maria von Magdala, die Christus auf dem Kreuzweg folgt, an Maria von Bethanien, Schwester von Martha und Lazarus, und an die sog. Sünderin, die Christus die Füße wäscht, salbt und mit den eigenen Haaren trocknet. Frankfurter Patrizierfamilien gründen 1228 das Kloster für unversorgte weibliche Angehörige. In der Reformation wird das Stift säkularisiert, bleibt weiter bestehen und wird 1819 mit dem Katharinenkloser in eine gemeinsame Stiftung eingebunden.

Orden:

Weiße Frauen

Alte Diözesanzugehörigkeit:

Kirchenprovinz Mainz, Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Bartholomäus Frankfurt

Typ:

Frauenkloster

Territorium:

  • Reichsstadt Frankfurt, vgl. Entwicklung Frankfurt

Historische Namensformen:

Benennung der Institution:

  • Büßende Schwestern der hl. Magdalena bzw. Weiße Frauen, Orden der Poenitentes,
  • Reuerinnen der Heiligen Maria Magdalena

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3477002, 5552688
UTM: 32 U 476978 5550828
WGS84: 50.10925374° N, 8.678038174° O OpenLayers

Geschichte

Geschichte:

1228 wird das Weißfrauenkloster (im Westen in dem durch die auffällige Ausbuchtung der Staufermauer gewonnenen Stadtareal, unmittelbar in der Nähe des Karmeliterklosters) mit Zustimmung von König Heinrich VII. von reichen Frankfurter Patrizierfamilien gegründet. Es dient der Aufnahme unversorgter weiblicher Angehöriger. Die Gemeinschaft lebt nach der Augustinerregel, die Nonnen tragen eine weiße Kleidung, was namensgebend für das Kloster wird. Die Gemeinschaft ist dem Papst unterstellt. 1342 erhält das Kloster vom Rat der Stadt Frankfurt zwei Vormünder, die allen Rechtsgeschäften des Konventes zustimmen müssen. Mit dieser Klosterpflegschaft sichert der Rat seinen Einfluss auf die Entwicklung des Klosters ab. Große Stiftungen sichern die wirtschaftliche Existenz. Die Nonnen erstellen Leinen und Tuche, haben laut Wollweberordnung das Recht Stoffe mit Spitze zu erstellen.

Die im 13. Jahrhundert errichtete Kirche, 1316 erwähnt, wird von 1468 bis 1471 erneuert. 1481 ordnet der Stadtrat Frankfurts eine Reform des Klosterlebens an.

1530 stellt Kaiser Karl V. das Kloster unter seinen Schutz, 1542 wird es säkularisiert. Die letzten katholisch gebliebenen Nonnen sterben, die Institution als Damenstift bleibt erhalten. 1554 wird die Kirche durch den Rat der Stadt Glaubensflüchtlingen aus England und den spanischen Niederlanden für Gottesdienste zur Verfügung gestellt. In den Gebäuden wird neben den Wohnungen der Stiftsdamen und Gemeinschaftsräumen eine Schule für Mädchen der Stadt eingerichtet .

1819 wird die Verwaltung mit der des Katharinenklosters unter dem Namen „Vereinigte weibliche Versorgungsanstalten zu St. Katharinen und den Weißfrauen“ (St. Katharinen- und Weißfrauenstift) vereinigt. Träger bleibt die Stadt Frankfurt.

Gründungsjahr:

1228

Organisation:

Das Kloster wird von einer Priorin geleitet; zur Gemeinschaft gehören 1488 leben 27 Nonnen und Hauspersonal.

Patrozinien:

Maria Magdalena

Besitz

Besitz:

Das Kloster hat einen weit verstreuten Landbesitz in

Bockenheim, Bonames, Dorfelden, Ginnheim, Harheim, Ilbenstadt, Massenheim, Nied, Niedereschbach, Obereschbach@ol, Petterweil, Praunheim, Rendel, Seckbach, Sulzbach

Ausstattung

Denkmaltopographie:

DenkXweb Kulturdenkmäler in Hessen (Sachgesamtheit St. Leonhardskirche)

Nachweise

Quellen:

Literatur:

Germania Sacra-ID:

30098

GND-Nummer:

4763082-6

Zitierweise
„Weißfrauenkloster Frankfurt, Gemeinde Frankfurt am Main“, in: Klöster <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/kl/id/12958> (Stand: 7.12.2019)
Indizes

Sachbegriffe:

  • Augustinerregel
  • Damenstift
  • Klosterpflegschaft
  • Reformen
  • Reuerinnen
  • Säkularisierung
  • Weißfrauenkloster
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde