Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Friesem, Betti, geborene Oppenheimer (1914) – Bad Soden am Taunus

Grab Nr. 192 → Lageplan (PDF), Bad Soden am Taunus, Jüdischer Friedhof, Gemarkung Bad Soden am Taunus | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Basaltkubus, schwarz, poliert

Platzierung:

stehend

Inschrift

Vorderseite:

BETTI FRIESEM

GEB. OPPENHEIMER

GEB. 8. DEZBR. 1853

GEST. 19. FEBR. 1914

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Friesem, Betti, geborene Oppenheimer

    Geburtstag

    8.12.1853

    Sterbetag

    19.2.1914

    Geschlecht

    weiblich

    Familienstand

    verheiratet

    Herkunftsort

    Gladenbach

    Wohnort

    Höchst

    Sterbeort

    Höchst am Main

    Weitere Angaben

    Sterbenebenregister Höchst 1914 Nr. 39: Betty Friesem, geborene Oppenheimer, 60 Jahre alt, geboren zu Gladenbach, verheiratet mit Moses Friesem, Tochter der Eheleute Moses Oppenheimer und Rebekka, geborene Stamm, aus Gladenbach. Verstorben am 19. Februar 1914. Moses Oppenheimer war 1848-1852 Vorbeter und Schochet in Gladenbach (Kreis Biedenkopf), er starb am 9. Juni 1865 mit 57 Jahren (Urkunde 1865 Nr. 118 im Register Gladenbach 1839-1874). Die Mutter starb im Alter von 60 Jahren am 3. Dezember 1879 (Sterbenebenregister Gladenbach 1879 S. 81). Die Eltern haben am 24. Januar 1851 geheiratet. In dem bei der Heirat vorgelegten Geburtsschein ist als Geburtsdatum der Mutter der 4. Januar 1829 angegeben (Geburtsort Fauerbach), dies differiert mit dem Sterbedatum um 10 Jahre, vielleicht auch ein Schreibfehler für 1819. Allerdings ist in der Judenmatrikel Fauerbach weder für 1819 noch für 1829 eine Geburt vermerkt. Moses Friesem war Ältester der jüdischen Kultusgemeinde Höchst und starb 1938 mit 84 Jahren in Frankfurt am Main. Das Ehepaar Friesem hatte eine Tochter, Rosa, die mit Kallmann Levi aus Hattenbach bei Hersfeld (geboren 1878) verheiratet war und mit ihrem Mann in Höchst lebte, wo Kallmann Levi von 1904 bis zu seiner Pensionierung 1936 als Lehrer, Kantor und Schächter der Jüdischen Gemeinde angestellt war. Moses Friesem war Gemeindeältester der Jüdischen Gemeinde Höchst und lebte nach dem Novemberpogrom 1938 bei der Familie seiner Tochter, die nach Frankfurt gezogen war. Er starb mit 84 Jahren in Frankfurt, die Angabe 80 Jahre bei Schäfer (Die Juden in Höchst am Main, 1982, S. 53) muss korrigiert werden. Sein Tod ist beurkundet im Sterbebuch des Standeamtes V Frankfurt 1940 Nr. 1414/V: Moses Friesem, geboren am 16. Mai 1856 in Niederzissen Kreis Ahrweiler, gestorben im Rothschildschen Hospital in Frankfurt am 30. Oktober 1940. Eltern: Josef Friesem (gestorben in Niederzissen-Burgbrohl) und Gudula Friesem, geborene Friesem (gestorben in Höchst).

Indizes

Personen:

Betti/Betty

Orte:

Gladenbach · Höchst

Nachweise

Bearbeitung:

Dr. Lothar Tetzner 2018

Bildnachweise:

Sven Thomas Hammerbeck, Bad Soden am Taunus

Fotos:

Zitierweise
„Friesem, Betti, geborene Oppenheimer (1914) – Bad Soden am Taunus“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/16721> (Stand: 16.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde