Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Jäger, Samuel (1884) – Bad Soden am Taunus

Grab Nr. 58 → Lageplan (PDF), Bad Soden am Taunus, Jüdischer Friedhof, Gemarkung Bad Soden am Taunus | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Sandstein

Platzierung:

stehend

Zustand:

verwittert

Beschreibung:

Der untere Teil ist stark verwittert

Bemerkungen:

(1) Kohelet 12,5

Sonstiges:

Abkürzungen: ה֗ה֗ = הוא האיש / בעשק = בערב שבת קדש

Inschrift

Hebräische Inschrift:

Text Vorderseite

פ֗ נ֗

איש עניו בכל ענינו

צדיק בכל דרכו

וחסיד בכל מעשיו

ה֗ה֗ שמואל בר אברהם יוסף

מן ווער[הײ]ם נפטר מן העולם

בהטטערזהײם בעשק וירא [עולמו י֗ט֗]

חשון ונקבר ביום א֗ כ֗א֗ חשון

בשנ[ת] ת֗ר֗מ֗[ה֗] לּ

ת֗נ֗צ֗ב֗ה֗

Hier ruht

ein Mann, demutsvoll in allen seinen Belangen,

gerecht in all seinem Wandel

und gütig in all seinem Tun.

Dieser Mann ist Samuel, Sohn des Herrn Abraham Josef

aus Wehrheim. Er erstarb dieser Welt

in Hattersheim am Freitag und sah seine Welt (1) am 19.

Cheschwan und wurde begraben am Sonntag, 21. Cheschwan

im Jahr [5]645 n.d.k.Z. (= 9.11.1884)

Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.

Sprache der Vorderseite:

deutsch, hebräisch

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Jäger, Samuel

    Geburtstag

    um 1789

    Sterbetag

    6.11.1884

    Bestattungsdatum

    9.11.1884

    Geschlecht

    männlich

    Familienstand

    verwitwet

    Herkunftsort

    Wehrheim

    Wohnort

    Hattersheim

    Beruf

    Handelsmann

    Weitere Angaben

    Im Protokollbuch ist als Todestag der 6. November 1884 angegeben, das entspricht dem 18. Marcheschwan 5645, laut Inschrift war der Todestag jedoch Freitag der 19. Marcheschwan. Laut Sterberegister trat der Tod am Donnerstag, 6. November Nachmittags um acht Uhr ein, also am Freitag. Die Beerdigung fand dann am Sonntag, dem 9. November 1884, statt. Im Sterbenebenregister der Gemeinde Hattersheim von 1884, Nr. 53 finden sich folgende Angaben: Handelsmann Samuel Jäger, 95 Jahre alt, geboren zu Wehrheim (also 1789), verheiratet gewesen mit der verstorbenen Jette, geborene Seligmann (Güthel Seligmann Kahn aus Wasenbach, geboren um 1799, gestorben am 12. Oktober 1855 im Wehrheim), Sohn des verstorbenen Handelsmanns Jossel (Abraham Josef) Jäger (geboren um 1764, gestorben am 20. Mai 1845, mit 81 Jahren) und dessen Ehefrau Bayerle geborene Lemle (Lehmle) (geboren um 1774 in Wasenbach, gestorben am 26. August 1834 mit 60 Jahren) zu Wehrheim. Verstorben am 6. November 1884. Die Großeltern des Samuel Jäger waren der Schutzjude Samuel Jessel und Judith Seligmann. Im Schätzungsregister von 1753 ist ein Salomon erwähnt, was gleichzusetzen ist mit Samuel. (Quelle: Archivarin Michaela Riese in Wehrheim) Kinder des Ehepaares Samuel und Jette Jager: 1) Manche (geboren am 23. Juli 1832 in Wehrheim; verehelicht am 29. März 1857 mit Karoline Scheuer, geboren am 21. November 1834 in Heldenbergen); 2) David (geboren am 28. Januar 1834 in Wehrheim, verehelicht am 7. Januar 1863 mit Bettchen Hammel, geboren am 9. Oktober 1838 in Oberrosbach); Lemle (ein Sohn, geboren am 1. November 1836). Der Verstorbene war nicht der Ehemann der Jettchen (Gustelchen) Jäger (Grabstätte 28), der ebenfalls Samuel Jäger hieß. Der Verstorbene hatte noch eine Schwester, Röschen (Rosa), die 1804/5 geboren wurde. Sie war verheiratet mit Abraham Oppenheimer und verstarb am 3. August 1893 in Hattersheim (Grab Nr. 96).

Nachweise

Bearbeitung:

Dr. Lothar Tetzner 2018

Bildnachweise:

Sven Thomas Hammerbeck Bad Soden a.Ts.

Fotos:

Zitierweise
„Jäger, Samuel (1884) – Bad Soden am Taunus“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/16564> (Stand: 13.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde