Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Moses, Michael (1888) – Bad Soden am Taunus

Grab Nr. 68 → Lageplan (PDF), Bad Soden am Taunus, Jüdischer Friedhof, Gemarkung Bad Soden am Taunus | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Sandstein

Platzierung:

stehend

Beschreibung:

oben waren Sterne aus weißem Marmor eingesetzt, einer ist teilweise erhalten.

Sonstiges:

Abkürzungen:

ה׳ה = הוא האיש

Inschrift

Hebräische Inschrift:

Text Vorderseite

פנ

איש [תם] וישר במעשיו

השכים והעריב לשם המצוה

הדריך ל[טו]בה בניו ובתו

ונתן צדקה לפי יכלתו

ה׳ה מ֗י֗כ֗א֗ל֗ בן מ֗ש֗ה֗ ה֗ו֗נ֗א֗

נפטר ביום א֗ ט֗ שבט

ונקבר ביום ג֗ י֗א֗ בו ת֗ר֗מ֗ח֗

לפ״ק ת֗נ֗צ֗ב֗ה֗

Hier ruht

ein Mann, lauter und aufrecht in seinem Handeln,

er leitete seine Söhne und seine Tochter zum Guten an

und erwies Wohltaten entsprechend seinen Möglichkeiten.

Dieser Mann ist Michael, Sohn des Mose Hohne,

er starb am Sonntag, dem 9. Schebat

und wurde begraben am Dienstag, dem 11. desselben [5]648 n.d.k.Z.

Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.

_____________________________________________

Michael Moses

v. Unterliederbach

geb. 5.März 1802

gest. 22.Janr.1888

Sprache der Vorderseite:

deutsch, hebräisch

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Moses, Michael

    Geburtstag

    5.3.1802

    Sterbetag

    21.1.1888

    Bestattungsdatum

    22.1.1888 ?

    Geschlecht

    männlich

    Familienstand

    verwitwet

    Herkunftsort

    Oberbessenbach

    Wohnort

    Unterliederbach

    Weitere Angaben

    Angaben im Sterbenebenregister Oberliederbach 1888 Nr. 5: Michael Moses, 86 Jahre alt, geboren zu Oberbessenbach, verheiratet gewesen mit Babette, geborene Isaak zu Unterliederbach, Sohn des Moses Moses und der Lea, geborene Hahn, zu Oberliederbach, verstorben am 21. Januar 1888. Die Angabe 22. Januar auf dem Grabstein ist falsch, kann auch nicht dadurch erklärt werden, daß er am Abend gestorben und schon ein neuer Tag nach jüdischer Rechnung eingetreten war, da er laut Sterberegister „Vormittags fünf Uhr“ verstarb. Es war wohl der Tag der Beerdigung. Die Familie der Ehefrau hat den Namen Stein angenommen, wie auch aus den Geburtsurkunden der Kinder hervorgeht. Der Verstorbene war der Vater von Moses Moses (Grab Nr.19), Isaak Moses (Grab Nr.152), Helene Moses (Grab Nr.178), Aaron Moses (Grab Nr.216), Abraham Moses (Grab Nr.162). Die Geburt des Michael Moses ist vermerkt in der Juden-Matrikel von Unterliederbach (HStA 3, 2371): „Bei der Beschneidung Macholem (Michael) genannt.“ Der Vater Moses Moses hatte den Namen Hohne angenommen. Moses Hohne heiratete 1787 die Witwe des Schutzjuden Abraham (Gutroth/Guthe), der am 25. April 1784 gestorben war. Auch Moses Hohne war Schutzjude. Kinder dieser Ehe: Löw (geboren am 4. Januar 1788), Calmen (Kalmann, geboren am 25. November 1789, gestorben am 11. März 1791), Haendle (Johanna, geboren am 26. Dezember 1798), Bele (geboren am 26. Januar 1800), Michael (s.o., geboren am 5. März 1802). Laut Juden-Matrikel starb am 23. Juni 1806 des Moses Hohne Ehefrau Guthe mit 47 Jahren (geboren 1758/59). Der in der Sterbeurkunde genannte Name der Mutter Lea stimmt damit nicht überein. 1808 heiratete Moses Hohne wieder, Gitle aus Welterod bei Langenschwalbach. Kinder aus dieser Ehe: Aaron (geboren am 20. Januar 1809), Hebe (geboren 1810, verheiratete Schott, Grab Nr.37, dort 7. Oktober 1810), Sara (geboren am 5. November 1812), Aberle (geboren am 21. Februar 1817). Eine Tochter der Eheleute Michael und Babette, Helene Moses starb am 11. Januar 1912 mit 73 Jahren und liegt in Grab Nr. 178. Auch in der Sterbeurkunde ist die Babette Moses als geborene Stein (s.o.) genannt.

Indizes

Orte:

Oberbessenbach · Oberliederbach · Unterliederbach

Nachweise

Bearbeitung:

Dr. Lothar Tetzner 2017

Bildnachweise:

Sven Thomas Hammerbeck, Bad Soden am Taunus

Fotos:

Zitierweise
„Moses, Michael (1888) – Bad Soden am Taunus“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/16574> (Stand: 2.4.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde