Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Nassauer, Mayer (1906) – Bad Soden am Taunus

Grab Nr. 148 → Lageplan (PDF), Bad Soden am Taunus, Jüdischer Friedhof, Gemarkung Bad Soden am Taunus | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Granit, Vorderseite schwarz,poliert

Platzierung:

stehend

Inschrift

Hebräische Inschrift:

Text Vorderseite

פ״נ

איש ישר בכל דרכיו

טובים היו מעשיו

הדריך בחסד בני

ביתו והנהיג בצדק

בני עדתו רבי מעיר

בר דוד נאזזאוער

הלך לעולמו ביום

ל׳ ניסן ת֗ר֗ס֗ו֗ ל֗פ֗ק֗

ת֗נ֗צ֗ב֗ה֗

Hier ruht

ein Mann, rechtschaffen auf allen seinen Wegen,

gut waren seine Handlungen,

er leitete mit Güte die Kinder

seines Hauses und erzog mit Gerechtigkeit

die Kinder seiner Gemeinde: Der Lehrer Meir,

Sohn des David Nassauer.

Er ging ein in seine Ewigkeit am Tag

30. Nissan [5]666 n.d.k.Z. (= 25.4.1906)

Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.

____________________________

Hier ruht

Mayer Nassauer

geb. 28. Novbr. 1837

zu Idstein

gest. 25. April 1906

zu Hattersheim

Sprache der Vorderseite:

deutsch, hebräisch

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Nassauer, Mayer

    Geburtstag

    28.11.1837

    Sterbetag

    25.4.1906

    Bestattungsdatum

    27.4.1906

    Geschlecht

    männlich

    Familienstand

    verheiratet

    Herkunftsort

    Idstein

    Wohnort

    Hattersheim

    Beruf

    Metzger

    Weitere Angaben

    Der 30. Nissan 5666 war Mittwoch, der 25. April 1906. Im Protokollbuch ist der Tag der Beerdigung angegeben, der 27. April. Sterbenebenregister Hattersheim 1906 Nr. 16: Mayer Nassauer, 69 Jahre alt, geboren zu Idstein, verheiratet mit Fanny, geborene Strauß zu Hattersheim, Sohn des David Nassauer und der Johanna, geborene Hess, beide zuletzt wohnhaft in Mainz. Verstorben am 25. April 1906. Der Tod wurde angezeigt vom Sohn Julius (Grab Nr.244). Ein Sohn, Jakob Nassauer, geboren am 5. März 1875, wurde nur einen Tag alt (Sterbenebenregister Hattersheim 1875 Nr. 17, das Kind liegt an unbekannter Grabstelle, in Grab Nr. 9). Ein weiterer Sohn wurde nur 8 Stunden alt und hatte noch keinen Vornamen, da noch nicht beschnitten, geboren und gestorben am 1. Oktober 1884 (Sterbenebenregister Hattersheim 1884 Nr. 45, das Kind liegt an unbekannter Grabstelle, im Protokollbuch Grab Nr. 56). Ein Sohn Friedrich, 2 1/2 Jahre alt, gestorben 21.12.1890 liegt in Grab Nr. 83 (Sterbenebenregister Hattersheim 1890 Nr.54). Ein Sohn, Julius Jakob Nassauer, geboren am 1. Februar 1875, gestorben am 21. April 1924 liegt in Grab Nr. 244. Ein weiterer Sohn, Ludwig (Leo), geboren am 9. Oktober 1878, konnte mit seiner Ehefrau Elisabeth, geborene Löb, geboren am 4. September 1883 und seiner Tochter Irma, verheiratete Simon, 1939 über die Schweiz nach New York emigrieren. Ludwig Nassauer starb am 1. Oktober 1949 und seine Frau am 23. Dezember 1968 in New York. Die Angaben über Ludwig/Leo Nassauer wurden der Biographie zu den Stolpersteinen Hattersheim entnommen. Sie stimmen jedoch nicht mit der Heiratsurkunde (Heiratsnebenregister Egelsbach 1913, Nr.27) überein. Hier ist beurkundet, dass der am 9.Oktober 1878 in Hattersheim geborene Leo Nassauer am 12.November 1913 die in Messel, Kreis Darmstadt, am 17.April 1887 geborene und in Egelsbach wohnhafte Bertha Simon, Tochter des Isaak Simon I und der Mina, geborene Wertheimer, geheiratet hat (Trauzeuge der Bruder Davis Nassauer). Die Tochter dieser Ehe, Ilona Nassauer, geboren am 18. April 1915, hat den Siegfried Simon aus Egelsbach, geboren am 7. Juli 1913, geheiratet. Beide konnten am 30. Mai 1936 in die USA entkommen. Weitere Kinder wurden Opfer des Holocaust (Nr. der Geburtsnebenregister Hattersheim): David (geboren 1874, das Register beginnt erst im Oktober); Siegfried, geboren am 1. April 1877 (Nr. 28); Sally, geboren am 10. September 1880 (Nr. 75); Eugenie, geboren am 6. November 1882 (Nr. 103, Vorname Schenny), verheiratete Strauß; Johanna, geboren am 17. September 1886 (Nr. 102), verheiratete Blum. (Im Verzeichnis der Holocaustopfer: verheiratete Desch)

Nachweise

Bearbeitung:

Dr. Lothar Tetzner 2017

Bildnachweise:

Sven Thomas Hammerbeck, Bad Soden am Taunus

Fotos:

Zitierweise
„Nassauer, Mayer (1906) – Bad Soden am Taunus“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/16653> (Stand: 14.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde