Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Jüdische Grabstätten

Ettinghausen, Bär Süßkind (1882) – Bad Soden am Taunus

Grab Nr. 43 → Lageplan (PDF), Bad Soden am Taunus, Jüdischer Friedhof, Gemarkung Bad Soden am Taunus | Historisches Ortslexikon
Äußere Merkmale | Inschrift | Verstorbene(r) | Indizes | Nachweise | Zitierweise
Äußere Merkmale

Material:

Basalt

Platzierung:

stehend

Zustand:

verwittert

Bemerkungen:

am Sockel steht als Steinmetz: G. Horn in Höchst

Sonstiges:

Die Ergänzungen wurden nach dem Text im Musterbuch Tozeoth Chajim des Seligmann Baer, Nr. 9, vorgenommen. Abkürzung: ה׳ = השם

Inschrift

Hebräische Inschrift:

Text Vorderseite

פ״נ

איש ישר וכשר בכל מדותיו

[ירא ה׳ וחפץ מאד] במצותיו

[הדריך בצדק] בני ביתו

[והנהיג] במישרים בני עדתו

ועמדה [לו ז]כות צדקתו

יששכר בר [זאב בן] שלמ׳

נפטר ונקבר ביום ה ב֗[ח֗]

טבת תרמב לפק

ת֗נ֗צ֗ב֗ה֗

Hier ruht

ein in all seinen Bereichen aufrechter und geschickter Mann,

gottesfürchtig und sehr bedacht auf die Erfüllung seiner Gebote,

er erzog zur Gerechtigkeit die Söhne seines Hauses

und leitete die Kinder seiner Gemeinde zur Geradheit an,

und es werde ihm Lohn zuteil für seine Wohltaten.

Jissachar, Sohn des Herrn Bär, Sohn des Salomo,

er starb und wurde beerdigt am Donnerstag, 28.

Tebet [5]642 n.d.k.Z. (=19.1.1882)

Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.

____________________________________________

B.S. Ettinghausen

v.Höchst

[am Main]

Sprache der Vorderseite:

deutsch, hebräisch

Sprache des Sockels:

deutsch

Verstorbene(r)

Personendetails:

  1. Ettinghausen, Bär Süßkind

    Geburtstag

    21.3.1819

    Sterbetag

    19.1.1882

    Geschlecht

    männlich

    Familienstand

    verheiratet

    Wohnort

    Höchst

    Beruf

    Handelsmann

    Funktion

    Vorsteher der Kultusgemeinde Höchst ab 1855 - 1878 mit Joseph Wolff, Salomon Hahn und andere

    Weitere Angaben

    Ehefrau: Ettinghausen, Charlotte, geborene Kahn, (Grab Nr. 179) Sohn: Ettinghausen, Siegmund, (Grab Nr. 155) Sohn: Ettinghausen, Max, (Grab Nr. 273) Tochter: Ettinghausen, Pauline, (Grab Nr. 30) Tochter: Reinhold, Helene, geborene Ettinghausen, (Grab Nr.253) Schwester: Ettinghausen, Sara (Grab Nr. 101)

Anmerkungen:

Aus dem Sterbenebenregister Höchst 1882 Nr. 11 geht hervor, dass der Verstorbene 62 3/4 Jahre alt war, geboren zu Höchst am 21.3.1819 als Sohn des Süßkind Ettinghausen und dessen Ehefrau Bes(s)el, geborene Moses. Er war verheiratet mit Charlotte, geborene Kahn. Der 28. Tebet 5642 war Donnerstag, der 19.1.1882; die Angabe 28. Januar im Protokollbuch stimmt nicht. Die Mutter, Bessel Moses, stammte aus Kronberg.

Im Geburtsregister Höchst 1819 Nr. 3 ist als Geburtsdatum vermerkt: 21.3.1819 als Sohn von Süßkind Herz Mentle und seiner Ehefrau Bessel, geborene Moses; der Name Mentle wurde 1822 in Ettinghausen geändert. Charlotte Ettinghausen liegt in Grab Nr. 179. In Grab Nr. 101 liegt Sara Ettinghausen, eine Schwester des Bär Süßkind Ettinghausen. Kinder: Siegmund, 13. September 1846 – 9. März 1907 (Grab Nr.153), Bertha, geb. 17. Juni 1848, Johanna, geb. 4. Mai 1849, Karoline, geb. 29. Juni 1850, Henriette, geb. 19. Januar 1852, Max, 15. August 1853 – 22. April 1933 (Grab Nr. 273), Moritz, geb. 26. November 1857, Pauline, 7. Januar 1860 –15. Januar 1879 (Grab Nr.30), Helene, 7. Januar 1860 – 24. Dezember 1927 (Grab Nr.253).

Geschwister: Bruder Seligmann, geb. 19.2.1822; Schwester Judith, geb. 13.12.1823; Schwester Sara (Lenchen), 13. Mai 1826 – 28. Juni 1895 (Grab Nr. 101).

Bär Süßkind Ettinghausen und seine Familie waren angesehene Bürger in Höchst. Bär Süßkind war 2. Vorsteher der jüdischen Kultusgemeinde (Nekrolog in „Der Israelit“ vom 1. Februar 1882), sein Sohn Siegmund wurde 1892 in die Stadtverordnetenversammlung berufen (Nachricht in „Der Israelit“ vom 21. Juni 1892).

Nachweise

Bearbeitung:

Dr. Lothar Tetzner 2018

Bildnachweise:

Sven Thomas Hammerbeck, Bad Soden am Taunus

Fotos:

Zitierweise
„Ettinghausen, Bär Süßkind (1882) – Bad Soden am Taunus“, in: Jüdische Grabstätten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/juf/id/16545> (Stand: 14.6.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde